Untere Naturschutzbehörde habe keine Zustimmung erteilt

Bad Zwesten fällt ohne Erlaubnis Bäume

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Nur noch Baumstümpfe: Am Ortsausgang von Betzigerode wurden drei Linden gefällt. 

Die Gemeinde Bad Zwesten hat drei Linden abgesägt, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und auch weil die Zeit drängte. Doch das zog eine Anfrage im Kreistag nach sich. 

Drei Linden, die am Ortsausgang von Betzigerode standen und Ende Februar gefällt wurden, sowie eine Hecke, die gerodet worden ist, zogen nun eine Anfrage im Kreistag nach sich. Die Grünen wollten wissen, wer die Fällung in Auftrag gegeben hatte und ob sie im Zusammenhang mit der Sanierung der Kreisstraße stehe.

Nach Angaben des Landkreises hat die Gemeinde Bad Zwesten die Fällung der Bäume veranlasst. Die Untere Naturschutzbehörde sei daran nicht beteiligt gewesen und habe keine Zustimmung oder Genehmigung erteilt.

„Wir haben in dem Fall einen Fehler gemacht, doch ich stehe dazu“, erklärte Bürgermeister Michael Köhler auf Anfrage der HNA. Seiner Darstellung nach sei der Gemeinde mitgeteilt worden, die Ortsdurchfahrt von Betzigerode werde im Juni oder Juli saniert. Dabei wollte die Kurgemeinde auch die Gehwege sanieren, denn die Wurzeln der Bäume hatten den Asphalt hochgedrückt. Der Weg sei, ebenso wie die Straße, derart uneben gewesen, dass Fußgänger und Autofahrer in diesem Bereich gefährdet waren. Da die Gemeinde die Pflicht für sichere Gehwege habe, habe man sich entschlossen, den Gehweg zu erneuern und dazu die Bäume zu fällen.

Weil die Zeit drängte, stellte man eine Dokumentation zusammen und übersandte sie der Unteren Naturschutzbehörde. Von dort habe man die Nachricht erhalten, man solle die Vegetationszeit und die Vogelbrut beachten. Der Entschluss, die Bäume zu fällen sei schnell gefasst worden, denn ab März wäre es nicht mehr möglich gewesen. Man hätte bis zum Herbst warten müssen. Da wären allerdings die Straßenbauarbeiten abgeschlossen gewesen. Die Hecke wurde bei den Baumfällarbeiten etwas beschädigt. Laut Köhler wurde sie daraufhin allerdings nicht gerodet, sondern lediglich auf Stock gesetzt und werde gesund wieder nachwachsen.

„Wir hatten Kontakt mit der Unteren Naturschutzbehörde, der formale Schritt für die Genehmigung fehlte“, sagt Köhler. Der soll nun nachgeholt werden. Ebenso nachgeholt werden sollen nach Angaben des Bürgermeisters die Ausgeleichsmaßnahmen für die Fällung der drei Linden.

„Wir werden, wie wir es im Wald auch tun, mehr pflanzen als die drei Bäume“, erklärte Köhler. Für die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sei ein Fachbüro beauftragt worden.

„Geeignete Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sind noch nicht verbindlich geklärt und sichergestellt“, teilte Stephan Bürger, Pressesprecher des Schwalm-Eder-Kreises, auf Nachfrage mit. 

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