Kabarett Distel feierte Erfolg in Gudensberg

Angie rettet die Welt

Verzweifelte Kanzlerin: Therapeut ( Michael Nitzel) muss seine Patientin Angela Merkel (Timo Doleys) auf der Couch trösten. Foto: Christine Thiery

Gudensberg – Ob die Zukunft wirklich rosig wird? Das Kabarett „Die Distel“ aus Berlin sieht das nicht so, wenn sich nicht bald Wesentliches tut. Es nahm am Sonntag das Gudenberger Publikum im ausverkauften Saal mit seinem Programm „Weltretten für Anfänger“ mit auf eine Reise in das Jahr 2070.

Sogar Angela Merkel lebt dort noch und schaut, ob ihre Politik des langen Atems noch immer Früchte trägt.

Die drei Darsteller Michael Nitzel, Caroline Lux und Timo Doleys brachten Kabarett der Spitzenklasse im rasanten Tempo auf die Bühne. Sie wechselten die vielen Rollen im Nu und malten ihre Version des Deutschlands in 50 Jahren perfekt und urkomisch aus.

Kanzlerin Merkel (Timo Doleys) muss in der Jetztzeit auf die Psychologen-Couch, weil ihre Kanzlerschaft bald endet und die Regierung instabil ist. Therapeut Dr. Freudenbacher (Michael Nitzel) hat jede Menge zu tun, um ihr Ego aufzupolieren, denn Konkurrentin Annegret Kramp-Karrenbauer ist ihr auf den Fersen. „Was bleibt, ist die Raute“, sagt der Therapeut. „Und Sie haben es geschafft, 14 Jahre lang den Kabarettstandort Deutschlands zu stabilisieren.“ Angela Merkel will den Satz „Wir schaffen das“ aus der Weltgeschichte löschen und die verlorene Liebe des Volkes wieder spüren.

Als Physikerin erfindet sie eine Zeitmaschine. Marlies und Rolf Konnewitz aus Neukölln sind die Versuchskaninchen und werden in das Jahr 2070 geschickt. Sie staunen nicht schlecht, was sie da vorfinden. Es herrscht flächendeckende Demokratie – das sagen jedenfalls die Großmächte Google, Amazon und Apple. Und die Regierung kann sogar jeden Gedanken lesen...

Auch die AfD ist noch da, hat aber nur noch zwei Mitglieder. Die SPD kennt schon lange keiner mehr. Der Berliner Flughafen ist immer noch nicht fertig gebaut, aber bereits als Ruine unter Denkmalschutz gestellt. Die Geschlechtervielfalt ist auf 60 angestiegen und wer nicht spurt, dessen private Erinnerungen werden einfach gelöscht. Und Angela Merkel ist mit 116 Jahren im Altersheim, möchte aber politisch noch gerne mitmischen.

Das Projekt Europa ist gescheitert, die Chinesen haben die Wirtschaft unter Kontrolle. Spätestens da fühlen sich die Konnewitzes mitsamt ihrem Opa, der aus Versehen ebenfalls in der Zukunft gelandet ist, verantwortlich: Sie wollen die Welt retten und zetteln eine Revolution an.

Als das alles nichts hilft, geht es wieder zurück ins Jahr 2019, wo sie zu ihrem Schrecken Hitler begegnen und sich fragen, wo sie nun wirklich gelandet sind. Die Moral aus der Geschichte: Wenn es wirklich besser werden soll, muss man jetzt anfangen, die Dinge zu verändern.

Musikalisch unterstützt wurde das Trio von Til Ritter und Falk Breitkreuz, Autor ist Thomas Lienenlüke. Veranstalterin ist Frauke Stehl. Das Stück wird unter ihrer Organisation noch einmal am 15. März in Lohfelden aufgeführt.

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