„Aufklärung ist wichtig, um Bedenken aus dem Weg zu räumen“

Fragen und Antworten: Der Sprecher des Hausärzteverbandes des Schwalm-Eder-Kreises zu den Corona-Impf-Bedenken

Die Corona-Infektionen im Schwalm-Eder-Kreis (Stand 15. Januar)
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Die Corona-Infektionen im Schwalm-Eder-Kreis (Stand 15. Januar)

Viele Menschen haben Bedenken bei einer Corona-Impfung. Darüber haben wir mit dem Sprecher des Hausärzteverbandes des Schwalm-Eder-Kreises, Dr. Axel Figge, gesprochen.

Wie groß ist die Impfbereitschaft beim Coronavirus?

Corona-Impfungen finden zurzeit nur in Pflegeeinrichtungen im Kreis statt. Dort ist die Impfbereitschaft bei den Bewohnern größer als beim Pflegepersonal und jüngeren Menschen, erklärt Figge. Für die Älteren sei es die einzige Möglichkeit, sich aus der Isolation zu befreien. Dazu komme, dass die Nachfrage nach einer Impfung auch bei den Hausarztpraxen zunehme. „Aber es gibt eine Prioritätenliste“, sagt Figge. Bedenklich findet er, dass Allgemeinmediziner in dieser zweitrangig betrachtet werden, obwohl sie der Gefahr einer Ansteckung ebenfalls ausgesetzt sind. „Im Umfeld infizieren sich immer mehr Hausärzte – mit zum Teil schweren Krankheitsverläufen.“

Dr. Axel Figge

Was sind die konkreten Bedenken bei einer Corona-Impfung?

Die meisten Bedenken würden geäußert, weil es sich um einen mRNA-basierten Impfstoff handelt. Bei diesem Impfstoff wird also ein Transkript eines zu einem Gen gehörenden Teilabschnitts der DNA im Körper impliziert, erklärt Dr. Figge. Angst haben die Menschen, dass damit das Erbgut verändert werden kann. „Das ist aber nicht so – der Zellkern verändert sich nicht, das mRNA wird vom Körper wieder sozusagen zerschreddert“, erklärt Figge.

Ist die Impfung also unbedenklich?

Das RKI hält den Impfstoff für unbedenklich. Bislang sind allergische Reaktionen als Nebenwirkungen bekannt, die auch bei anderen Impfungen für gewöhnlich auftreten. Auch von Gesichtslähmung war die Rede, die bislang aber nicht mit dem Impfstoff in Verbindung gebracht werden konnten, sagt Dr. Figge. „Viele fragen sich, ob eine Impfung Langzeitschäden mit sich bringen kann, aber warum fragt sich keiner, was die Folgen einer Corona-Erkrankung sind? Entweder man lässt sich freiwillig impfen oder man wird zwangsläufig durch das Virus geimpft.“

Wäre es also sinnvoll eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen zu schaffen?

Dr. Axel Figge spricht sich dagegen aus. Niemand dürfe dazu gezwungen werden. „Impflücken sind aber ein Problem, wenn dadurch keine Herdenimmunität (60 Prozent der Bevölkerung) entstehe. „Gerade mit der Mutation des Virus könnten die Folgen nicht abgeschätzt werden.

Was würde zu einer größeren Impfbereitschaft beitragen?

Aufklärung. „Es ist wichtig, dass den Menschen bewusst wird, dass man eine Gefahr eingeht, wenn man sich nicht impfen lässt“, sagt Dr. Figge.

Bevor eine Impfung stattfindet, sollte jeder über Wirkstoffe und Nebenwirkungen aufgeklärt sein. „Was der Impfstoff langfristig macht, wissen wir noch nicht, aber wir wissen auch nicht, was das Virus mit uns macht. Es ist unberechenbar, einige bemerken nichts, andere haben Folgeschäden und sterben.“ (Linett Hanert)

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