Hessens 1000. Windrad

Windpark Gemünden eingeweiht: Proteste bei Al-Wazirs Rede

Start: Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (4. von links) setzt gemeinsam mit (von links) Landrat Dr. Reinhard Kubat, Bürgermeister Frank Gleim sowie weiteren Vertretern aus Politik und Energiewirtschaft das 1000. Windrads Hessens, das im Gemündeter Windpark steht, in Gang. Foto: Ochs

Gemünden. Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir setzte bei Gemünden das 1000. Windrad Hessens ins Gang. Gegner rollten Transparente aus.

Beim Tag des offenen Windparks mit Volksfeststimmung, viel Wind, Sonne und Blasmusik hat Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen) das 1000. Windrad Hessens am Samstag offiziell angeschaltet. Es ist eines von sieben Windrädern im Gemündener Windpark. Alle sieben produzieren in Summe fast 17 Megawatt Energie, die 12 000 Haushalte mit Strom versorgen können.

Der Wirtschaftsminister der Grünen bezeichnete den Windpark Gemünden als Vorzeigeprojekt, das sich durch den regionalen Energieversorger und die Möglichkeit der Bürgerbeteiligung, also durch Wertschöpfung vor Ort, auszeichne.

„Für die einen sind 1000 Windräder zu viel, für die anderen bedeutet dies die Energiewende“, sagte Al-Wazir. „Wir wollen Kohlekraftwerke Schritt für Schritt abschalten. Dazu müssen alternative Anlagen eingeschaltet werden. Und das tun wir“, unterstrich er. Grundsätzlich sei klar, dass der Ausstieg aus der Atomkraft ein Antrieb für die Entwicklung erneuerbarer Energien auch in Hessen sei.

Gemündens Bürgermeister Frank Gleim erinnerte an die Anfänge. „Die erste Idee für den Windpark Gemünden kam aus dem Stadtteil Schiffelbach“, betonte er. Damit sei von Beginn an klar gewesen, dass die Menschen in der Region die Windkraft wollten. „Im Wohnzimmer von Wilhelm Lingelbach hat alles angefangen. Der Keim der Idee kam von Werner Schütz. Die Stadt Gemünden und Unternehmen kamen erst später hinzu“, berichtete er. Er sei glücklich, einen Windpark mit regionaler Verankerung und einer möglichen Bürgerbeteiligung von 20 Prozent vor Ort zu haben.

Landrat Dr. Reinhard Kubat, der auch Aufsichtsratsvorsitzender des beteiligten VEW (Verbands-Energie-Werk Waldeck-Frankenberg) ist, erinnerte an die Kernschmelzen in Fukushima und Tschernobyl und wies auf die Verantwortung der Menschen für die Zukunft hin. „Wir haben diesen Weg gewählt, weil wir an den Windpark und die Windenergie glauben“, rief der den Gästen zu. Grußworte sprachen auch Dr. Sandra Hook für den Bundesverband Windenergie und Stefan Schaller als VEW-Geschäftsführer.

Doch es gab auch Gegenwind in Form einer mit 80 Personen angemeldeten Demonstration des Landesverbandes „Vernunft Kraft Hessen“, der Bürgerinitiativen gegen Windenergie. Die Initiative „Es reicht!“ aus Amöneburg entfaltete während der Rede des Ministers ein Transparent, auf dem sie sich gegen die Erweiterung der Windkraftanlagen auf der Mardorfer Kuppe aussprachen.

Am Rahmenprogramm wirkte der Musikzug der Feuerwehr Gemünden mit. Firmen informierten über ihre Arbeit. Für Getränke und Bratwurst sorgten Feuerwehr und TSV Schiffelbach.

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