Zahnarzt Schnetzler geht in Ruhestand - Nachfolgerin schon da

Ein wenig Wehmut, aber auch Freude: Zahnarzt Harald Schnetzler, der 38 Jahre lang in Battenberg für Zahngesundheit sorgte, setzt sich zur Ruhe mit der Gewissheit, dass seine Praxis durch die Kollegin Christine Prüter fortgeführt wird. Foto: Völker

Battenberg. Zum Jahresende wird sich in Battenberg nicht nur Apotheker Gerhard Grabowski aus dem aktiven Gesundheitsdienst verabschieden (HNA berichtete), sondern auch Zahnarzt Harald Schnetzler, der 38 Jahre lang in der Bergstadt und der Region viele Patienten versorgt und in den örtlichen Kindergärten vorbeugend für Zahngesundheit geworben hat.

Beide kennen sich seit gemeinsamer Jugendzeit, nahmen in Battenberg gleichzeitig ihre berufliche Tätigkeit auf und sind jetzt vor allem über eines froh: Beide haben Nachfolgerinnen gefunden.

Zahnarzt Harald Schnetzler, 69 Jahre alt, hat bereits vor Jahren begonnen, nach Zahnmedizinern Ausschau zu halten, die einmal seine Praxis übernehmen würden. Damals galt noch das Gesetz, dass Ärzte und Zahnärzte nur bis zum Alter von 68 Jahren arbeiten dürfen - inzwischen vom Gesetzgeber angesichts des Ärztemangels längst aufgehoben.

Im September dieses Jahres ergab es sich dann, dass sich eine Kollegin für den Vertragszahnarztsitz in Battenberg interessierte. „Ich freue mich sehr, dass die Zahnärztin Christine Prüter, zuletzt tätig in Krefeld, am 1. Januar 2016 meine Praxis übernehmen und weiter führen wird“, gab Schnetzler jetzt seinen Patienten bekannt.

Damit wird eine langjährige Tradition zahnärztlicher Versorgung in Battenberg aufrecht erhalten: Seit jeher gibt es dort zwei Praxen. Eine davon übernahm 1935 Dr. Erich Frommhold, der in der Burgbergstraße 4 bis 1980 wirkte. Er verstarb 1982. Sein Schwiegersohn Harald Schnetzler hatte sich nach zweijähriger Assistenzzeit bei ihm bereits im Oktober 1977 mit einer eigenen Praxis selbstständig gemacht.

Schnetzler war neben seiner Praxistätigkeit auch in der Gruppenprophylaxe (vorbeugende Zahngesundheitsförderung) in drei Kindergärten des Stadtgebiets aktiv, eine Aufgabe, die auch andere hessische Zahnärzte flächendeckend übernehmen. „Wir sind dazu da, Zähne erst gar nicht erkranken zu lassen“, sagt Schnetzler. Er organisierte mit seinem Praxisteam und den Erzieherinnen über Jahre Elternabende, Praxisbesuche der Sechsjährigen, Putztraining, Ernährungs- und Erzieherinnenberatung. „Dass heute sehr viel Schulkinder absolut kariesfreie Gebisse haben, ist nicht zuletzt ein Erfolg der hessischen Kindergartenpaten“, zieht er Bilanz.

Auch die Betreuung der Senioren in den Battenberger Alteneinrichtungen lag ihm am Herzen. Überhaupt habe es ihm stets Freude bereitet, dass die Patientenbindung zum Zahnarzt meistens sehr eng war. „Es gibt, wie auf dem Land üblich, Familien, die ich über vier Generationen behandelt habe und die auch vorher schon Patienten meines Schwiegervaters waren“, sagt der scheidende Zahnarzt. „Für diese langjährige Treue möchte ich mich herzlich bedanken.“

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