Allmuthshausen: Familie darf nicht in der Dorfmitte bauen

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Sie würden gerne in Allmuthshausen bauen: (von links) Christian Salzmann, Sabine Salzmann, Architekt Thomas Schäfer, Edgar Bott-Michaelis und Beate Bott-Michaelis.

Allmuthshausen. Die Familie Bott-Michaelis möchte auf ihrer Wiese in Allmuthshausen eine kleine Siedlung mit barrierefreien Häusern bauen. Aber sie darf nicht. Zwei Mal gab es ein Nein aus dem Magistrat.

Beate Bott-Michaelis hält den Entwurf für die kleine Siedlung in ihren Händen. Bis zu acht barrierefreie Häuser könnten auf der Wiese vor ihr entstehen. Am Fliederweg, Mitten im Homberger Stadttteil Allmuthshausen. „Wir wünschen uns das vom ganzen Herzen“, sagt die 47-Jährige. Doch Bott-Michaelis darf ihr Grundstück nicht komplett bebauen.

Im Flächennutzungsplan ist die Wiese nur zu einem Drittel als Wohnbaufläche ausgewiesen, der Rest ist landwirtschaftliche Fläche. Bevor Bott-Michaelis bauen kann, muss der Flächennutzungsplan geändert werden.

Zwei Mal hat die Familie einen entsprechenden Antrag an den Homberger Magistrat gestellt. Zwei Mal wurde ihr Vorhaben abgelehnt. Zwei Mal wie die Familie sagt ohne Begründung. „Die rücken nicht mit dem Grund heraus, wir können nur rätseln“, sagt Edgar Bott-Michaelis. Seine Frau ist enttäuscht: „Wir wissen nicht mehr weiter.“

Architekt Thomas Schäfer hat den Entwurf für die 7800 Quadratmeter große Wiese gestaltet. Er sieht keinen Grund, der gegen das Vorhaben spricht. Im Gegenteil. „Die Häuser sind positiv für den Ortskern. Wir sorgen für Leben im Dorf“, erklärt er.

Die Familie sei auch bereit, der Stadt entgegenzukommen. So würde nicht die gesamte Fläche bebaut, sondern Raum für Grün gelassen. Ein Stück des Grundstücks würde die Familie abgeben: Um die Kreuzung Grundstraße/Fliederweg übersichtlicher zu gestalten und entlang des Fliedwerwegs einen Bürgersteig zu bauen.

Vier Interessenten gebe es für die Häuser bereits. In ein Haus würde die Familie Bott-Michaelis selbst ziehen, für zwei weitere interessieren sich Christian Salzmann und seine Mutter Sabine. Sie lebt in der Kernstadt und würde gerne zurück nach Allmuthshausen.

„Ich habe hier 20 Jahre gelebt. Hier sind meine Freunde, hier kenne ich jeden“, sagt die 54-Jährige. Sie ist begeistert von dem Entwurf: „Ich finde die Einteilung optimal. Ich würde hier mitten im Dorf und doch im Grünen Wohnen.“

Das Ehepaar Bott-Michaelis hofft, dass es doch noch eine gute Lösung für alle gibt. „Wir sind für das Dorf und nicht dagen“, versichert Edgar Bott-Michaelis. Sie wollten keinen Ärger, „weil wir den Ort lieben“.

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