Ziel: Personennahverkehr zwischen zwei Landkreisen verbessern

Setzen sich für eine Verbesserung der ÖPNV-Verbindungen zwischen Waldeck-Frankenberg und Marburg-Biedenkopf ein: (von links) Rainer Opper, Erich Kirchhainer, Lothar Koch, Christian Klein, Marburgs Erster Beigeordneter Marian Zachow, Dirk Junker, Alf Höfer und Karl-Friedrich Frese. Foto: Hoffmeister

Über Verbesserungsmöglichkeiten des Öffentlichen Personennahverkehrs im Grenzgebiet zwischen Waldeck-Frankenberg und Marburg-Biedenkopf ging es bei einem Gespräch in Battenberg.

Battenberg/Marburg. Der Vize-Landrat des Nachbarkreises Marburg-Biedenkopf, Marian Zachow, brachte die Sache gleich auf den Punkt: „Wir sind die Leidtragenden zweier Verbünde.“ Gemeint sind der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) auf der einen und der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) auf der anderen Seite. Während der Bahn- und Busverkehr in Ballungsräumen wie Frankfurt oder Kassel gut funktioniert, ergeben sich im Waldeck-Frankenberger Grenzgebiet bisweilen skurrile Zustände, wie der Battenberger Bürgermeister Christian Klein an einem Beispiel verdeutlichte: „Wer eine Eintrittskarte für die Frankfurter Eintracht kauft, muss von Battenberg bis Münchhausen zahlen und fährt danach 100 Kilometer gratis.“ Die Fußball-Eintrittskarte gilt im Bereich des RMV als Fahrkarte.

Mitglieder der CDU-Kreistagsfraktion haben sich am Dienstagnachmittag in Battenberg getroffen, um mit dem Ersten Beigeordneten des Kreises Marburg-Biedenkopf, Marian Zachow, Verbesserungsmöglichkeiten der ÖPNV-Verbindungen beider Landkreise auszuloten.

Zachow sprach sich dafür aus, den „gordischen Knoten der Tarifierung zu zerschlagen“. Es sollte künftig möglich sein, eine Fahrkarte von Korbach bis Frankfurt durchzulösen, meinte der Erste Beigeordnete aus Marburg.

Alf Höfer, ÖPNV-Experte der CDU-Fraktion, sprach mehrere verbesserungswürdige Busverbindungen an:

• die Linie MR 62 (Münchhausen-Wollmar-Simtshausen-Münchhausen) sollte man bis Battenberg verlängern

• die Linie MR 70 (Gemünden-Wohra-Rauschenberg-Wohratal-Kirchhain) sollte man bis Marburg verlängern

• die Linie Marburg-Cölbe-Schwarzenborn führt bis nach Bracht, jedoch nicht in das nur acht Kilometer entfernte Rosenthal

• die Regionalbuslinie 482 Frankenberg - Marburg sollte permanent über Battenberg umgeleitet werden. Das erfolge derzeit nur im Schulbusverkehr, drei Mal in der Woche.

„Keine Konkurrenz, sondern eine kostengünstige Ergänzung“ sieht Alf Höfer in Bürgerbussen, die es inzwischen in 150 nordrhein-westfälischen Kommunen gebe. Das Anruf-Sammel-Taxi hingegen sei „auf die Dauer zu teuer“. Mit der Bürgerbus-Idee laufe man bei ihm „offene Türen ein“, sagte Marian Zachow. Bürgerbusse brauche man künftig „gerade für die ältere Generation“.

„Wir müssen die aktuellen Tarifstrukturen aufbrechen“, waren sich die Politiker aus beiden Landkreisen einig.

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