Tipps für Eltern: So hilft man Kindern bei Schrammen und blauen Flecken

Alle Blessuren gut versorgt

Schnelle Hilfe: Der vierjährige Matteo kühlt sein schmerzendes Knie mit einer Gelkompresse. Die gibt es in Apotheken und Drogeriemärkten. Foto: De Filippo

Schwalm-Eder. Kinder lieben Bewegung, und das bringt ihnen häufig Kratzer, Schrammen und blaue Flecke ein. Trösten ist natürlich die beste Soforthilfe, und mit ein paar Tipps sind die kleinen Verletzungen schnell vergessen.

„Schürfwunden sollten desinfiziert werden“, rät Dr. Ulrich Fuchs, Kinderarzt am Asklepios-Gesundheitszentrum Schwalmstadt. Ist die betroffene Hautstelle verschmutzt, müsse sie zuvor am besten unter fließendem Wasser gereinigt werden. Steinchen lassen sich mit einer Pinzette entfernen. „Das ist wichtig, damit sich nichts entzündet.“

Ein Pflaster sei hingegen in den meisten Fällen überflüssig, denn an der Luft könne die Wunde am besten trocknen und heilen. „Bei kleinen Kinder ist es allerdings hilfreich, die Stelle abzudecken, damit sie nicht hineinfassen“, sagt der Mediziner. Unumgänglich sei ein Pflaster aber bei Schnittwunden: Denn die Wundränder sollten möglichst dicht zusammenliegen, und ein Pflaster gebe den nötigen Halt.

Bei Schnittwunden im Gesicht rät Dr. Ulrich Fuchs in jedem Fall zum Arztbesuch. „Eine Narbe im Gesicht begleitet einen ein Leben lang. Mit der richtigen Behandlung kann diese zumindest vermindert werden.“ Eine Frage sei bei jeder größeren Wunde wichtig: Ist das Kind gegen Tetanus geimpft? Die Krankheitserreger seien im Freien nahezu überall zu finden und könnten schwerwiegende Folgen haben. Ein Kind ohne Impfschutz sollte deshalb sofort zum Arzt.

Bei Prellungen helfe vor allem das Kühlen der Stelle, etwa mit einer Gelkompresse, die man vorsorglich im Tiefkühlfach lagern kann. „Allerdings sollte man sie nie direkt auf die Haut legen, sondern immer in ein Tuch einschlagen“, sagt Dr. Ulrich Fuchs.

Vorsicht ist bei stumpfen Verletzungen am Kopf geboten. Denn dann ist die Gefahr einer Gehirnerschütterung oder sogar einer Blutung gegeben. „Eltern sollten ihre Kinder in den ersten 24 Stunden nach der Verletzung genau beobachten.“ Bei Anzeichen wie Erbrechen oder Apathie ist der Gang zum Arzt notwendig.

In der Grillsaison ist auch die Gefahr von leichtgradigen Verbrennungen groß. Hat sich ein Kind verbrannt, ist sofortiges Kühlen wichtig. „Am besten unter fließendem, aber nicht zu kaltem Wasser“, weiß Fuchs. Bilden sich Blasen, sollte ein Arzt konsultiert werden. Vor Hausmitteln wie Butter oder Salz warnt der Kinderarzt: Sie verschlimmerten die Symptome meist noch.

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