Amtsgericht verurteilt 24-Jährigen

Mit Eisenstange ins Gesicht geschlagen: 26 Monate Haft für Mann aus dem Frankenberger Land

Justitia-Figur vor strahlend blauem Himmel
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Gericht - Symbolbild

Weil er einen Bekannten mit einer Eisenstange unter anderem ins Gesicht geschlagen und schwer verletzt hat, soll ein 24-Jähriger aus dem Frankenberger Land gemäß eines Urteils des Marburger Amtsgerichts für zwei Jahre und zwei Monate ins Gefängnis.

Frankenberger Land - Laut Anlage drang der Mann am 29. August 2019 über die geöffnete Terrassentür in die Wohnung des 59-Jährigen ein, der mit dem Besuch nicht rechnete. Nach kurzem Streit habe er dann mit der etwa 50 Zentimeter langen Waffe unvermittelt auf Kopf und Körper seines Opfers eingeschlagen.

Zwei ausgeschlagene Schneidezähne, Platzwunden, Prellungen und eine angebrochene Nase waren die Folge. Zuletzt habe er sein am Boden liegendes Opfer noch getreten und bespuckt und sei mit den Worten: „Freund, wenn du dich rührst, komme ich wieder, und vergiss das mit den Bullen.“

Über seinen Verteidiger Sascha Marks gestand der Angeklagte die Tat an sich, sagte aber sonst nichts. „Es ist so gewesen und auch nichts zu beschönigen“, erklärte der Anwalt für seinen Mandanten.

„Das war nicht er, das war eine Bestie“, betonte der Geschädigte, der eigenen Angaben nach mit dem Angeklagten bis dahin gut befreundet war. „Der war wie von Sinnen, ich dachte, er schlägt mich tot.“ So habe er den jungen Mann zuvor noch nie erlebt.

Der Zeuge mutmaßte, dass hinter dem unvermittelten Angriff sein Vermieter steckte, der ihn loswerden wollte. Im Mai 2020 habe ihm dessen „Handlanger“ noch einmal schwer zugesetzt. Knochenbrüche und ein Krankenhausaufenthalt seien die Folge gewesen. Mit dieser Tat kann der Angeklagte keinesfalls etwas zu tun haben, saß er doch bereits eine Haftstrafe aus einer früheren Verurteilung und widerrufener Bewährung ab.

„Motivation bleibt im Dunkeln“

Was hinter der Tat vom August 2019 stand und ob der Vermieter etwas damit zu tun hatte, blieb im Verfahren unbeantwortet. „Irgendwas muss da vorgefallen sein“, befand der vorsitzende Richter, Thomas Rohner, am Ende der Verhandlung. „Aber die Motivation des Angeklagten und sein Zustand an diesem Abend bleiben im Dunkeln.“

In der Argumentation folgte das Gericht jedoch weitgehend Staatsanwältin Janina Schwab, die von einem geplanten Vorgehen ausging. Schließlich habe der Täter die Eisenstange bereits mitgebracht. Die Staatsanwältin forderte drei Jahre Gefängnis. „Der Zeuge und auch Sie haben Glück gehabt, dass nicht mehr passiert ist“, betonte Schwab. Denn die Schläge mit der Eisenstange seien potenziell lebensbedrohend gewesen.

Tötungsabsicht nicht nachzuweisen

Richter Rohner verwies darauf, dass ursprünglich sogar von einem versuchten Tötungsdelikt ausgegangen wurde, dem Mann aber eine Tötungsabsicht letztlich nicht nachzuweisen war. So blieb es bei der Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchter Nötigung. Die Polizei war schließlich doch informiert worden.

Auf eine bewährungsfähige Strafe von höchstens 1,5 Jahren plädierte Verteidiger Marks – letztlich erfolglos. Er ging davon aus, dass sein Mandant vor den Schlägen provoziert worden sei: „Es war ein einmaliges Ereignis.“ Bewährung sei möglich, weil sein Mandant zwar vorbestraft sei, Körperverletzungen und Gewalt jedoch nur einmal vor vielen Jahren vorgekommen seien.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.  

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