Haupt- und Finanzausschuss stimmt für Erweiterung

Windpark in Gemünden soll wachsen

Für gute Auslastung bei den Windrädern sorgte Sturmtief Sabine: Die Windräder an der Anlage auf dem Warpel in der Söhre standen still. Grund dafür ist aber ein Kabeldefekt, der mit Sabine nichts zu tun hat. 
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Windräder (Symbolbild)

Die Stadt Gemünden will den bestehenden Windpark östlich der Wohrastadt um mindestens vier oder vielleicht sogar fünf Windkraftanlagen erweitern. Das hat der Haupt- und Finanzausschuss einstimmig beschlossen.

Gemünden - Gebaut werden sollen Windräder vom neuen Typ Nordex N 163. Dieser Typ hat eine Nabenhöhe von 164 Metern und eine Gesamthöhe von rund 245 Metern.

Vorausgegangen war eine eingehende Diskussion. Zu der Debatte war Stefan Kieweg, Prokurist beim Verbands-Energie-Werk VEW, einer Schwestergesellschaft der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF), via Telefon zugeschaltet. Die VEW ist mit 51 Prozent der anteilsmäßig größte Gesellschafter des Windparks Gemünden.

Wegen der Corona-Pandemie traf der Ausschuss die Entscheidung für die Stadtverordnetenversammlung, die gegen den Beschluss theoretisch aber noch ein Veto einlegen könnte, erklärte Ausschuss-Vorsitzender Hans-Hermann Faust (Bürgerliste Gemünden).

Den Windpark Gemünden gibt es seit 2017. Seinerzeit waren sieben von elf geplanten Windrädern mit einer Nabenhöhe von 141 Metern gebaut und in Betrieb genommen worden. Für die mögliche Erweiterung bedarf es aber der Zustimmung der Waldinteressenten Schiffelbach. Sie sind zusammen mit der Stadt Gemünden Eigentümer des Waldareals.

Waldinteressenten sehen Erweiterung positiv

Von den Waldinteressenten gibt es wegen Corona noch keinen Beschluss. „Wir stehen der aber Sache positiv gegenüber“, sagte Martin Völker, Vorsitzender der Waldinteressenten, in der Sitzung. Er wies darauf hin, dass der Hauptversorgungsweg von der B3 zum Windpark bereits vorhanden sei.

„Für die Stadt Gemünden generiert der bestehende Windpark Einnahmen von jährlich etwa 160 000 Euro“, berichtete Bürgermeister Frank Gleim. Aus Sicht des Magistrats sei eine Erweiterung des vorhandenen Windparks positiv zu bewerten. Durch die Windräder könne die Stadt einen weiteren Teil zur Energiewende beitragen und höhere Pachteinnahmen erzielen.

Eine der angedachten fünf neuen Windkraftanlagen liege allerdings außerhalb der aktuellen Windparkkulisse und auch außerhalb des Regionalplans, erklärte der Bürgermeister. Solle auch für ein fünftes Windrad ein Genehmigungsverfahren eingeleitet werden, dann müsse dazu ein „Antrag zur Zielabweichung vom Regionalplan“ gestellt werden: „Die VEW hätte es gerne.“ Der Ausschuss beschloss einstimmig, dass auch der Antrag zur „Zielabweichung vom Regionalplan“ für die Errichtung eines fünften Windrads auf den Weg gebracht werden soll.

Tils: Dann muss Schluss sein

„Wir stehen dem Vorhaben positiv gegenüber, auch einem fünften Windrad, weil keine großartige Zuwegung erfolgen muss“, sagte Katharina Tils (CDU). Wichtig sei aber noch die Entscheidung der Waldinteressenten Schiffelbach. „Dann muss aber für Gemünden Schluss sein. Wir wollen nicht von Windrädern umzingelt sein“, sagte Tils. Sie stellte den Ergänzungsantrag, dass in Gemünden künftig keine weiteren Windparks mehr entstehen sollen. Diese Bedingung knüpfte sie an ihre Zusage. „Damit hat Gemünden sein Möglichstes getan, um zur Energiewende beizutragen.“

Damit stieß Tils bei anderen Politikern allerdings auf wenig Gegenliebe. „Mit einer solchen Forderung habe ich ganz großen Schwierigkeiten“, sagte Wilfried Golde (SPD). Gegen die Erweiterung des Windparks gab es von Golde keine Einwände: „Uns ist bewusst, dass die Anlage höher wird als bisher. Wir stimmen dem Beschlussvorschlag in beiden Punkten zu“, so der SPD-Politiker.

„Wir wissen nicht, was uns in der Zukunft noch erwartet und wir wissen nicht, was in 20 Jahren ist“, sah auch Thomas Böhme den CDU-Antrag „sehr skeptisch“. Der Ergänzungsantrag wurde dann auch mehrheitlich abgelehnt. Auch ohne die Ergänzung stimmte letztlich auch die CDU der Erweiterung des Windparks zu. 

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