Bewerbung als „Host Town“

Willingen will Sportler der Special Olympics World Games empfangen

Die Special Olympics World Games finden 2023 erstmals in Deutschland statt, wo es schon viele nationale Wettbewerbe gab (im Bild Hannover 2016). Willingen richtete die Winterspiele 2017 aus – und will nun im Sommer Athleten beherbergen.
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Die Special Olympics World Games finden 2023 erstmals in Deutschland statt, wo es schon viele nationale Wettbewerbe gab (im Bild Hannover 2016). Willingen richtete die Winterspiele 2017 aus – und will nun im Sommer Athleten beherbergen.

Nach den deutschen Winterspielen der Special Olympics 2017 will Willingen sich erneut dem Thema Inklusion widmen: Bei den „World Games“ 2023 will die Gemeinde eine internationale Delegation aufnehmen.

Willingen (Upland) – Wenn 2023 erstmals die „Special Olympics World Games“ für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung in Deutschland ausgetragen werden, will Willingen dabei sein: als Gastgeber für eine der 170 Delegationen aus aller Welt. Einstimmig folgte die Gemeindevertretung einem Antrag der FDP-Fraktion, sich für das „Host Town“-Programm der Spiele in Berlin zu bewerben.

7000 Sportler aus 170 Ländern werden vom 17. bis 24. Juni in der Hauptstadt erwartet. Zuvor kommt jede Nation für vier Tage in einem Gastgeber-Ort unter, erläuterte FDP-Fraktionschef Dieter Schütz die Idee: Willingen soll einer davon sein. „Große Delegation haben 250 Mitglieder – als Tourismus-Hochburg können wir das“, erklärte er. Den Aufenthalt könnten die Kommunen dabei ganz nach ihren Vorstellungen gestalten.

Er erinnerte an die deutschen Winterspiele der „Special Olympics“, die 2017 in Willingen stattfanden: „Gemeinde und Ski-Club haben da ganz hervorragende Erfahrungen gemacht.“ Das Projekt „170 Nationen – 170 inklusive Kommunen“ solle über die Spiele hinaus wirken: „Es gilt, das langfristige Ziel zu realisieren, dass Menschen mit geistiger Behinderung sichtbar werden in Sport und Gesellschaft. Und zwar dort, wo es zählt: in ihrer Heimat“, heißt es im Antrag.

Ins Leben gerufen haben das Projekt Special Olympics Deutschland, dessen Landesverbände und das Lokale Organisationskomitee. Dessen Geschäftsführer Sven Albrecht kündigt in einer Pressemitteilung an: „Dieses einmalige Projekt ist das Herzstück unserer Sportgroßveranstaltung, weil es die gesamte Gesellschaft mit einbindet. Alle interessierten Vereine, Schulen, Organisationen der Behindertenhilfe und auch Privatpersonen sollen auf ihre jeweilige Kommune zugehen und die Bewerbung aktiv mitgestalten. Nur so schaffen wir einen echten Bewusstseinswandel, der auch über die Special Olympics World Games 2023 hinaus Bestand hat.“

Mark Solomeyer, Athletensprecher von Special Olympics Deutschland und Mitglied des Weltspielekomitees, sagt: „Durch das Projekt 170 Nationen – 170 inklusive Kommunen hoffen wir, dass sich in unserer Heimat noch mehr Sportvereine gegenüber Menschen mit geistiger Behinderung öffnen. Aktuell kommt das leider noch zu selten vor.“

Die Bewerbungsphase läuft bis 31. Oktober, im Dezember werden die „Host Towns“ bekannt gegeben, durch die auch das Feuer der Special Olympics auf seinem Weg nach Berlin zieht. Mehr Informationen gibt es auf der Webseite der Spiele. (wf)

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