Autohof-Pächter will Lkw-Fahrern die Arbeit erleichtern

Kostenlose Nutzung der Sanitäranlagen für Lkw-Fahrer

Der Weg zu den Duchen ist frei: Ralf Hoppe, Pächter des Autohofs 24 in Remsfeld, möchte den Lastwagen-Fahrern den Alltag einfacher machen und ihnen Möglichkeiten bieten. Foto: Christine Thiery

„Truckerfahrer sind mir sehr willkommen.“

Remsfeld – Das sagt Ralf Hoppe, Pächter des Autohofs 24 in Remsfeld. Er hält die Duschen für die Lkw-Fahrer auch in Coronazeiten offen und selbst das Drehkreuz zu den Toiletten ist in seiner Raststätte abgebaut in diesen Tagen. Man muss keinen Eintritt für die Toilettennutzung zahlen, normalerweise sind 50 Cent fällig, die im Laden verzehrt werden können.

Man müsse gerade jetzt alles tun, damit sich die Truckerfahrer wohl fühlen. „Sie gehören doch zum Rückgrat der Gesellschaft.“ Autohöfe gehörten nicht zur Tank und Rast und gingen daher nach ihrem eigenen Verständnis mit den Angeboten für Lkw-Fahrer um, sagt der 57-Jährige. Truckern, die nicht mehr an den Abladestellen bei den Unternehmen auf Toilette und in die Waschräume dürften, müsse man doch gerade jetzt helfen.

Coronakrise: Besonderes Angebot für Trucker

Das Geschäft mit den Lkw-Fahrern ist Alltag für den Autohof. Dazu gehört ein Stellplatz für 150 Lkw, der nachts oft ausgebucht ist. Daher besitzt der Autohof in Remsfeld fünf Duschen, etwa 150 Lkw-Fahrer nutzen sie wöchentlich. „Es gibt auch Trucker, die nur zum Duschen kommen.“ Nach jedem Duschgang werden sie gesäubert, das sei auch in nicht Coronazeiten so, sagt Hoppe. Dafür hat er eigens eine Reinigungskraft in den Abendstunden eingestellt. Derzeit würden außerdem öfters als sonst Flächen desinfiziert. Auch in den Toiletten werden nun Desinfektionsmittel angeboten.

Als besonderen Clou hat sich Hoppe ein spezielles Angebot einfallen lassen. Die Raststätte darf noch Essen zum Mitnehmen anbieten. Daher werden seine Gerichte, nur mit sieben statt mit 19 Prozent Umsatzsteuer belastet. Diese Differenz will er nicht einstreichen, sondern gibt sie weiter geben und legt noch einen drauf. Bei Gerichten zum Mitnehmen gibt es einen Rabatt von 15 Prozent. Das sei ein besonderes Angebot für die Trucker und eine Wertschätzung.

Coronakrise: Ausnahmen für Lkw-Fahrer?

Leider dürften sich auch die Lkw-Fahrer nicht mehr zum Essen an die Tische setzen. Unerträglich für sie, meint Hoppe. Sie müssten im Fahrzeug oder davor essen. Er rät daher zu Lockerungen für Lkw-Fahrer. Da solle man Ausnahmen machen und ihnen erlauben im Restaurant mit großem Abstand zu speisen. „Dann können sie dem Kollegen über die Tische zunicken.“ Die Trucker müssten in diesen Tagen vernünftig versorgt werden, um durch die Krise zu kommen. „Wir müssen ihnen etwas Gutes tun.“

Wegen des großen Lkw-Stellplatzes hat Hoppe viele Stammkunden und er möchte, dass sie ihm nach der Krise treu bleiben. Die Anlage ist prämiert, weil sie videoüberwacht und abgeschlossen ist. Daher nimmt Hoppe eine Stellgebühr von 14 Euro pro Nacht, zehn Euro davon können verzehrt werden. Hoppe hat den Autohof 2014 übernommen, er beschäftigt 25 Sozialversicherungsbeschäftigte und 17 Minijobber. Die Krise trifft auch ihn hart. Der Betrieb hat Kurzarbeit angemeldet. Unterstützung bekommt er vom Autohof 24. Die Mieten für den April wurden nicht nur gestundet sondern teilweise erlassen.

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