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Zwei Steppenadler namens „Lolek und Bolek“ in der Greifenwarte Edersee geschlüpft

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Von: Matthias Schuldt

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„Lolek“, der zweite Steppenadler. In einem Nest würden sich die Geschwister wohl nicht vertragen.
„Lolek“, der zweite Steppenadler. In einem Nest würden sich die Geschwister wohl nicht vertragen. © Matthias Schuldt

„Lolek und Bolek“ haben Falkner Ludger Kluthausen und Theo Koch zwei Steppenadler getauft, die am 20. und 22. Mai geschlüpft sind in der Greifenwarte im Wildtierpark Edersee.

Edersee – „Ein drittes Junges schlüpft in den nächsten Tagen“, kündigt Kluthausen an. Sehr zufrieden sei die Greifenwarte im Wildtierpark Edersee mit der Zucht in diesem Jahr. Je ein junger Gänse- und Mönchsgeier, drei Schwarzmilane und ein Luggerfalke vervollständigen die Bilanz. „Uns ist wichtig, dass die Tiere, die in unserer Schau fliegen, aus der eigenen Zucht stammen“, erklärt Kluthausen. Das gelte auch für die Steppenadler, die irgendwann in Zukunft zu sehen sein sollen. Das attraktiv gemusterte Jugendgefieder verwandelt sich im Erwachsenenalter in einen einheitlichen Braunton. Das Erscheinungsmuster der Jungvögel dürfte der Tarnung dienen, denn in freier Wildbahn nisten die Adler in den Steppen Osteuropas und Asiens in Sträuchern oder etwa auf Steinhaufen.

Falkner Ludger Kluthausen füttert jungen Steppenadler
Ludger Kluthausen füttert „Bolek“, den etwas älteren der beiden jungen Steppenadler. © Matthias SChuldt

Die Adler mit einer Spannweite zwischen 1,80 und 2,20 Meter jagen bevorzugt Ziesel, also Erdhörnchen. In der Versorgung seiner Jungen hat der Steppenadler im Lauf seiner Evolution eine aus Menschensicht „grausame“ Vorratshaltung entwickelt. Fängt er mehr, als der Nachwuchs auf einen Schlag vertilgen kann, beißt der Altvogel den Zieseln das Rückgrat durch. Sie bleiben am Leben, können aber nicht mehr weglaufen und werden um den Horst herum verteilt.

Geschlecht der beiden jungen Steppenadler der Greifenwarte Edersee noch ungeklärt

„Täte der Adler das nicht, würde die Beute angesichts von Sonne und Wind in der Steppe sehr schnell verdorren“, erklärt der Falkner. Wichtig zu wissen: die wenigsten Greife trinken. Sie beziehen nicht nur die Energie, sondern auch die Feuchtigkeit zum eigenen Überleben allein aus ihrer Beute.

Benannt sind Lolek und Bolek nach einem berühmten, polnischen Zeichentrick-Brüderpaar. Zwischen Mitte der 1960er und Mitte der 1980er Jahre erlebte es international viele Abenteuer zur Freude ungezählter Kinder. „Dabei wissen wir ja noch nicht, um welche Geschlechter es sich bei den zwei jungen -Steppenadlern handelt“, räumt Kluthausen schmunzelnd ein. Die Federproben zur Bestimmung seien gerade erst eingeschickt. Doch das ist kein Thema: der berühmte Edersee-Geier „Ernie“ wurde schließlich auch erst nach einigen Jahren überraschend Mutter.  (Matthias Schuldt)

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