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Willingen: Zukunftsthema Pflege bei „Markt der Möglichkeiten“ in Usseln

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Der „Markt der Möglichkeiten“ und seine Unterstützer: (von links) Bürgermeister Thomas Trachte, SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Daniela Sommer, Grünen-Kreistagsabgeordnete Leonie Wilke, VdK-Vorsitzende Sabine Hörner-Zimmermann, Kreisbeigeordnete Hannelore Behle und Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese.
Der „Markt der Möglichkeiten“ und seine Unterstützer: (von links) Bürgermeister Thomas Trachte, SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Daniela Sommer, Grünen-Kreistagsabgeordnete Leonie Wilke, VdK-Vorsitzende Sabine Hörner-Zimmermann, Kreisbeigeordnete Hannelore Behle und Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese. © Barbara Liese

„Angehörige sind der größte Pflegedienst Deutschlands“, Sabine Hörner-Zimmermann, Vorsitzende des VdK-Ortsverbands Upland, eröffnete mit klaren Worten den ersten „Markt der Möglichkeiten“ in Waldeck-Frankenberg: „Rund 80 Prozent der Pflegebedürftigen wollen und werden zuhause gepflegt. In Hessen und Thüringen sind das rund 360 000 Menschen.

Willingen-Usseln – Bei gut der Hälfte übernehmen ausschließlich Angehörige diese Aufgabe. Sich im Dschungel der Pflegerichtlinien und Angebote zurechtzufinden, ist für die Betroffenen allein fast unmöglich. Sie alle stehen deshalb heute im Mittelpunkt.“

Die Pflegemesse war eine Aktion im Rahmen der VdK-Pflegekampagne: „Nächstenpflege braucht Kraft und Unterstützung“. Bessere Rahmenbedingungen, mehr Unterstützungsangebote, mehr Zeit zum Pflegen ohne finanzielle Sorgen und eine angepasste Rente sind die politischen Ziele. Praktische Hilfe im pflegenden Alltag finden die Menschen aber vor allem in der Region, Der VdK-Ortsverband führte deshalb in der Schützenhalle viele regionale Unternehmen und Institutionen zusammen.

Mit dabei war der Pflegestützpunkt Waldeck-Frankenberg, der Treffpunkt Korbach, der DRK-Kreisverband mit seinem Menüservice, Selbsthilfegruppen, Betreuer, orthopädische Schuhmacher, Physiotherapeuten, Pflegeeinrichtungen, Sanitätshäuser, die Hörbehinderten-Selbsthilfe, die Gemeindeschwester für Willingen, Diemelsee, Korbach und Lichtenfels und das Gesundheitsnetzwerk PORT.

Erstaunt über die Vielfalt der therapeutischen Möglichkeiten und die umfassenden Informationen nutzten die Besucher das breite Angebot mit großem Interesse. Margot und Erwin Behle hatten sich viel Zeit für diesen Nachmittag genommen. Sie ließen sich einen hochmodernen Rollstuhl vorführen oder die Hilfeleistungen der Versorgungslotsin im Gesundheitsnetzwerk erklären. „Mein Mann ist pflegebedürftig. Für uns beide ist der Alltag nicht leicht. Wir haben jetzt gehört, dass das Pflegehotel in Willingen im Januar neue Plätze für die Tages- und Kurzzeitpflege haben soll, auch für pflegende Angehörige. Mein Mann kann dort zum Beispiel ein paar Tage bleiben, wenn ich mal selbst krank werde. Vielleicht können wir sogar einen Platz gemeinsam buchen. Man selbst stellt sich immer zurück und achtet nicht mehr so auf die eigene Gesundheit. Aber, was man mit Liebe tut, tut man gut.“

Kurzzeitpflege, Tagespflege und Verhinderungspflege sind drei wichtige Säulen im Pflegesystem, die Angehörige entlasten sollen. Es fehlen aber überall entsprechende Einrichtungen und die Plätze sind knapp. Im Fokus stehen vor allem die Pflegeheime. Was zu Hause geschieht, wie die Menschen diese Lebensaufgabe bewältigen, das wird regelmäßig vernachlässigt. Ein jährlicher „Markt der Möglichkeiten“ auch in anderen Ortsverbänden des Landkreises wäre sicher ein guter Weg dem „größten Pflegedienst Deutschlands“ die Bedeutung zu geben, die er verdient.

Von Barbara Liese

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