Informationsflut am Straßenrand verlangsamt die Reaktion

ADAC: Schilderwald in Schwalm-Eder überfordert Fahrer

Überfordert die Verkehrsteilnehmer: Unter anderem der ADAC beklagt ein Übermaß an Schildern. Foto: privat

Schwalm-Eder. Viele Verkehrsschilder - und doch fehlt Autofahrern oft der Überblick: Auch im Schwalm-Eder-Kreis sei der Schilderwald ein Problem, sagt Jürgen Baer vom ADAC Hessen-Thüringen.

„Zu viele Verkehrsschilder machen den Autofahrern das Leben schwer", sagt Baer.

Genau das kritisiert auch Dietrich Habbishaw (Grüne) mit Blick auf Homberg. „Es müsste weniger Schilder und dafür eine klarere Beschilderung geben“, forderte er unlängst im Parlament.

Die Informationsflut am Straßenrand überfordere die Fahrer. 65 Prozent aller Verkehrsunfälle passieren laut ADAC durch Fehler in der Wahrnehmung. Gerade Ortsfremde hätten es schwer. Unnötige Reize könnten den Informationszugang verlangsamen und so den Anhalteweg verlängern.

Rund drei Millionen Verkehrsschilder säumen die hessischen Straßen - viele davon auch im Schwalm-Eder-Kreis. Wie viele genau, kann Horst Sinemus, von der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil nicht sagen. Eine Statistik darüber gebe es nicht. In vielen Innenstädten gebe es aber mehr Verkehrszeichen als der Mensch wahrnehmen könne. „Die meisten Anordnungen stammen aus den 1960er Jahren. Damals galt: Viel hilft viel“, sagte Baer.

Dabei sollen laut Straßenverkehrsordnung Schilder nur dort angebracht werden, wo dies aufgrund der besonderen Umstände zwingend geboten ist. Dabei gebe es Gründe dafür, den Schilderwald zu lichten: Neben der Verkehrssicherheit könne man den Fahrern Eigenverantwortlichkeit zutrauen. „Wo eine durchgezogene Linie ist, braucht man kein Überholverbotsschild.“ Wiederholungsschilder seien auch oft überflüssig; etwa Halteverbotsschilder. Außerdem seien die Schilder ein Kostenfaktor. Zwischen 200 und 400 Euro würden pro Schild anfallen. Und: Sie machen eine schöne Altstadt nicht attraktiver.“ Hintergrund

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