Auszeichnung für Dr. Ferhat Derman

Ein Leben für Beethoven: Ehrenurkunde für Organisator der Meisterkonzerte in Bad Zwesten

Dr. Ferhat Derman organisiert seit 30 Jahren die „Bad Zwestener Meisterkonzerte“. Als Zeichen der Wertschätzung für sein Engagement hat die Gemeinde eine Ehrenurkunde beim Verein „Beethoven Haus“ beantragt und ihm überreicht. Auf dem Foto steht er neben einer Beethoven-Büste vor seiner Praxis.
+
Dr. Ferhat Derman organisiert seit 30 Jahren die „Bad Zwestener Meisterkonzerte“. Als Zeichen der Wertschätzung für sein Engagement hat die Gemeinde eine Ehrenurkunde beim Verein „Beethoven Haus“ beantragt und ihm überreicht.

Als Wertschätzung hat die Gemeinde Bad Zwesten kürzlich Dr. Ferhat Derman, dem Organisator der Meisterkonzerte, eine Ehrenurkunde des Vereins „Beethoven-Haus“ überreicht.

Bad Zwesten - „Beethovens Werke sind für die Ewigkeit“, sagt Dr. Ferhat Derman aus Bad Zwesten. Er gerät bei dem berühmten deutschen Komponisten ins Schwärmen – und gibt ihm viel Raum in seinem Leben. Um noch mehr Menschen für Ludwig van Beethoven und die klassische Musik zu begeistern, hat Dr. Derman mit seiner Frau Marie-Luise bereits vor mehr als drei Jahrzehnten die Reihe der „Bad Zwestener Meisterkonzerte“ ins Leben gerufen. Seither bereichert er damit das kulturelle Programm des Kurortes: Er holt Musiker aus aller Welt nach Bad Zwesten.

Als Zeichen der Wertschätzung seiner Verdienste hat die Gemeinde kürzlich dem 73-Jährigen eine Ehrenurkunde des Vereins „Beethoven-Haus“ zusammen mit einer Jahresmitgliedschaft überreicht. Der Verein hatte 1889 das gleichnamige Beethoven-Zentrum in Bonn gegründet. Mit der Jahresmitgliedschaft erhält Dr. Derman vergünstigten Zutritt zum Museum und Ermäßigungen für die vom Beethoven-Haus veranstalteten Konzerte im Kammermusiksaal.

Ehrenurkunde für Beethoven-Fan in Bad Zwesten

In diesem Jahr wäre Ludwig van Beethoven 250 Jahre alt geworden. „Das Jubiläum wird wegen der Pandemie nicht gewürdigt“, sagt Derman. Eigentlich hatte der Beethoven-Liebhaber seine Konzertreihe diesmal thematisch dem Komponisten gewidmet. Aufgrund der Coronakrise fanden jedoch nur drei von 21 Konzerten statt. Den Künstlern, die nicht auftreten konnten, will der 73-Jährige eine Entschädigung zahlen – aus eigener Tasche.

„Die Pandemie hat alles kaputtgemacht“, sagt Derman, der seit Mitte der 1970er-Jahre eine Zahnarztpraxis in Bad Zwesten führt. Auch dort ist Beethoven präsent – beispielsweise als Büste vor dem Eingang. Oft seien die Meisterkonzerte trotz Zuschüssen der Gemeinde nicht kostendeckend gewesen, sagt der Dentist, der die Defizite stets privat ausgeglichen hat: „Gewinn ist nicht mein Ziel“. Ihm geht es darum, mit großartigen Künstlern den Menschen im ländlichen Raum klassische Musik und besonders Beethoven näherzubringen. Orchester und Künstler wie die Gitarristin Heike Matthiesen, Pianist Alexander Urvalov und Pianistin Aleksandra Mikulskain sind schon bei den Meisterkonzerten aufgetreten.

Doch wie wurde Derman zum Beethoven-Liebhaber? „Es war für mich unglaublich“, erinnert er sich an seine erste Berührung als Neunjähriger mit dessen Musik. „Ich habe seine Werke also schon als Kind gehört und die Sonate C-Moll auf meiner Mandoline gespielt“, sagt Derman.

Die Ehrenurkunde des Beethoven-Hauses ist nicht die erste Auszeichnung für den Organisator der Meisterkonzerte

Seither ist Beethoven ein Teil seines Lebens. Dermans Vater arbeitete vor dem Zweiten Weltkrieg für den Arzt Ferdinand Sauerbruch an der Berliner Charité: „Von dort hat er Beethoven in unser Haus gebracht“, sagt Derman – denn auch seinen Vater beeindruckte dessen Musik.

Die Ehrenurkunde vom Verein „Beethoven-Haus“ ist nicht die erste Auszeichnung, die der 73-Jährige für sein leidenschaftliches Engagement rund um Beethoven erhalten hat. Gemeinsam mit seiner Frau ist er Träger des Paul-Dierichs-Preises, der Goldenen Ehrnadel mit Ehrenurkunde der Gemeinde Bad Zwesten und Träger des Bundesverdienstkreuzes.

Wie es mit den Meisterkonzerten weitergeht, stehe noch nicht fest. Derman fehlt derzeit – der Corona-Pandemie geschuldet – noch eine Räumlichkeit. Dadurch sei die Fortführung der Veranstaltungsreihe in Gefahr. (Von Christina Zapf)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.