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Wohnmobil-Betrug: Sechs Jahre Haft für 62-Jährigen aus Waldeck-Frankenberg

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ARCHIV - Der Schwurgerichtssaal des Landgerichts in Kassel (Hessen), aufgenommen am 16.01.2015.
Wegen gewerbsmäßigen Betrugs und vorsätzlicher Insolvenzverschleppung verurteilte die Zweite Strafkammer des Landgerichts Kassel den 62-jährigen angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren. © Symbolbild: Uwe Zucchi

„Alles, was passiert ist, tut mir leid, ich entschuldige mich.“ Das sagte vor dem Landgericht Kassel ein 62-jähriger Mann aus Waldeck-Frankenberg, der zusammen mit seiner früheren Mitgeschäftsführerin (51) angeklagt war.

Waldeck-Frankenberg – Wegen gewerbsmäßigen Betrugs und vorsätzlicher Insolvenzverschleppung verurteilte ihn die Zweite Strafkammer des Landgerichts am dritten Verhandlungstag zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren. In dem Prozess ging es, wie bereits berichtet, um betrügerische Geschäfte mit Wohnmobilen und Wohnwagen. Die dritte Verhandlung dauerte über siebeneinhalb Stunden.

Drei Jahre lang darf der Mann kein Geschäft führen und kaufmännisch nicht tätig werden. Die Frau wurde zu einer Freiheitsstrafe von elf Monaten verurteilt, die auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Außerdem muss sie 900 Euro an den Verein Soziale Hilfe in Kassel zahlen. Sie ist jetzt in der Altenpflege tätig.

Dem Familienvater war vorgeworfen worden, mit 42 Straftaten einen Gesamtschaden von rund 380.000 Euro angerichtet zu haben. Ursprünglich waren 58 Straftaten angeklagt und der Schaden mit fast einer halben Million Euro beziffert worden. Das fünfköpfige Gericht unter Vorsitz von Matthias Besson hatte auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Teil der Verfahren eingestellt.

Beschuldigte legten Geständnis ab

Bereits am zweiten Verhandlungstag hatten die beiden Beschuldigten über ihre Verteidiger ein umfassendes Geständnis abgelegt. Das hat nach den Worten des Richters dazu geführt, dass man das Verfahren „etwas verschlanken“ konnte. Durch die Geständnisse sei dem Gericht die Vernehmung von 100 bis 130 Zeugen erspart geblieben, sagte der Richter. Ursprünglich waren bis 19. Mai zehn Termine angesetzt. Auch am dritten Prozesstag ging man in mehr als siebeneinhalb Stunden jedem Detail auf den Grund.

Der Staatsanwalt hatte für den Angeklagten eine Strafe von sechs Jahren und zwei Monaten beantragt, für die angeklagte Frau elf Monate Freiheitsstrafe sowie eine Geldauflage von 1500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung.

Der Angeklagte habe „aufrichte Reue“ gezeigt und ein umfassendes Geständnis abgelegt. „Er hatte das Sagen, sie war eine reine Strohfrau“, beschrieb der Staatsanwalt die Rolle der beiden. Er sprach von einem Betrugssystem und einer wirtschaftlich desolaten Situation des Unternehmens.

Von Manfred Schaake

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