Geld zu sammeln und Gutes tun

Bad Zwesten: Schüler spenden Blut, um Abi-Kasse zu füllen

Bei der Blutspendeaktion der Jugenddorf-Christophorusschule Oberurff: (von links) Schülerin Isabelle Reinhard, DRK-Kreisverwaltungsleiterin Anika Pelz, Blutspendedienst-Teamleiterin Angela Aschenbrenner und Lehrer Michael Gebhardt im Kurhaus Bad Zwesten.
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Bei der Blutspendeaktion der Jugenddorf-Christophorusschule Oberurff: (von links) Schülerin Isabelle Reinhard, DRK-Kreisverwaltungsleiterin Anika Pelz, Blutspendedienst-Teamleiterin Angela Aschenbrenner und Lehrer Michael Gebhardt im Kurhaus Bad Zwesten.

Die Schüler des 13. Jahrgangs am Gymnasium der CJD Oberurff haben sich eine ungewöhnliche Aktion ausgedacht: Mit Blutspenden wollen sie ihre Abi-Kasse füllen.

56 Spender, davon 45 Erstspender, gaben jeweils einen halben Liter Blut. So kamen bei der Blutspende-Aktion im Bad Zwestener Kurhaus 200 Euro zusammen.

Die Idee hatte Organisatorin und Abiturientin Isabelle Reinhard. „Ich habe von einer Schule in Fulda gelesen, deren Schüler Blut gespendet haben, um sich den Abi-Ball zu finanzieren“, sagt sie. „So kann man das Thema Blutspenden mehr in die Köpfe der Menschen bringen.“

Viele Mitschüler seien begeistert gewesen, ein Drittel des Jahrgangs wollte spenden. „Einige haben abgesagt, weil sie Angst vor Nadeln haben“, sagt sie. Wer selbst kein Blut gespendet hat, der beteiligte sich auf andere Weise an der Organisation. Auch ein paar Volljährige aus unteren Klassen machten mit, genauso wie Eltern, Lehrer und Bekannte.

CJD Oberuff: Begrenzte Teilnehmerzahl bei Blutspende-Aktion

Wegen der Corona-Pandemie durfte allerdings niemand teilnehmen, der nichts mit der Schule zu tun hatte. Außerdem wurde die Aktion wegen des Lockdowns vom Schulgebäude ins Kurhaus Bad Zwesten verlegt und ein Hygienekonzept entwickelt. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) nahm die Blutspenden in festgelegten Zeiträumen nur für angemeldete Teilnehmer vor. Höchstens sechs durften es gleichzeitig sein. Sie wurden in Abständen auf Liegen im Saal des Kurhauses verteilt. Die DRK-Mitarbeiter prüften zunächst die Körpertemperatur und nahmen die Personalien auf. Im Gebäude herrschte Maskenpflicht.

„Für das DRK sind Blutspenden sehr wichtig“, sagt DRK-Kreisverwaltungsleiterin Anika Pelz. „Noch ist die Versorgung sichergestellt, aber in der jetzigen Situation ist unsicher, wie viel Blut in den kommenden Monaten gespendet werden kann.“

CJD Oberurff: Blutspenden gehen größtenteils an hessische Krankenhäuser

Die Pandemie-Einschränkungen machten die Organisation von Blutspenden schwierig, unter anderem, weil die Teilnehmer sich vorher anmelden müssten und weniger an einem Tag spenden könnten.

„Viele scheuen sich zurzeit auch aus Angst vor einer Corona-Infektion beim Spenden“, sagt Blutspendedienst-Teamleiterin Angela Aschenbrenner. „Doch die Spenden sind so wichtig, dass sie selbst während des Lockdowns unter Auflagen stattfinden können“, sagt sie.

Unterstützt wurden die Schüler und das DRK unter anderem vom Rewe-Markt in Bad Zwesten, der für die Aktion Getränke gespendet hat, und von Lehrern wie Michael Gebhardt. Er betreut den Schulsanitätsdienst. „Ich finde es toll, was die Schüler auf die Beine gestellt haben“, sagt er. Bedenken, dass etwas schiefgehen könnte, hatte er nicht. „Ich war selbst schon so oft Blut spenden, das klappt auch mit den Schülern.“

Das gespendete Blut dieser Aktion wird laut Aschenbrenner größtenteils auf Krankenhäuser in Hessen verteilt. Und das Geld in der Abi-Kasse? „Wir hoffen, dass wir am 10. Juli wie geplant einen Abi-Ball oder etwas Ähnliches von dem Geld machen können“, sagt Schülerin Isabelle Reinhard.

Von Fabian Becker

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