41-Jähriger wegen sexuellen Missbrauchs vor dem Landgericht – erschütternde Details

Angeklagter: „Ich war es nicht“

Schwalm-Eder. Wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs eines Kindes steht ein 41 Jahre alter Mann aus dem Schwalm-Eder-Kreis vor dem Landgericht Kassel. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Vater von drei Kindern aus erster Ehe zwischen Sommer 2006 und Sommer 2012 seine zu diesem Zeitpunkt neun bis 15 Jahre alte Tochter mehrfach sexuell missbraucht haben. Ihm werden acht strafbare Handlungen zur Last gelegt.

Die Erklärungen der Staatsanwältin sowie der Anwältin des Opfers enthielten erschütternde Details. Die als Nebenklägerin auftretende Anwältin sagte, die heute 18-Jährige habe ihren Vater seit dem zehnten Lebensjahr etwa 50 Mal mit der Hand befriedigen müssen. Am ersten Verhandlungstag kam mehrfach der erste Fall in Aachen zur Sprache. Laut Staatsanwaltschaft und Nebenklage soll der Vater mit dem Kind in einen Wald gefahren sein.

Auf einem Spielplatz habe er die Tochter mit einem Geschirrtuch geknebelt und an ein Spielgerät gefesselt. Er habe das Kind dann vor die Wahl gestellt, mit ihm tiefer in den Wald zu gehen oder in seinem Auto an ihm sexuelle Handlungen vorzunehmen. Später habe es den Vater oral befriedigen müssen. Hinzu kamen laut Anklage weitere orale Befriedigungen, die das Opfer später abgelehnt habe.

Gemeinsame Wohnung

Die weiteren Missbrauchshandlungen sollen – so die Staatsanwaltschaft – in der gemeinsam bewohnten Wohnung stattgefunden haben. Nach Angaben eines Vernehmungsrichters immer dann, wenn die Stiefmutter nicht zu Hause gewesen sei. Alle bisherigen Zeugenaussagen decken sich mit den Anklagepunkten. Während der zweistündigen Befragung der 18-Jährigen in Anwesenheit einer Frau der Opferhilfe war die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

Die Nebenklägerin beantragte zu Beginn des Prozesses ein Schmerzensgeld von mindestens 40 000 Euro. Die junge Frau sei Opfer einer schweren Straftat. Trotz psychologischer Betreuung habe sie die Taten nicht verkraftet.

„Sie sind der Einzige, der weiß, ob es stimmt oder nicht”, sagte der Vorsitzende Richter Dreyer zum Angeklagten. Der saß wie versteinert im Gerichtssaal und sagte dazu nichts. Sein Anwalt erklärte: „Er sagt, er war es nicht.” Wieso die Tochter darauf komme, sagte der Richter zu den Vorwürfen und zum Inhalt der Anklage. Der 41-Jährige: „Ich kann es mir nicht erklären.” Aus Angst vor der Stiefmutter habe seine Tochter in Aachen eine Entführung erfunden.

Polizeibeamte aus dem Schwalm-Eder-Kreis schilderten, wie das Mädchen auf der Wache erschien und nach Missbrauchs-Schilderungen gesagt habe, sie gehe nicht mehr nach Hause, aber auch nicht in eine Pflegestelle. Sie wolle zu einer Freundin.

Daraufhin entschied der Dienstgruppenleiter, dass das Mädchen in die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Kassel gebracht wird. Dies wurde anschließend von einem Richter bestätigt.

Der Prozess wird am Montag, 15. Juni, ab 9 Uhr vor dem Landgericht Kassel fortgesetzt.

Von Manfred Schaake

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