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Massenhäuser „Hühnerbaron“ kümmert sich um alte Obstsorten und Hühnerrassen

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Von: Marianne Dämmer

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Viele verschiedene Hühnerrassen hat Andreas Karl Böttcher in seinem Gehege in Massenhausen versammelt. Sie kommen gut miteinander aus.
Viele verschiedene Hühnerrassen hat Andreas Karl Böttcher in seinem Gehege in Massenhausen versammelt. Sie kommen gut miteinander aus. © Marianne Dämmer 

Prinz Albrecht von Preußen und Kaiser Wilhelm, Berta und Beethoven – das eine sind ganz alte Apfelsorten, das andere die Namen eines weißen Sussex-Huhns und einer Holländischen Zwerghaube. Alle – und noch viele mehr – haben Andreas Karl Böttcher und seine Lebensgefährtin Marion Schüttler in Massenhausen im Laufe des vergangenen Jahres um sich geschart.

Alte Obstsorten und alte Hühnerrassen in den Mittelpunkt zu rücken, ist ihr Ziel.

Auf zwei größeren Grundstücken, die ihnen zur Verfügung stehen, haben sie alte Obstbaumsorten angepflanzt und in einem Gehege alten und zum Teil seltenen Hühnerarten Platz geboten. In mehreren selbst gebauten Hühnerhäusern sind sie nachts geschützt aufgehoben – und obwohl alle vollkommen unterschiedlich sind, kommen sie gut miteinander aus.

Der Winterapfel „Königlicher Kurzstiel“ wurde bereits 1565 in einem Verzeichnis aufgeführt, Kaiser Wilhelm um 1864 entdeckt, „Freiherr von Berlepsch“ stammt aus dem Jahr 1880 und die „Biesterfelder Renette“ wurde um 1850 gezüchtet – sie gehören zu den Apfelsorten, die ein Hanggrundstück zieren. Damit Radler und Wanderer, die den Wanderweg nutzen, auch erkennen, was sie dort sehen, hat er eigens Schilder aus Metall anfertigen lassen. Auch die Birnensorten „Frühe von Trevoux“ und „Conference“ sowie die Ortenauer Zwetsche und die Pflaume „Sanctus Hubertus“ gehören zur Auswahl, die sie mithilfe von Experten getroffen haben. Damit wird die Selbstversorgung mit Obst gesichert sein, wenn die Bäume erst einmal ausreichend gewachsen sind.

Flauschige Federkleid: Andreas Karl Böttcher mit der Holländischen Zwerghaube „Beethoven“.
Flauschiges Federkleid: Andreas Karl Böttcher mit der Holländischen Zwerghaube „Beethoven“. © Marianne Dämmer 

Genügend Eier haben sie nun auch, dafür sorgen mehr als zwei Dutzend Hühner. Allerdings legen die alten Rassen normalerweise eher wenig, alle zwei bis drei Tag ein Ei – „dafür tun sie das bis zu ihrem Lebensende, also ungefähr acht Jahre“, erklärt Andreas Karl Böttcher.

Aus dem Freilichtmuseum in Detmold haben sie einen „Goldenen westfälischen Totleger“ bekommen. „Der Junghahn hat sich nicht mit den Althahn vertragen und sie haben einen Abnehmer gesucht“, erklärt Andreas Karl Böttcher. Dazu ist nun noch ein Huhn der gleichen Rasse gekommen, um sie zu züchten. „Allerdings soll eine Zucht bei dieser Rasse schwierig sein, weil es um den Bruttrieb (Rote Liste) nicht sehr gut bestellt ist – mal sehen, ob es gelingt“. Seinen Name verdankt der Westfälische Totleger seiner guten Legeleistung – hat ein Huhn genügend Platz und fühlt es sich wohl, legt es bis zu 180 Eier im Jahr.

Gesellschaft hat der Totleger unter anderem von einem Seidenhuhn, das Dorli getauft wurde, dem Pekinghuhn Luise und der Holländischen Zwerghaube, die sie Beethoven getauft haben. Grün- und Blauleger, ein Vorwerkhuhn, ein Königsberger Grau Blau, eine Zwerg-Wyandotte, ein Lachshuhn, ein Houdan-Huhn, Bielefelder Kennhuhn, ein Paduaner und ein Weißes Sussex-Huhn gehören ebenfalls zu dem munteren Haufen. Alle wurden von Züchtern aus dem Delbrücker Land erstanden.

Die Sammlung von alten Obstbaumsorten soll langsam wachsen.
Die Sammlung von alten Obstbaumsorten soll langsam wachsen. © Marianne Dämmer

Außerdem gibt es noch sechs Wachteln, darunter ein Männchen, die allerdings in einem eigenen Gehege leben. In mehreren Ställen, die abends geschlossen werden, finden sie Unterschlupf, ein Metallgehege schützt vor dem Fuchs.

„Sie wissen alle, wo ihr Platz ist“, sagt Andreas Karl Böttcher. Neben einem speziellen Körner-Mix erhalten sie jeden Tag auch frisches Gemüse und Obst.

Wenn die Massenhäuser am kommenden Sonntag, 22. Mai, von 10 bis 17 Uhr zum „Erlebnisflohmarkt“ in ihren Stadtteil einladen, beteiligen sich Andreas Karl Böttcher und Marion Schüttler mit einem „Tag des offenen Gatters“ in der unteren Thielestraße. Dann darf die bunte Hühnerschar in Augenschein genommen werden.

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