Wohnungen durchsucht

Verbot der rechtsextremen „Wolfsbrigade 44“: Neonazi aus Korbach im Visier der Sicherheitsbehörden

Der „Präsident“ der jüngst verbotenen rechtsextremen Vereinigung „Wolfsbrigade 44“ kommt aus Korbach. Seine Wohnung wurde jetzt durchsucht.

  • Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die rechtsextreme Vereinigung „Wolfsbrigade 44“ verboten.
  • Ein Großteil der Mitglieder ist in Hessen beheimatet.
  • Der „Präsident“ der Vereinigung stammt aus Korbach.

Korbach – Im Zuge des von Bundesinnenminister Horst Seehofer verfügten Verbots und der damit verbundenen Auflösung des rechtsextremen Vereins „Sturmbrigade/Wolfsbrigade 44“ befindet sich auch ein Mann aus Korbach im Visier der Sicherheitsbehörden.

Wie das ARD-Hauptstadtstudio berichtet, handelt es sich bei dem Anführer und „Präsidenten“ der Gruppe, die sich auch „Wolfsbrigade 44“ nennt, um „Daniel K. aus Korbach“. Er soll auch Mitglied der Rechtsrockband „Sturmrebellen“ sein.

Mehrheit der Mitglieder der verbotenen „Wolfsbrigade 44“ stammt aus Hessen

Wie berichtet, wurden am Dienstag mehr als 20 Wohnungen durchsucht, 18 davon in Hessen. Dort sind die meisten – nämlich acht – Mitglieder der „Wolfsbrigade 44“ beheimatet, teilt das Hessische Innenministerium gegenüber dem ARD-Hauptstadtstudio mit. Nach Informationen unserer Zeitung wurde auch ein Objekt in Usseln durchsucht.

Aber auch in Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern gab es Durchsuchungen. Drei Objekte wurden im Hochsauerlandkreis unter die Lupe genommen – eins in der Kernstadt von Medebach und zwei in der Kernstadt von Winterberg. Die zehn Beamten der Landespolizei NRW und ein Diensthund waren früh auf den Beinen. Um 5 Uhr klingelten sie an den Haustüren und durchsuchten die Wohnungen.

„Wolfsbrigade 44“: Wohnungen auch in NRW durchsucht

„In NRW geht es um zwei Personen. Einer ist Vorstandsmitglied, Vizepräsident und Schatzmeister dieser Vereinigung“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul. Es seien auch Drogen sichergestellt worden. Das Bundesinnenministerium spricht bei den bundesweiten Durchsuchungen von Waffenfunden. Entdeckt worden seien Einhandmesser, Armbrust, Bajonett und Machete sowie Hakenkreuze, Fahnen und Speichermedien.

Die Vereinigung ist insgesamt nicht groß – ihr werden im Kern elf Mitglieder zugerechnet, die alle als überzeugte Rechtsextremisten gelten und in der Szene fest verwurzelt sind. Bereits im Juli 2019 hatte es im Zuge eines Ermittlungsverfahrens der Bundesanwaltschaft Durchsuchungen bei Mitgliedern der Vereinigung gegeben. Die Spur führte auch zu Wohnungen in Meineringhausen, Berndorf und Korbach.

Demonstration gegen Rechts: Das Bundesinnenministerium hat den Verein „Sturmbrigade 44/Wolfsbrigade 44“ verboten. Mitglieder der Gruppierung kommen auch aus Waldeck-Frankenberg.

Hintergrund: Die Vereinigung „Wolfsbrigade 44“ gilt als gewaltbereit 

Die Neonazi-Vereinigung „Sturmbrigade 44“ nennt sich auch „Wolfsbrigade 44“. Die Zahl steht für „DD“ (Division Dirlewanger der Waffen-SS). Die Division ging 1945 aus der SS-Sturmbrigade des Truppenführers Oskar Dirlewanger hervor, der viele Kriegsverbrechen befahl.

Die Bundesanwaltschaft ermittelt seit 2018 gegen Mitglieder der Gruppierung wegen Verdachts der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Laut Bundesinnenministerium stellt sich die gewaltbereite Gruppe bewusst in die Tradition des Nationalsozialismus. (Philipp Daum und Thomas Winterberg)

Ebenfalls verboten bleibt die auch in Nordhessen aktive rechtsextreme Gruppe „Combat 18“* - das hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig im September 2020 entschieden. Einer der Köpfe der Neonazi-Organisation „Combat 18“ soll ein Neonazi aus Kaufungen* (Kreis Kassel) sein. *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa

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