Auf der Gewinnerseite

Arbeitsagentur will wachsen, KBG will investieren - Homberg könnte profitieren

Aufgestockt: Eine zusätzliche Etage plant Architekt Christian Gerlach für das ehemalige Landratsamt in Homberg. Dadurch würde das Gebäude auf eine Ebene mit dem Wallenstein-Stift gebracht. Der Eingang soll durch den gläsernen Vorbau erfolgen. Grafik:  Gerlach/nh

Homberg. Gleich mehrere gute Nachrichten auf einmal, das gab es in Homberg lange nicht: Die Arbeitsagentur Fritzlar-Homberg will ihren Standort in Homberg stärken, die Kraftstrom-Bezugsgenossenschaft (KBG) will in Homberg kräftig investieren und die Stadt Homberg könnte nicht nur ein kostspieliges, altes Gebäude loswerden, sondern auch 36 innenstadtnahe Arbeitsplätze erhalten.

Wie das alles zusammenpasst? Offenbar gut, denn laut Uwe Kemper, Geschäftsführer der für den Bereich zuständigen Arbeitsagentur in Korbach, passen die Pläne der KBG in sehr vielen Punkten zu dem, was sich die Arbeitsagentur vorstellt. Die will ab Januar 2016 mit 36 Mitarbeitern in Homberg arbeiten. Das bedeutet, dass das elfköpfige Team aus Fritzlar nach Homberg wechselt. Nicht richtig sei die Spekulation, dass Mitarbeiter aus Melsungen und Korbach nach Homberg kommen, so Kemper.

Da der Mietvertrag der Arbeitsagentur im ehemaligen Homberger Krankenhaus Ende 2015 endet, läuft die Suche nach einem geeigneten Gebäude bereits.

Genau an diesem Punkt kommt die KBG ins Spiel. „Wir haben Interesse daran, dass in Homberg etwas vorwärts geht“, sagt Wolfgang Imberger, Geschäftsführer der KBG. Deshalb wolle die KBG das ehemalige Landratsamt (nahe dem Busbahnhof) von der Stadt für einen Euro kaufen, sanieren und umbauen. 2,4 Mio. Euro wolle die KBG investieren, so Imberger im HNA-Gespräch.

Erste Pläne vorgestellt 

Erste Pläne dafür stellten Imberger und der Fritzlarer Architekt Christian Gerlach am Donnerstagabend im Rathaus vor (siehe Hintergrund). „Unsere Pläne haben wir heute früh der Arbeitsagentur präsentiert“, sagte Imberger am Freitagmorgen. Die Signale seinen positiv, doch müsse sich die Stadt noch entscheiden, ob sie das Gebäude für einen Euro verkaufe, zudem laufe das Bewerbungsverfahren der Arbeitsagentur noch.

Über die Entwicklung sei er sehr froh, sagte Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Es sei eine Chance für eine Innenstadtvitalisierung, die nicht zu Lasten der Stadt gehe. „Sicher könnten jetzt einige denken, dass ich 85 Tage im Amt bin und schon anfange, die Gebäude zu verscherbeln“, sagte Ritz mit einem Augenzwinkern.

Not leidende Gebäude 

Allerdings gab er gleich darauf zu bedenken, dass das Gebäude der Stadt derzeit vor allem Geld koste. Jochen Gontermann, Architekt der Stadt erklärte, dass die beiden Häuser Damenstift und das einstige Landratsamt am Busbahnhof Not leidende Gebäude seien. Die Erhaltungskosten beliefen sich in fünf Jahren auf etwa 150 000 Euro.

Fakt sei auch, dass man die Planung in dem Moment kaputtmache, in dem die Stadt Geld für das Gebäude verlange, betonte Ritz. Deshalb schlage die Verwaltung den Stadtverordneten vor, das Gebäude für einen Euro an die KBG zu verkaufen. „Damit schaffen wir die Grundlage dafür, dass sich die KBG bewerben kann.“ Für die derzeitigen Mieter - die Musikschule, den Motorsport-Club und die Burgberggemeinde - werde man Alternativen finden.

Von Maja Yüce 

Mehr lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA Fritzlar-Homberg.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.