Erneuerbare Energien in Biedenkopf

Windräder bei Dexbach und Engelbach? Firma Krug stellte Pläne vor

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Foto: JOERN HANNEMANN/nh

Biedenkopf-Dexbach. Bis zu vier Windräder könnten bei Dexbach und Engelbach entstehen. Das hat die Krug Energie GmbH bei einer Infoveranstaltung in Dexbach erklärt.

Ob der Windpark wirklich kommt, sei aber offen. Die Firma befinde sich am Anfang der Planungen. „3101a“ – so heißt das Gebiet bei Engelbach und Dexbach, das laut Beschluss der Regionalversammlung als Windkraft-Vorranggebiet eingestuft werden soll. Auf diesem Gebiet möchte die Krug Energie einen Windpark bauen, wie die Firmenvertreter Sven Kunze und Nicole Kapaun vor etwa 60 Bürgern erläuterten.

Wenn die Firma tatsächlich baut, dann würden – rund zwei Kilometer von Dexbach entfernt – bis zu vier Windräder mit einer Gesamthöhe von je rund 230 Metern entstehen. Der Flächenbedarf würde pro Anlage bei einem halben Hektar liegen, wobei das auch Flächen beinhalte, die nur in der Bauphase benötigt würden. Hinzu kämen Zufahrtswege und die Kabeltrasse.

Firma Krug spricht mit Gebietseigentümern über Pachtverträge

Wichtig sei der Firma Krug, bei ihren Projekten die Anwohner einzubinden, betonte Projektberaterin Kapaun. Sie erklärte, dass es sich bei der Krug Energie um ein in der Region verwurzeltes Unternehmen handelt. Die Firma hat die Fotovoltaikparks in Oberasphe und Laisa errichtet und baut gerade einen Windpark bei Rauschenberg.

Die Krug Energie spricht im Moment die Flächeneigentümer an, um Pachtverträge abzuschließen. Erst wenn die Krug Energie sich den Zugriff auf die Flächen gesichert habe, könne sie die kostenintensiven naturschutzrechtliche Gutachten in Auftrag geben. Im Rahmen der Prüfung werde das Gebiet zwei Jahre lang genauestens kartiert und untersucht. Nur wenn die Gutachten positiv ausfielen, werde die Firma überhaupt eine Genehmigung für den Windpark erhalten, so Kapaun.

Kritische Stimmen von Bürgern, NABU und dem Bürgermeister

Zahlreiche Bürger – darunter Vertreter des NABU – nahmen den Vortrag kritisch auf. Windräder störten nicht nur das Landschaftsbild, sondern auch Tierarten wie Rotmilan, Schwarzstorch und Fledermaus. Dass naturschutzrechtliche Prüfungen einen ausreichenden Schutz der Natur sicherstellen, bezweifeln viele.

Für die Fläche „3102“ habe die Firma Krug derzeit keine Pläne. Wenn ein Investor dort bauen wollte, seien schätzungsweise fünf Anlagen denkbar, beantwortete Kunze die Frage eines Bürgers. Das Publikum schloss daraus, dass langfristig bis zu neun Anlagen bei Dexbach und Engelbach entstehen könnten.

Bürgermeister Joachim Thiemig (SPD) ist der Meinung, dass die Stadt Biedenkopf bereits ihren Teil zur Energiewende beigetragen habe. Verhindern könnten den Park auf der Fläche „3101a“ aber nur die Eigentümer, indem sie ihre Flächen nicht verpachteten.

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