Tourist wurde des Platzes verwiesen

Ärger um Wohnmobil-Übernachtungen am Singliser See

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Fühlen sich vertrieben: Hans-Jürgen und Elke Grotheer.

Singlis. Zelten und Lagern ist am Singliser See seit diesem Jahr verboten. Jetzt gab es darum Streit, weil das Ehepaar Grotheer aus der Nähe von Walsrode auf einen Brief aus dem Jahr 2005 pochte.

Darin steht: "Übernachtungen und die Aufstellung von Zelten ist (sic!) dort erlaubt". Da dieses Schreiben nie widerrufen wurde, sei es noch gültig, sagt Hans-Jürgen Grotheer.

Stimmt nicht, sagt dagegen Siegfried Bank, Geschäftsführer der Seenland GmbH Borken. Es habe immer wieder Ärger und Kriminalität am See gegeben, vor allem, wenn dort übernachtet wurde. Deswegen habe die Stadt nach langer Diskussion die neue Nutzungsordung beschlossen. Diese sei höher einzuschätzen als das fünf Jahre alte Schreiben.

Grotheer hatte sich in diesem Jahr eine Dauerparkkarte bei der Stadt besorgt, die noch bis zum 5. August gilt. Für Übernachtungen gelte jedoch auch diese nicht, sagt Seenland-Chef Bank. Zum lautstarken Streit kam es am Wochenende vor dem Wohmobil auf dem Parkplatz am Singliser See.

1. Akt: Auftritt des Objektschutzes. Im Auftrag der Stadt laufen Mitarbeiter von Objektschutz Schwalm-Eder (Starthilfe) Patrouille. Sie wiesen das Ehepaar Grotheer darauf hin, dass sie nicht am See übernachten dürften. Grotheer habe aufgebracht reagiert, erzählt Mitarbeiterin Manuela Walter-Heil. Der 66-Jährige zeigte den Brief vor und berief sich darauf. Als die Mitarbeiter bei Bank anriefen, wollte Grotheer nicht mit ihm sprechen, da er ihn nicht für zuständig halte.

2. Akt: Auftritt Siegfried Bank. Der Geschäftsführer des Seenlandes zeigte seinen Dienstausweis vor und sagte Grotheer, dass der Brief von 2005 nicht mehr gelte. Es kam zum Streit, der offenbar lautstark war. Die Polizei, die herbeigerufen wurde, nahm die Personalien der beiden Camper auf. Bank, so erzählt Grotheer, bot ihm an, er könne noch eine Nacht am See bleiben. Doch er beharrte auf ein Bleiberecht bis zum 5. August. Bank habe mit einer Anzeige wegen Hausfriedensbruch gedroht.

3. Akt: Das Wiedersehen. Am Sonntagabend wollte Siegfried Bank das Schreiben über das Platzverbot persönlich übergeben, doch das Ehepaar verweigerte die Annahme. Unter anderem, so argumentiert Grotheer, habe seine Heimatadresse im Briefkopf gestanden. Er sei aber nicht zuhause. Bank schob den Brief schießlich unter der Tür des Wohnmobils durch. Laut Grotheer sprach er ein Platzverbot für das ganze Seenland aus, laut Bank ein bis Jahresende befristestes für den Singliser See.

Grotheer wirft der Stadt Formfehler vor. Seit Jahren campe er am See. Und dabei solle es möglichst bleiben.

Von Olaf Dellit

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