Schäden werden behoben

Fassade und Dach der Kirche in Bad Zwesten werden saniert

Das Gerüst steht und die Arbeiten an Fassade und Dach der Evangelischen Kirche haben begonnen. Das freut Pfarrerin Eva-Maria Molnár.
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Das Gerüst steht und die Arbeiten an Fassade und Dach der Evangelischen Kirche haben begonnen. Das freut Pfarrerin Eva-Maria Molnár.

Endlich, nach jahrelangem Warten, haben die Sanierungsarbeiten an der Evangelischen Kirche in Bad Zwesten begonnen. An der Außenfassade werden Schäden behoben.

Bad Zwesten – Der Dachstuhl der Kirche wird stabilisiert und das alte, undichte Dach neu gedeckt. Das Gerüst steht, ein Kran für die Arbeiten am Dach soll noch aufgestellt werden.

Der Kirchturm wurde bereits 2009 saniert. Jetzt ist das Kirchenschiff dran. Ein Teil des Zements zwischen den Fugen der alten Mauern ist bereits entfernt. „Das Fugenmaterial passt nicht zum Mauerwerk“, sagt Architekt Jürgen Rudolph aus Niedenstein. Das habe zu Schäden an den Sandsteinen geführt.

Die Fugen werden nun gereinigt und mit neuem Mörtel, der besser an die Eigenschaften der Steine angepasst ist, neu ausgefüllt. Nach der Sanierung soll die Fassade ein einheitliches Bild abgeben. Das ist bislang nicht der Fall. So markieren beispielsweise Mauerklammern den Übergang zwischen den Bauabschnitten.

Die Kirche besteht aus einzelnen Abschnitten aus unterschiedlichen Zeiten

Das älteste Mauerstück stammt aus dem Mittelalter, ein weiteres von der Erweiterung in den 1840er Jahren. „Man kann die einzelnen Abschnitte, das Alter und die Historie ablesen“, sagt Rudolph. Auch die Portale werden überarbeitet. „Die Kirche ist ein Flickenteppich“, sagt Molnár. Es sei immer stückweise etwas gemacht worden.

Während auf der Nordseite Fachwerk zu sehen ist, wurde der obere Teil des Mauerwerks auf der Südseite verschiefert. „Der Schiefer zerbröselt“, sagt Rudolph. Wenn bei Sturm Teile herunterfallen, ist das laut Pfarrerin Eva-Maria Molnár gefährlich. Da müsse etwas passieren.

Architekt Jürgen Rudolph und Pfarrerin Eva-Maria Molnár. Im Hintergrund die Kirchenmauer, die saniert wird.

Sanierung der Evangelischen Kirche in Bad Zwesten: Jahrelang wurden Spenden gesammelt

Jahrelang sammelten die Bad Zwestener Spenden für die Sanierung. Mehr als 95.000 Euro sind zusammengekommen. Der Betrag wurde über die Stiftung Kirchenerhaltungsfonds der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck verdoppelt, sagt die Pfarrerin. Wenn die Sanierung von Fassade und Dach bestenfalls im Dezember abgeschlossen ist, soll möglichst bald der Innenbereich der Kirche drankommen. Dort habe sich seit der Renovierung 1977 nichts mehr getan.

Die Mitglieder der Kirchengemeinde hätten gerne wieder den ursprünglich einmal vorhandenen Mittelgang zurück. Ob das möglich ist, steht laut Molnár noch nicht fest. Derzeit stehen in der Kirche durchgehende Bänke. Auch viele weitere Wünsche gebe es. „Aber zuerst muss die Frage geklärt werden: Ist das umsetzbar?“, so Molnár.

Die Evangelische Kirche in Bad Zwesten soll nach der Sanierung auch kulturell genutzt werden

Das Gebäude soll künftig vielfältiger genutzt werden können, beispielsweise für kulturelle Veranstaltungen, indem Toiletten und eine Küche eingebaut werden. Außerdem sollen auch die Fenster fachgerecht eingepasst werden. „Sie gehen teilweise nicht richtig auf und zu“, sagt Rudolph.

Bei der Innenrenovierung soll das Vordach über dem Portal auf der Nordseite erneuert werden. Bei den Arbeiten am Turm wurde es im Jahr 2009 provisorisch aus Holz errichtet, um einen geschützten Eingangsbereich zu schaffen. Sowohl bei der äußeren Sanierung als auch bei den Veränderungen im Kirchraum muss der Denkmalschutz beachtet werden. (Christina Zapf)

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