Bei der Azubi-Suche: Kleinere Firmen bekommen Hilfe

Schwalm-Eder. Das Handwerk hat ein Imageproblem. Viele Schüler ziehen ein Studium einer Ausbildung vor und von Schule sowie Eltern wird die Berufsvorbereitung der jungen Leute oft vernachlässigt. Das will das Projekt "Jonas" ändern.

Das sagt der Geschäftsführer des Bildungszentrums und Jugendwerkstatt Felsberg, Michael Wilhelm. Es sei höchste Zeit, etwas zu ändern: Mit einem neuen Projekt soll jetzt kleinen und mittelständischen Unternehmen dabei geholfen werden, Auszubildende zu finden.

Das Projekt heißt Jonas (Job Netzwerk für Ausbildung im Schwalm-Eder-Kreis) und wird drei Jahre lang vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert, um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken, so Wilhelm. Es gibt auch schon erste Erfolge: Im Januar ging Jonas an den Start, seitdem wurden 30 Jugendliche vermittelt. 110 Bewerber gebe es noch für das bald beginnende Ausbildungsjahr.

Um Schüler und Betriebe zueinander zu bringen, arbeitet das Bildungszentrum eng mit Partnern wie der Kreishandwerkerschaft Schwalm-Eder zusammen. Bildungsberater Werner Wagehals ist die Verbindungsperson, die bei der Vermittlung von Ausbildungsstellen in Handwerksberufe hilft. Es gebe mehrere Gründe dafür, warum das nicht wie selbstverständlich laufe, sagt Wilhelm. „Viele Betriebe warten auf Bewerber. Doch die Zeiten, in denen es ständig Initiativbewerbungen gab, sind vorbei.“ Außerdem gingen viele Jugendliche nur halbherzig an ihre Zukunftsplanung heran. Das sei eine schleichende Entwicklung durch alle Schulformen.

Ein Unternehmen, das von Jonas profitiert hat, ist Anders Metallbau in Fritzlar. Eine neue Auszubildende wurde gefunden, das freut Betriebsleiter Stephan Eichberger: „Gute Noten und Ausbildung, das passt für viele nicht zusammen.“ Deshalb sei es gut, dass es Jonas gebe und damit auch Vorurteile abgebaut werden könnten.

Rubriklistenbild: © dpa

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