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Zahl der Arbeitslosen in Waldeck-Frankenberg ist auch im August gestiegen

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Die Arbeitsagentur in Göttingen
Zum dritten Mal in Folge ist die Zahl der Arbeitslosen in in Waldeck-Frankenberg gestiegen. © Bernd Schlegel

Zum dritten Mal in Folge ist die Zahl der Arbeitslosen in in Waldeck-Frankenberg gestiegen.

Waldeck-Frankenberg – Im August waren bei der Korbacher Agentur für Arbeit 3672 Männer und Frauen auf Jobsuche gemeldet, das sind 310 oder 9,2 Prozent mehr als im Juli und 578 oder 18,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote steigt um 0,3 Punkte auf 4,2 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 3,5 Prozent gelegen.

Einen ähnlichen Trend gibt es im gesamten Agenturbezirk, zu dem die Kreise Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder gehören. Da waren im August 7745 Arbeitslose gemeldet, 531 Betroffene oder 7,4 Prozent mehr als im Juli, ein deutlicher Anstieg. Gegenüber dem August vorigen Jahres sind es sogar 1138 oder 17,2 Prozent mehr. Die Quote steigt ebenfalls um 0,3 Punkte auf 4,2 Prozent – im August 2021 lag sie bei 3,5 Prozent.

Der Blick auf die Lage in den drei Geschäftsstellen im Kreis:

Mehr Flüchtlinge aus der Ukraine betreut

Wie in den vorigen Monaten mache sich der Anstieg besonders in den Jobcentern bemerkbar, wo seit Anfang Juni die Flüchtlinge aus der Ukraine betreut würden, erklärt der Leiter der Korbacher Agentur für Arbeit, Uwe Kemper. Bei der Arbeitslosenversicherung lägen die Zahlen im üblichen Rahmen. „Wir sehen zum Beispiel einen Anstieg bei den Jüngeren: Das ist im Sommer nicht ungewöhnlich, weil die Schul- oder Ausbildungszeit endet.“ Dann melden sich Jugendliche arbeitslos, bis sie im Herbst eine Ausbildung oder ein Studium beginnen.

Ein Zuwachs von mehr als zehn Prozent sei hingegen bei den Beziehern von Grundsicherung zu verzeichnen. Die beiden Jobcenter im Bezirk verzeichnen 452 Betroffene mehr als im Juli und 1289 mehr als im August 2021. Der Anstieg falle untypisch hoch aus. Bedingt sei er aber durch den Wechsel der ukrainischen Flüchtlinge in die Betreuung der Jobcenter, urteilt Kemper. „Insgesamt zeigt sich der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk weiter robust“, betont er.

Blick auf die Zahlen in den einzelnen Gruppen im Agenturbezirk:

Die beiden „Rechtskreise“

Die Agentur für Arbeit kümmert sich um Bezieher von Arbeitslosengeld. Da waren im August im Agenturbezirk 2799 Menschen arbeitslos gemeldet, 79 mehr als im Vormonat und 151 weniger als vor einem Jahr.

Die Jobcenter betreuen Menschen in der Grundsicherung. Bei ihnen waren 4946 Arbeitslose registriert, 452 mehr als im Juli und 1289 mehr als im August 2021.

Weniger offene Stellen gemeldet

Die Zahl der offenen Stellen im Agenturbezirk ist im August um 364 auf 3023 gesunken, ein Rückgang um 10,7 Prozent. Es sind zudem 857 Jobangebote weniger als vor einem Jahr, ein Minus von 22,1 Prozent. Rückläufig ist auch die Zahl der neu gemeldeten Stellen: Seit Jahresanfang waren es 5585, im gleichen Zeitraum 2021 waren es 1200 mehr.

Der Stellenbestand im Kreis sinkt um 124 auf 1536. Im Jahresvergleich bedeutet das einen Rückgang um 677 Stellen. 

Seit Jahresanfang seien der Agentur 1200 Stellen weniger gemeldet worden als in den ersten acht Monaten des Vorjahres, berichtet Kemper. Damals habe in Erwartung eines Corona-freien Sommers großer Optimismus geherrscht, außerdem sei der Stellenbestand zu Beginn der Pandemie deutlich zurückgegangen. 

Der deutliche Rückgang der neu gemeldeten freien Stellen gegenüber dem Vorjahr könne ein Hinweis darauf sein, dass die Unternehmen vorsichtiger auf die globalen Krisen reagierten, sagt Kemper. Dennoch biete der heimische Arbeitsmarkt mit aktuell 3023 Stellen weiter gute Chancen für Jobsuchende. Außerdem habe sich die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze erhöht.

Noch 875 Lehrstellen unbesetzt

Erhöht habe sich die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze, berichtet der Leiter der Agentur für Arbeit, Uwe Kemper: „Die Betriebe haben in diesem Jahr deutlich mehr Stellen gemeldet, aber es mangelt an Bewerberinnen und Bewerbern für eine Ausbildung.“ Derzeit stünden im Agenturbezirk 256 unversorgten Bewerbern noch 875 offene Lehrstellen gegenüber. Das Ausbildungsjahr habe zwar am 1. August begonnen, aber es könnten weiterhin Ausbildungsverträge geschlossen werden.

Kemper hebt erneut den Wert einer dualen Ausbildung hervor: „Damit legen junge Menschen einen soliden Grundstein für ihre berufliche Zukunft in einer zunehmend digitalisierten und automatisierten Arbeitswelt.“ Qualifizierte Fachleute werden in den Betrieben weiter gesucht. red/-sg-

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