Windräder könnten Blick auf Altenburg verändern

In Bad Zwesten und Borken könnten sechs Windkraftanlagen entstehen

So könnte es tatsächlich einmal aussehen, wenn sich sechs Windräder bei Bad Zwesten drehen: Der Höhenunterschied zwischen Schwalm und Altenburg beträgt 237 Meter. Repro: Thiery

Bad Zwesten. Wenn jetzt nicht der Rotmilan oder der Schwarzstorch dazwischen kommen, könnte sich der Blick auf die Altenburg von Bad Zwesten her stark verändern.

Der Regionalplan sieht dort eine 52 Hektar große Fläche für Windräder vor. Sechs Anlagen könnten entstehen, zwei davon auf dem Gebiet der Gemeinde Bad Zwesten, vier auf Borkener Territorium.

Das Gelände in Bad Zwesten gehört den Waldinteressenten. Deren Sprecher Heinrich Haupt erläuterte am Montag in einer Informationsveranstaltung, dass die 60 Waldgenossen das Gebiet gerne an einen Investor verpachten würden. Mit den Einnahmen aus dem Betrieb der Windräder soll die Waldbewirtschaftung gesichert werden.

Heinrich Haupt geht nicht davon aus, dass der Bau große Eingriffe in die Natur nach sich zieht. Es gibt bereits einen Zuweg ins Waldgebiet, der für die Bewirtschaftung der Anlagen erweitert werden müsste, zudem müsste ein zweiter Feldweg ausgebaut werden, damit erst die Bau- und später die Wartungsfahrzeuge an die Windräder heranfahren können. Später werde das Gebiet wieder aufgeforstet. Es gebe auch bereits Investoren.

Die 100 Besucher der Bürgerversammlung gingen das Thema Windkraft eher gelassen an. Noch vor kurzem sei die Stimmung im Ort eher gegen den Bau von Windrädern gerichtet gewesen - das habe sich mittlerweile geändert, hatte Bürgermeister Michael Köhler eingangs gesagt. Er selbst machte keinen Hehl aus seiner Befürchtung, dass der Bau von Windanlagen mit einem Imageverlust für Bad Zwesten einher gehen würde.

Doch auch eine negative Haltung der Gemeinde habe keinen maßgeblichen Einfluss, sagte Köhler. Die Bedenken wegen der Flugsicherheit in der Nähe des Fritzlarer Bundeswehrflugplatzes seien ausgeräumt.

Nur der Artenschutz stelle einen gewichtigen Grund dar, die Windräder zu verhindern. Zudem könnten noch Bedenken des Denkmalschutzes den Bau verhindern.

„Auch wir waren überrascht über den Standort an der Altenburg“, sagte Haupt. Die maximale Höhe der Räder dürfe 548 Meter über Meereshöhe nicht überschreiten, erklärte Köhler, die auf der Altenburg vorgesehene Nabenhöhe würde bei 490 Metern liegen. Wegen der einzuhaltenden Abstände zwischen den Windrädern könnten maximal sechs dort entstehen.

Der Rest des Gebietes liegt auf der Borkener Seite in Richtung Kerstenhausen. Dessen beiden Eigentümer sind der Hessen-Forst und ein Privatwaldbesitzer. Der Abstand zur Hardtwaldklinik beträgt 2,3 Kilometer.

Stellungnahmen können bis zum 29. Mai beim Regierungspräsidium eingereicht werden, der Plan liegt bis zum 15. Mai aus. Informationen gibt es im Bad Zwestener Rathaus.

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