Gebäude in der Fußgängerzone soll im Frühjahr abgerissen werden

Woolworth sucht in Korbach für Übergangszeit neue Räume

Das Woolworth-Gebäude in der Korbach Fußgängerzone soll in diesem Frühjahr abgerissen werden. Für die Neubauphase wird ein Ersatzstandort gesucht.
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Soll noch in diesem Frühjahr abgerissen werden: Woolworth sucht noch nach einem Ersatzstandort.

Der Abriss des Woolworth-Komplexes in der Bahnhofstraße soll in diesem Frühjahr starten. Doch das Kaufhaus hat noch immer keinen Ersatzstandort für die Zeit bis zur Fertigstellung des Neubaus gefunden.

Korbach – Ein geplanter Umzug ins ehemalige Expert Medialand ist am Baurecht gescheitert. „Leider wurde unser geplanter Ersatzstandort in der Briloner Landstraße von den zuständigen Behörden nicht genehmigt. Das ist besonders ärgerlich, da der Mietvertrag für die Fläche bereits unterschrieben war und wir entsprechend mit den Planungen für die Neueröffnung begonnen hatten“, erklärt Unternehmenssprecher Roland Rissel unserer Zeitung.

Ziel sei weiterhin, den Verkauf in Korbach an einem Ersatzstandort fortzuführen. Rissel: „Unsere Mitarbeiter würden dann idealerweise dort weiterbeschäftigt.“ Derzeit sei Woolworth noch aktiv auf der Suche und offen für Angebote. Die Kaufhauskette sucht eigenen Angaben nach eine Fläche in der Größe von 500 bis 2000 Quadratmetern plus 100 bis 200 Quadratmetern Nebenfläche, möglichst im Erdgeschoss und in einer guten Einkaufslage. Das aber dürfte in Korbach schwierig werden.

Woolworth sucht in Korbach Räume: Geeignete Flächen derzeit nicht verfügbar

Bürgermeister Klaus Friedrich erklärt: „Natürlich haben wir im Vorfeld auch versucht, im Innenstadtbereich eine alternative für Woolworth zu finden. Jedoch in der benötigten Größenordnung sind derzeit Flächen nicht verfügbar.“ Eine Alternative sei, die Übergangszeit durch einen Zeltverkauf zu überbrücken. Zwar gibt es mit dem ehemaligen Expert Medialand eine von der Größe her passende Immobilie – der Bebauungsplan für die Briloner Landstraße erlaubt hier aber nur „zentrenunschädlichen Einzelhandel“. Was dort verkauft werden darf, definiert die sogenannte „Korbacher Liste“. Demnach sind in der Peripherie beispielsweise Bau-, Möbel- oder Teppichmärkte zulässig, nicht jedoch Modeläden oder Juweliere. Die „Beliebigkeit von Einkaufszentren außerhalb des Stadtkerns“ werde damit unterbunden, erläutert Friedrich das dahinterstehende Prinzip: „Ein wichtiger Grundsatz der städtebaulichen Entwicklung ist der Schutz und die Aufrechterhaltung der Attraktivität unserer Innenstadt.“

Auch Woolworth fällt mit seinem Sortiment durchs Raster – zumal für den Standort „Medialand“ laut Bürgermeister im Bebauungsplan explizit ein Elektrofachmarkt vorgesehen ist. Das Kreisbauamt als zuständige Bauaufsichtsbehörde hat deshalb den Umzug des Kaufhauses ins Medialand nicht genehmigt. Zwar würde die Stadt sich einer vorübergehenden Nutzungsänderung nicht entgegenstellen, allerdings widerspreche dies dem geltenden Planungsrecht und könne somit nicht vom Kreisbauamt als zuständige Bauaufsichtsbehörde genehmigt werden, so Friedrich. Übergangsregelungen seien nicht vorgesehen und Ausnahmen nicht möglich, weil sie nicht rechtssicher seien und Mitbewerbern den Klageweg eröffnen würden, sagt der Bürgermeister.

Woolworth sucht in Korbach Räume: Gespräche mit Vermieter

Einen Antrag des Immobilienbesitzers auf eine Änderung des Bebauungsplans lehnte der Magistrat ab. Zum einen würde das Verfahren mit Gutachten, Offenlegung und Abstimmungen in den Gremien ein bis eineinhalb Jahre dauern und käme damit zu spät für Woolworth, erläuterte Friedrich. Zum anderen schaffe eine Änderung des Bebauungsplans langfristig Fakten und nicht nur für einen Übergangszeitraum. Das würde allerdings die städtebaulichen Ziele Korbachs ad absurdum führen. Woolworth führt unterdessen noch Gespräche mit dem Vermieter in der Bahnhofstraße: Der Zeitraum zwischen der Aufgabe des aktuellen Standortes und der Neueröffnung der Ersatzfläche solle möglichst fließend sein, sagt Unternehmenssprecher Roland Rissel: „Unser Ziel ist es, die aktuelle Fläche möglichst so lange nutzen zu können, bis wir Klarheit über den gewünschten Ersatzstandort haben.“

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