Ortskern schützen

Parlament trifft Entscheidung: Aus für Rewe-Neubau in Bad Zwesten

Wie es nach dem Ende des Vertrags zwischen Rewe und dem Gebäudeeigentümer weitergeht, ist aktuell noch ungewiss, so Thorsten Kehr, Kehr OHG.
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Wie es nach dem Ende des Vertrags zwischen Rewe und dem Gebäudeeigentümer weitergeht, ist aktuell noch ungewiss, so Thorsten Kehr, Kehr OHG.

Aus für die Neubaupläne eines Rewe-Marktes in Bad Zwesten: Die Gemeindevertreter haben sich in der Parlamentssitzung gegen einen neuen Standort ausgesprochen.

Bad Zwesten – Die Gemeindevertreter haben sich in der Parlamentssitzung am Donnerstag mit zwölf zu neun Stimmen gegen einen neuen Standort ausgesprochen. Investor Eberhard Unger von Kurhessen Gewerbebau reagierte auf HNA-Anfrage überrascht, als er von der Entscheidung hörte.

Kurhessen Gewerbebau wollte den Neubau mit der Rewe-Gruppe und dem Betreiber der jetzigen Rewe-Märkte in Bad Zwesten, die Kehr OHG (HNA berichtete). Der neue Supermarkt hätte auf der Fläche zwischen Kasseler Straße, Chaumont Allee und B 3 gebaut werden sollen. Damit hätte sich der aktuelle Rewe-Standort in Bad Zwesten laut Bürgermeister Michael Köhler rund 150 Meter weiter Richtung Kerstenhausen verlagert.

Die Parlamentarier haben sich nach eigenen Angaben seit Mai intensiv mit den Plänen für den Rewe-Neubau sowie den damit verbundenen Vor- sowie Nachteilen für die Gemeinde, speziell den Ortskern, beschäftigt.

Aus für Rewe-Neubau in Bad Zwesten: SPD, CDU und Grüne stellten ihre Sicht dar

SPD, CDU und Grüne stellten ihre Sichtweise in der Sitzung kurz dar. Dabei wurde deutlich, dass sie sich vor allem um die Lage des Einzelhandels im Ortskern sorgten. „Die Entscheidung wird lange nachwirken“, sagte Christina Philippi (SPD) in ihrer Rede. Die Fraktion hätte sich noch etwas mehr Bedenkzeit und einen Runden Tisch mit allen am Vorhaben Beteiligten gewünscht.

Philipp Rudolph (CDU) sah kein Problem, auf Basis der vorhandenen Informationen eine „solide Entscheidung“ zu treffen. Er führte den attraktiven Ortskern an, den es zu erhalten gelte. Sollte sich die Situation in Zukunft ändern, stehe die CDU einem Neubau oder einer Veränderung des Altgebäudes positiv gegenüber.

Ähnlich sah es Martin Häusling (Grüne). Derzeit jedoch sehe der Einzelhandelsverband mit dem Neubau eine Überversorgung an Lebensmitteln in der Gemeinde. Und: Dass Kurhessen Gewerbebau einen Teil der Fläche bereits gekauft habe, sei zum einen eigenes Risiko gewesen, zum anderen sei die Gemeinde mit den Neubau-Plänen des Investors unter Druck gesetzt worden.

Aus für Rewe-Neubau in Bad Zwesten: Torsten Kehr rechnete mit Absage

Aus den Neubau-Plänen wird aufgrund des Vetos der Gemeindevertretung erst mal nichts. Eberhard Unger von Kurhessen Gewerbebau, hatte mit seinem Unternehmen bereits einen Teil der Fläche für den Rewe-Neubau erworben. Die Ablehnung des Vorhabens komme nun umliegenden Kommunen zugute, so der Investor.

Im Gegensatz zu Unger hat Torsten Kehr, Geschäftsführer der Kehr OHG und Betreiber der derzeitigen Rewe-Märkte in Bad Zwesten, damit gerechnet, dass die Parlamentarier den Neubau ablehnen würden. Dieser hätte laut Kehr die Lebensmittelversorgung der Bad Zwestener für zehn bis 15 Jahre gesichert.

Anderenorts, beispielsweise in Frielendorf oder Neuental sind laut Kehr neue Supermärkte zugelassen worden. Die Kehr OHG werde zum 1. Dezember den neuen Rewe in Neuental übernehmen.

Der Vertrag zwischen dem Bad Zwestener Eigentümer des aktuellen Rewe-Gebäudes und Rewe laufe im März 2023 aus. „Ich weiß aktuell nicht, wie es dann in Bad Zwesten weitergeht.“ Das 23 Jahre alte Gebäude entspreche nicht mehr aktuellen Standards. Die Gemeindevertreter würden auf Zeit spielen und abwarten wollen, wie sich der Ortskern entwickle, das sei riskant. (Christina Zapf)

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