Winter bremst Arbeitsmarkt

Saisonüblicher Anstieg der Arbeitslosigkeit in Waldeck-Frankenberg

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Die Arbeitslosigkeit ist in Waldeck-Frankenberg im Januar saisonüblich deutlich gestiegen

Waldeck-Frankenberg – Im Januar waren im Landkreis 3833 Menschen arbeitslos gemeldet, 405 mehr als im Dezember – ein Plus von 11,8 Prozent. Gegenüber dem Januar 2020 sind es sogar 18,1 Prozent mehr. Die Arbeitslosenquote steigt um 0,5 Punkte auf 4,4 Prozent und liegt damit 0,7 Punkte höher als vor einem Jahr.

Im Korbacher Agenturbezirk aus den Kreisen Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder waren 7949 Betroffene auf Arbeitssuche, 868 oder 12,3 Prozent mehr als im Dezember und von 1034 oder 15 Prozent mehr als im Januar 2020. Die Quote steigt um 0,5 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent, im Vergleich mit dem Vorjahr sind das 0,6 Prozentpunkte mehr.

Anstiege in dieser Größenordnung seien von Dezember auf Januar üblich, sagt der Agenturchef Uwe Kemper. „Das entspricht dem Niveau der Vorjahre. Insgesamt haben wir uns seit dem Beginn der Pandemie immer mehr an die Werte des Vorjahres angenähert – das ist grundsätzlich eine positive Entwicklung“, sagt er. „Allerdings liegt die Zahl der Arbeitslosen immer noch 15 Prozent höher als vor einem Jahr.“

Blick auf die drei Geschäftsstellen im Kreis:

In Korbach mit Bad Wildungen waren 1801 Menschen ohne Arbeit gemeldet, 216 oder 13,6 Prozent mehr als im Dezember und 212 oder 13,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Quote steigt um 0,5 Punkte auf 4,3 Prozent.

Frankenberg verzeichnet 1193 Arbeitslose, 119 oder 11,1 Prozent mehr als im Dezember und 257 oder 27,5 Prozent mehr als im Januar 2020. Die Quote steigt um 0,5 Punkte auf 4,2 Prozent,

In Bad Arolsen waren 839 Menschen auf Jobsuche, 70 oder 9,1 Prozent mehr als im Dezember und 118 oder 16,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Quote: 4,7 Prozent, 0,4 Punkte mehr als im Dezember.

Offene Stellen: Im Kreis waren 1322 offene Stellen gemeldet, das sind 58 weniger als im Dezember. Im Agenturbezirk waren 2476 offene Stellen gemeldet, 40 weniger als im Dezember und 293 weniger als im Vorjahr.

Auch die Zahl der neu gemeldeten offenen Stellen ist rückläufig: Im Januar kamen 494 hinzu, das sind 99 weniger als im Dezember und 64 weniger als im Vorjahr.

Dieser Rückgang falle etwas stärker aus als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre, sagte Kemper. Dies sei ein Zeichen für die Unsicherheit, die bei Arbeitgebern wegen der Pandemie herrsche.

Kurzarbeit: Die Zahl der neuen Kurzarbeits-Anzeigen ist bis zum Stichtag 25. Januar gegenüber dem Dezember gesunken, sie umfassen aber mehr Beschäftigte. Im Kreis gingen 91 neue Anzeigen ein, von denen maximal 1071 Beschäftigte betroffen sein können – im Dezember waren es 167 neue Anzeigen für maximal 1481 Mitarbeiter.

Für den Kreis liegen Hochrechnungen zur tatsächlichen Kurzarbeit bis August vor: Danach waren 4937 Beschäftigte in 520 Betrieben in Kurzarbeit – im Juli 7305 Leute in 628 Unternehmen.

Im Agenturbezirk haben 216 Betriebe für maximal 2854 Leute neu Kurzarbeit angezeigt, im Dezember waren es 331 Betriebe mit höchstens 2389 Beschäftigten.

Ob und in welchem Umfang die Betriebe tatsächlich kurzarbeiten, wird erst mit der Abrechnung deutlich, für die sie drei Monate Zeit haben. Für realisierte Kurzarbeit gibt es auf Agenturebene Hochrechnungen bis September: In 840 Unternehmen haben insgesamt 7995 Beschäftigte kurzgearbeitet, im August waren es 940 Betriebe mit 8315 Beschäftigten.  

Mehr Leute sind langzeitarbeitslos

Keine Besserung sei bei der Entwicklung der Langzeitarbeitslosigkeit in Sicht, erklärte Uwe Kemper: Seit April steige sie kontinuierlich an „Wir verzeichnen innerhalb eines Jahres einen besorgniserregenden Anstieg von mehr als 40 Prozent“, wobei Ungelernte besonders betroffen seien, sagte Kemper. „Dies zeigt einmal mehr, was schon vor der Corona-Pandemie galt: Qualifizierung ist der Schlüssel, um mit den Änderungen auf dem Arbeitsmarkt mithalten zu können.“

Aktuell sind 2018 Langzeitarbeitslose in der Grundsicherung oder erhalten das Arbeitslosengeld I, das sind 162 Betroffene mehr als im Dezember, ein Plus von 8,7 Prozent. Und es sind 592 mehr als vor einem Jahr, ein Plus von 41,5 Prozent.  red

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