Sanierung von Kulturdenkmal

Obermühle Niederurff: Der Umbau ist ein Mammutprojekt

Sanieren seit 12 Jahren die Obermühle in Niederurff: René und Katharina Hublitz. Nun berichten sie über den aktuellen Stand ihres Herzensprojekts.
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Sanieren seit 12 Jahren die Obermühle in Niederurff: René und Katharina Hublitz. Nun berichten sie über den aktuellen Stand ihres Herzensprojekts.

René und Katharina Hublitz haben sich einer Mammutaufgabe gestellt: Seit zwölf Jahren sanieren sie die aus dem Mittelalter stammende Obermühle in Niederurff, die stark verfallen war.

Niederurff – Sie sind ein Paradebeispiel für Mut, Geduld und Durchhaltevermögen. René und Katharina Hublitz stemmen ein Riesenprojekt: Seit zwölf Jahren sanieren sie die aus dem Mittelalter stammende Obermühle in Niederurff, einem Ortsteil von Bad Zwesten.

Trotzdem ist noch kein Ende der Bauarbeiten in Sicht, allerdings soll das Haupthaus bis Ende des Jahr größtenteils saniert sein. Das hat auch ein bisschen was mit der Corona-Pandemie zu tun. Denn der Hausherr selbst stemmt den größten Teil der Arbeiten alleine – und da er derzeit in Kurzarbeit ist, geht es auf der Baustelle flott voran.

Obermühle Niederurff: Sanierung nahezu in Eigenarbeit

Das Paar hatte 2009 die völlig heruntergekommene historische Mühle gekauft, um seinen Traum vom nachhaltigen Leben auf dem Land zu verwirklichen. Damals habe niemand im Umfeld geglaubt, dass es möglich sein würde, das Terrain mit Mühle, Haupthaus und Nebengebäuden nahezu in Eigenarbeit herzurichten.

„Selbst das Denkmalamt hat uns davon abgeraten“, sagt René Hublitz. Doch er und seine Frau ließen sich nicht beirren und zogen vorläufig in einen besser erhaltenen Teil des baufälligen Gebäudes. In ihrer Freizeit bauten, hämmerten und bohrten sie.

Sie brachten sie das Mühlrad wieder in Gang, richteten den Wassergraben komplett neu her und nutzen seitdem Energie aus Wasserkraft. Auf dem Hof ragt ein Baukran gen Himmel, daneben parkt der Bagger. Im eigenen Sägewerk schneidet Hublitz das Holz, das er aus seinem Privatwald bei Trockenerfurth holt und damit den gesamten Gebäudekomplex heizt.

René Hublitz zeigt den unteren Teil des historischen Mühlrades, das er nur zu Demonstrationszwecken wieder instand setzt.

Marode Dachziegeln ersetzt René Hublitz durch historische Ebenbilder, die er von Abrisshäusern bezieht. Ende dieses Jahres sollen 70 Prozent aller Arbeiten erledigt sein. Die Fassade des Haupthauses hat René Hublitz schon erneuert, sie muss nur noch gestrichen werden. Das Herzstück der Küche wird das historische Mahlwerk sein, das er gerade saniert.

Obermühle Niederurff: Bald Umzug in Haupthaus geplant

Trotz des aufwendigen Mühlenumbaus haben René und Katharina Hublitz beruflich Karriere gemacht. Der 45-Jährige ist Projektleiter bei Thyssenkrupp und kommt viel in der Welt herum, seine 35-jährige Frau arbeitet ganztags als Lehrerin an der Georg-August-Zinn-Schule in Gudensberg. Da bleibe mal mehr und mal weniger Zeit für die Arbeit am Haus.

Vor vier Jahren bezogen sie das als erstes fertig sanierte Nebengebäude. Dort wollen sie so lange wohnen, bis das Haupthaus fertig ist. In der kleinen Wohnung entstand alles in ökologischer Bauweise mit vielen historischen Elementen. Eine ehemalige Durchfahrt wurde zum Flur, der ein wenig wie im Mittelalter anmutet, mit historischer Treppe und Sandsteinfußboden.

Die Holzdielen wiederum stammen aus der eigenen Produktion am Sägewerk und die Wände sind verputzt und haben eine Wandheizung. Dort hat das Paar einen Rückzugsort abseits der Baustelle gefunden. Im riesigen Garten halten sie Ziegen sowie Hühner und betreiben einen kleinen Nutzgarten. So hatten sie sich das Leben in der Mühle vorgestellt.

Bis alles fertig sein wird, werden noch einmal zehn Jahre ins Land gehen, sagt René Hublitz. „Das ist ein Lebensprojekt, da ist der Weg das Ziel“, sagt er. Und wirklich fertig sei man bei einem solchen Projekt wie der Obermühle ohnehin nie.

Info: Wer den Ausbau der Obermühle verfolgen will: obermuehle-niederurff.de

Von Christine Thiery

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