Zeit schenken in letzter Lebensphase

Bad Wildunger Hospizverein sucht neue Helfer

Begleiten auf dem letzten Lebensweg: Der Hospizverein sucht Interessierte, die sich zu Hospizhelfern ausbilden lassen.
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Begleiten auf dem letzten Lebensweg: Der Hospizverein sucht Interessierte, die sich zu Hospizhelfern ausbilden lassen, um die Arbeit des Vereins zu unterstützen.

Der Hospizverein steht seit über zwei Jahren auf eigenen Füßen und will seine Arbeit noch professioneller angehen.

  • Auch in Zeiten der Kontaktbeschränkerung begleiten Hospizhelfer schwer kranke und sterbende Menschen in Bad Wildungen zu Hause und in Pflegeeinrichtungen.
  • Der Hospizverein sucht neue Interessenten, die sich in Kursen ausbilden lassen mit dem Ziel, die Vereinsarbeit zu unterstützen.
  • Der Hospizverein in Bad Wildungen will sich noch professioneller ausrichten und die Stelle eines hauptamtlichen Koordinators oder einer Koordinatorin besetzen.

Bad Wildungen – Ziel ist es, bald die Stelle eines hauptamtliche Koordinators oder einer Koordinatorin zu besetzen, um die ehrenamtlichen Sterbebegleiter zu entlasten.

Seit 2007 begleiten Hospizhelfer und -helferinnen schwerkranke und sterbende Menschen in Bad Wildungen zu Hause und in Pflegeeinrichtungen. Die ehrenamtlichen Helfer wurden dafür in Kursen qualifiziert. Geschult und reflektiert werden die persönlichen Fähigkeiten, Bedürfnisse der kranken Menschen wahrzunehmen, ihnen geduldig zuzuhören und ihnen und ihren Angehörigen vor allem Zeit zu schenken.

Kurs für angehende Hospizhelfer

Auch während der Einsätze werden Fortbildungen angeboten über Themen wie Trauerarbeit mit Kindern und Jugendlichen, ethische Erwägungen beim Legen einer Magensonde bei Demenzkranken, Biographiearbeit mit schwerkranken Patienten, sie besichtigen Hospize in der Umgebung und haben Gespräche mit Bestattungsunternehmern.

In Kooperation mit dem ökumenischen ambulanten Hospizverein Korbach werden zur Zeit wieder neue Hospizhelfer ausgebildet. Aus beruflichen und persönlichen Gründen scheiden immer wieder Helfer aus. „Wir sind über jeden froh, der sich dieser Aufgabe stellen will“, sagt Christine Goebel, die seinerzeit gemeinsam mit Ingeborg Sauerwein die Hospizbewegung in Bad Wildungen initiiert hatte. Willkommen sind neue Mitglieder und Sponsoren, denn der Verein ist auf Spenden angewiesen, um die Aufgaben zu erfüllen.

Hospizdienst bietet Zeit und Ruhe für die letzte Lebensphase

Mitarbeiter des Hospizdienstes begleiten im häuslichen Umfeld häufig onkologische Patienten, die aus dem Krankenhaus entlassen werden. „Dabei erleben wir oft, dass die Angehörigen die Pflege bis zur Erschöpfung selbst übernehmen wollen und nur schwer Unterstützung von außen annehmen können.“

Durch ein palliatives Pflegeteam kann auch der Hospizdienst einbezogen werden. Die Ehrenamtlichen bringen Zeit und Ruhe für die Sterbenden und die Bezugspersonen mit, hören zu, ordnen und filtern Probleme und wollen so mit Pflegedienst und Ärzten einen erträglichen Rahmen für die letzte Lebensphase zu Hause bieten.

Hospizhelfer entlasten auch das Pflegepersonal

Im häuslichen Bereich werde der Hospizdienst leider nur zögerlich angefragt. „Es bestehen hier anscheinend Vorbehalte, in dieser sensiblen Situation fremde Menschen einzubeziehen“, mutmaßt Goebel. Positiv seien die noch vorhandenen Familienstrukturen im ländlich geprägten Raum, die den Einsatz von Hilfen nicht so erforderlich erscheinen lassen.

Auch in Pflegeeinrichtungen unterstütze der Hospitzdienst. Mitarbeiter sitzen am Bett, hören zu und können, wenn möglich, in Gesprächen letzte Wünsche erfahren oder zusammen beten. „Manchmal ist es schwierig, als Fremder einen guten Kontakt zu den kranken Bewohnern zu finden. Da ist es wichtig, vom Pflegepersonal oder den Angehörigen Informationen aus dem Leben der Betreffenden zu erhalten.“

Für Bezugspersonen, die nicht oft vor Ort sein können, sei es hilfreich zu wissen, dass jemand Zeit für den Kranken hat. Die Gespräche mit den Angehörigen können für diese sehr befreiend sein, weiß Goebel. Und das Pflegepersonal könne auf diese Weise auch entlastet werden.

Büro des Hospizvereins im Mehrgenerationenhaus in Bad Wildungen

Auch in Zeiten der Coronakrise mit Besuchseinschränkungen kann der Hospizdienst unter Vorsichtsmaßnahmen eingesetzt werden. Die Mitarbeiter stehen jederzeit für Gespräche zur Verfügung. Das Büro des Hospizvereins befindet sich im zweiten Stock des Mehrgenerationenhauses. Über die Telefonnummer 0152/27529160 (Gabriele Gutheil-Mombrei) kann ein Gesprächstermin vereinbart werden.

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