Gemeinde plant Zusatzangebot

Zu große Mengen Altpapier werden in Willingen nicht mehr mitgenommen

Zusätzliches Altpapier wird im Grunde weiter mitgenommen – doch ausufernde Mengen und schlechte Verpackung belasten die Kapazitäten.
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Zusätzliches Altpapier wird im Grunde weiter mitgenommen – doch ausufernde Mengen und schlechte Verpackung belasten die Kapazitäten.

Überschüssiges Altpapier einfach neben die blaue Tonne legen: Das hat seine Grenzen, zeigt sich in Willingen.

Willingen – Altpapier, das nicht mehr in die Blaue Tonne passt, daneben legen: Was sonst für viele ein übliches Vorgehen ist und aus Sicht der Upländer Bürger funktionierte, löste Anfang der Woche Verwunderung aus – überschüssiger Papiermüll blieb teilweise stehen, beschweren sich Anwohner bei der WLZ. Wenn es da eine neue Vorgehensweise gebe, solle doch wenigstens informiert werden.

„Grundsätzlich nehmen wir nach wie vor auch zusätzlichen Papiermüll in den Kommunen, in denen wir für die Abfuhr unterwegs sind, mit“, erklärt Jan Frigger von der Firma Lobbe auf Anfrage – seit 1. Januar gehört der zuvor verantwortliche Dienstleister Stratmann zu der Gruppe. Weiter abtransportiert werden demnach aber nur kleinere Mengen: „In der Gemeinde Willingen ist die Menge des zusätzlichen Papiermülls inzwischen so groß und so stark gestiegen, dass es logistisch leider nicht mehr möglich ist, alles mitzunehmen.“ Teils übersteige das zusätzliche Papier den Inhalt einer großen 240-Liter-Tonne um ein vielfaches.

Und während es teils in ordentlich verschnürten kleinen Kartons neben der Tonne stehe, lägen anderswo mehrere Kubikmeter loser Pappe, welche die Mitarbeiter von Hand einladen müssen. „Da stoßen wir logistisch an Grenzen, denn für die große Menge zusätzlicher Pappe ist die Abfuhrtour nicht ausgelegt. Das betrifft neben der Menge, die unsere Fahrzeuge laden können, auch die Arbeitszeit unserer Mitarbeiter“, erklärt Frigger. In Zeiten, in denen durch vermehrte Internet-Bestellungen mehr Verpackungsmaterial anfalle, werde das Problem zwangsläufig größer.

Keine Rolle spielten laut Firma Lobbe derweil Papierpreise und Technik – in manchen anderen Kommunen kommen Seitenlader zum Einsatz, welche ohne zusätzlichen Personaleinsatz nur die Tonne anheben und somit zusätzliches Altpapier überhaupt nicht mitnehmen können.

Lobbe ist in 16 Kommunen im Kreis für die Müllabfuhr in verschiedenen Bereichen zuständig. Ob zusätzliches Altpapier mitgenommen wird, hänge von der Menge und den unterschiedlichen Regelungen zu Papier- und Restmüllmengen ab. Warum in Willingen vergleichsweise viel anfalle, sei schwer zu erklären, es habe sich wohl so eingespielt.

Bürgermeister Thomas Trachte bestätigt, dass sich in den vergangenen Monaten in Einzelfällen erhebliche Zusatzmengen an Altpapier ergeben haben. Die Firma Lobbe versichere, kleinere Mengen weiter abzutransportieren. Die seien kein Problem: Da nicht jede Tonne voll sei, gleiche sich das aus. Doch wenn teils das vielfache des Tonnen-Volumens abgestellt werde, reichten die Kapazitäten nicht mehr aus.

Die Gemeinde wolle den Bürgern ein Angebot machen, um über das alltägliche Maß hinausgehende Mengen entsorgen zu können: Billiger, als einen zweiten Wagen fahren zu lassen, sei es derweil, eine Papierpresse anzuschaffen. Bürger könnten dann nicht abholbares Altpapier beim Bauhof abgeben, analog zu Elektrogeräten und Strauchschnitt, für die freitags von 14 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 15 Uhr geöffnet ist. Bis das Angebot steht, dauere es bis nach Weihnachten. (wf)

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