Neuzuweisungen erheblich gestiegen

Zuteilung von Flüchtlingen wird im Kreis neu geregelt

Hessische Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge: Von hier werden die Flüchtlinge den Landkreisen zugewiesen. Archivfoto:  Paulus

Waldeck-Frankenberg. Zuteilung und Unterbringung von Flüchtlingen in die Städte und Gemeinden in Waldeck-Frankenberg sollen neu organisiert werden.

Das haben die Bürgermeister der 22 Kommunen in einer Dienstversammlung am Donnerstagabend mit den zuständigen Fachdiensten des Landkreises besprochen.

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Ein „Königsweg“ als ideale Lösung sei dabei noch nicht gefunden worden, heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreises. Von den meisten Bürgermeistern werde aber das „Marburger Modell“ favorisiert: Die Zuständigkeit für die Unterbringung der Flüchtlinge liegt allein beimLandkreis, die Kommunen bemühen sich jedoch eigenverantwortlich um geeigneten Wohnraum und melden diesen an den Kreis. Und bei der Verteilung wird nicht allein die Einwohnerzahl zu Grunde gelegt, sondern man orientiert sich vor allem an den infrastrukturellen Voraussetzungen - also zum Beispiel daran, ob es Geschäfte, Freizeitmöglichkeiten und Busverbindungen in dem Ort gibt.

In den vergangenen beiden Jahren ist die Zahl der Neuzuweisungen von Flüchtlingen in den Landkreis erheblich gestiegen: 2013 waren es 324, 2014 mit 621 fast doppelt so viele, und die Prognose für 2015 gehe allein für das erste Halbjahr von 529 aus. Für die Unterbringung gibt es im Kreis neben Privatwohnungen zehn Gemeinschaftsunterkünfte.

Immer wieder hoben die Teilnehmer der Bürgermeisterdienstversammlung hervor, wie wichtig es vorrangig sei, eine Willkommenskultur für die Asylsuchenden aufzubauen. Zu diesem Zweck müssten Landkreis und Kommunen eng zusammenarbeiten. Als Grundkonsens wurde die Bildung von Arbeitsgruppen festgehalten, die sich der Thematik mit aller Intensität annehmen sollen.

Landrat Dr. Reinhard Kubat hob in diesem Zusammenhang auch noch einmal die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements in der Flüchtlingsbetreuung hervor. Die Ehrenamtlichkeit solle noch viel stärker in die Erarbeitung von Lösungsvorschlägen eingebunden werden.

In Frankenberg beispielsweise hat sich ein ehrenamtliches Netzwerk gegründet, das sich mit Angeboten wie Deutschunterricht, Sport und Behördengängen um die Integration von Flüchtlingen kümmert, die in eine neue Gemeinschaftsunterkunft am Kegelberg eingezogen sind. (nh/jpa)

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