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Waldeck-Frankenberg: Teuerungen auffangen - „Erster Schritt, Geld zu sparen“

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Von: Marianne Dämmer

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Ob per App oder Zettel: Einkaufslisten und ein wöchentlicher Einkauf spart bares Geld und Zeit, außerdem werden viel weniger Lebensmittel verschwendet.
Ob per App oder Zettel: Einkaufslisten und ein wöchentlicher Einkauf spart bares Geld und Zeit, außerdem werden viel weniger Lebensmittel verschwendet. © Monkey Business/Imago Images

Inflation, steigende Energie- und Lebensmittelpreise: Die Zeiten sind herausfordernd. Viele Bürgerinnen und Bürger sorgen sich, wie sie die Teuerungen wohl auffangen können. In enger Zusammenarbeit mit dem DHB-Netzwerk Haushalt und der Verbraucherberatung in Korbach, die auch in Frankenberg berät, geben wir eine Fülle von Tipps rund ums Thema „Haushalten – Da geht noch was“.

Waldeck-Frankenberg – Steht der Wochenspeiseplan, fällt auch die Einkaufsliste viel leichter: Es ist einfach klar, was gebraucht wird. „Und Impulskäufe zu vermeiden, ist ein erster Schritt, um beim Lebensmittelkauf Zeit, Geld und doppelte Wege zu sparen. Man wirft auch weniger weg. Außerdem fällt sofort ins Auge, wenn nur Ungesundes auf der Liste steht“, sagt Bianka Häußler vom DHB-Netzwerk Haushalt und der Verbraucherberatung.

Also: Einkaufszettel schreiben. Mit Blick auf die Lebensmittel, die aufgrund des Wochenspeiseplans nötig sind, wird zuerst der Vorrat kontrolliert. „Was ist im Angebot und was darf an Extras ausgewählt werden? Stehen Feiern an, für die zum Beispiel ein Kuchen gebacken werden muss? Das gehört alles mit auf die Liste“, sagt Bianka Häußler.

Die Lebensmittel werden auf der Liste nach Geschäften oder Bereichen sortiert – etwa Supermarkt, Drogerie, Wochenmarkt. Außerdem werden die Lebensmittel in Gruppen unterteilt, wie sie auch in den Geschäften zusammen stehen – Obst- und Gemüse, Käse- und Milchprodukte, Fleisch, Mehl und Konserven. „Wer immer im gleichen Supermarkt oder Discounter einkauft, weiß genau, wo etwas steht, und kann auch auf der Liste die Reihenfolge einhalten – so lassen sich viele unnötige Wege sparen, man geht viel zielstrebiger durch den Supermarkt. Je kürzer man sich im Markt aufhält, desto geringer ist das Risiko, sich von Angeboten verführen zu lassen“, sagt die Expertin.

Bianka Häußler
Bianka Häußler © Marianne Dämmer

Wer nur wenige Produkte brauche, solle zudem lieber einen Einkaufskorb als einen großen Einkaufswagen nehmen, denn auch der verführe, mehr einzukaufen als nötig ist.

Ein Wocheneinkauf sei meistens günstiger, als täglich oder alle zwei Tage einkaufen zu gehen, erklärt Bianka Häußler: „Als Einkaufsrhythmus ist es sinnvoll, vierteljährlich einen Großeinkauf für Dauerwaren wie Konserven, Nudeln, Waschmittel und dergleichen zu machen, einmal monatlich für haltbare Lebensmittel wie Gewürze, Tiefkühlkost und Getränke sowie zwei Mal die Woche für frische Ware“.

Rezept für Rote-Bete-Rohkost von Bianka Häußler

Zutaten für vier Personen:
250 g Rote Bete, 2 Äpfel, 60 g fettarmer Frischkäse, 150 g Joghurt 1,5 %, 10 g Meerrettich, 1 Eßl Zitronensaft, 1 Tl Jodsalz, gemahlener Ingwer

Anleitung:
Joghurt, Frischkäse, Zitronensaft und Meerrettich mit den Gewürzen zu einer Salatsauce verrühren. Die Rote Bete waschen, schälen und in die Sauce raspeln – dazu am besten Handschuhe anziehen, weil die Rote Bete sehr färbt. Die Äpfel nur gut waschen und ebenfalls in die Sauce raspeln. Eventuell nochmals abschmecken.

Energie pro Portion: 131 kcal, Fett 4,5 g, Kohlenhydrate 17 g, Protein 4,67

Wird die letzte Packung aus dem Vorratsregal genommen, wird es am besten gleich auf den Einkaufszettel notiert. Der Einkaufszettel sollte für alle Haushaltsmitglieder leicht zugänglich sein – an einem gut sichtbaren Platz, an dem alle vorbeikommen. Und es wird auf dem Zettel abgehakt, was besorgt wurde. Das geht alles auch per App.

Wer es sich einrichten kann, sollte nicht ausgerechnet dann einkaufen gehen, wenn es alle tun, und ganz wichtig: „Nie hungrig einkaufen gehen – mit knurrendem Magen landen immer viel zu viele und meistens auch ungesunde Lebensmittel im Einkaufskorb“, so die Fachfrau. „Sind Kinder dabei, gibt man ihnen notfalls ein Brötchen zum Knabbern“.

Digital mit Einkaufs-Apps

Manche mögen es lieber digital – es gibt auch Apps, die den Wocheneinkauf erleichtern. Die Krankenkasse AOK setzt unter anderem auf die App „Die Einkaufsliste“. Es gibt aber eine Vielzahl von Möglichkeiten – „man muss selbst prüfen, welche App einem am besten liegt“, sagt Bianka Häußler.

Bei der Auswahl sollte darauf geachtet werden, dass sie benutzerfreundlich ist, sich der digitale Einkaufszettel übersichtlich erstellen lässt, also möglichst nach Geschäften und/oder Lebensmittelgruppen/Kategorien. „Sortierfunktion, schnelles Hinzufügen und Abhaken sollten selbstverständlich sein, auch bei Verwendung der Spracheingabe“, sagt die Expertin aus Korbach.
Und weil oft mehrere Familienmitglieder, zum Beispiel Paare, einkaufen gehen: Mit Hilfe einer Synchronisierung sollte mit mehreren Personen oder Geräten auf der gleichen Einkaufsliste gearbeitet werden können. Läuft die Synchronisierung schnell, lässt sich sogar zusammen einkaufen gehen und jeder weiß, was der andere gerade eingesammelt hat. Allerdings ist während des Teilens und Synchronisierens Datenvolumen nötig – meist jedoch auch nur dann.

„Bei kostenlosen Apps muss mit Werbung gelebt werden; es ist häufig aber auch möglich, durch einen einmaligen Kauf der App die Werbung zu entfernen“, erklärt Bianka Häußler. Weil jeder seine eigenen Vorlieben hat, sei es sinnvoll, eine kostenlose App erstmal herunterzuladen und eine Weile damit zu arbeiten.

Entspricht sie den eigenen Vorstellungen, kann sie immer noch gekauft werden. „Manchmal ändert sich das Bedürfnis nach einer Weile wieder, welche Funktionen vorhanden sein sollen – das muss man einfach immer wieder überprüfen“. Auch viele Supermärkte und Discounter haben eigene Apps entwickelt. Während die Einkaufslisten auf diesen Apps meist einfach gestaltet sind, werden Sonderangebote aufgelistet, Gutschein-Coupons und Rabattsammeln oft angeboten, außerdem kann mit der App an der Kasse auch gezahlt werden. Bei der Wahl der App sollte kritisch bedacht werden, dass die Privatsphäre mitunter nicht gewahrt bleibt, wenn personenbezogene Daten weitergegeben werden müssen.  (Von Marianne Dämmer)

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