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Bad Zwesten wappnet sich für Stromausfall

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Von: Christina Zapf

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Aus einem Wasserhahn fließt Wasser in ein Glas.
Ein mehrtägiger Stromausfall hätte in Bad Zwesten aktuell zur Folge, dass es nach rund 48 Stunden kein Trinkwasser mehr gibt. © Antje Thon

Die Gemeinde Bad Zwesten will mehrere Dieselnotstromaggregate anschaffen, um bei einem mehrtägigen Stromausfall die Wasserver- und Abwasserentsorgung sicherstellen zu können.

Bad Zwesten – Die Gemeinde Bad Zwesten wird vier bis fünf Dieselnotstromaggregate anschaffen, um bei einem Stromausfall oder bei einem Blackout (tagelang kein Strom) wichtige Infrastrukturen aufrechterhalten zu können. Acht Parlamentarier befürworteten die Investitionen, sieben waren dagegen und sechs enthielten sich.

Der Deutsche Städtetag habe einen Blackout als „ein realistisches Szenario“ eingeschätzt, sagte Bürgermeister Michael Köhler in der jüngsten Gemeindevertretersitzung. Dieselnotstromaggregate würden benötigt, um die Stromversorgung für die Wasserver- und Abwasserentsorgung, das Rathaus, die Feuerwehrhäuser, die Kindertageseinrichtungen, die Notunterkünfte (Kurhaus und Dorfgemeinschaftshäuser) sicherzustellen. Hinzukomme das Bevorraten von Betriebsmitteln (Diesel).

Unter anderem soll ein Tank angeschafft werden, der 5000 Liter Diesel fassen kann. Die Gesamtkosten schätzt Köhler auf 104 000 Euro. Letztendlich werde der Betrag vermutlich jedoch etwas höher ausfallen.

Bad Zwesten: Kein Strom legt Wasserver- und Abwasserentsorgung lahm

„Wir können nicht absehen, ob es eine Notlage oder einen Blackout geben wird“, sagte Köhler. Aber man müsse damit rechnen, dass Stromausfälle stattfinden – wegen Überlastung des Netzes oder Hackerangriffen. „Wir wollen gerüstet sein“, so Köhler. Der Landkreis unterstütze über den Kreisausgleichsstock die Anschaffung von Notstromaggregaten und übernehme bis zu 70 Prozent der Kosten. Der Kreisausgleichsstock dient dazu, finanziell schwächeren Kommunen zu helfen und so bestehende Strukturunterschiede auszugleichen.

Der Wasservorrat in den Hochbehältern der Gemeinde reiche rund 48 Stunden. „Am dritten Tag haben wir kein Wasser mehr“, sagte Köhler. Denn ohne Strom funktionierten die Pumpen nicht, die das Wasser in die Hochbehälter pumpen.

„Unser Haushalt ist defizitär. Ich dachte, es geht darum, Geld zu sparen?“, sagte Stefan Arndt (Grüne). Er halte nichts von vorschnellen, nicht gut durchdachten Anschaffungen. „Es ist besser, vorzusorgen“, sagte Philipp Rudolph (CDU). Doch auch er merkte an, dass der Haushalt defizitär sei, die Gemeinde sparen müsse und das Geld für die Notstromaggregate umsonst ausgegeben werden könnte.

Einig waren sich Parlamentarier und Bürgermeister darin, dass die Notstromaggregate, wenn sie denn bestellt würden, zeitnah geliefert werden müssten. Rudolph machte darauf aufmerksam, dass bei einer Anschaffung auch Nachfolgekosten beispielsweise für die Wartung hinzukämen.

Bad Zwesten: Gemeinde soll Notstromaggregate anschaffen

Martin Häusling (Grüne) hielt die von Köhler vorgeschlagenen Investitionen für überzogen. „Das können wir nicht leisten. Ich weiß nicht, wo es herkommen soll.“ Man solle nur das unbedingt Notwendige tun und nichts ad hoc beschließen. „Wir sind spät dran“, sagte Robert Koch (SPD) mit Blick auf die Bestellung. In einem kleineren Kreis als der Gemeindevertretung solle darüber diskutiert werden, wie sich die Gemeinde bei längeren Stromausfällen besser aufstellen könnte.

Christina Philippi (SPD) sagte: „Man wird erst hinterher wissen, was richtig war.“ Außerdem forderte sie, endlich den Arbeitskreis „Katastrophenschutz“ zu gründen. Köhler schlug zusätzlich den Kompromiss vor, dem die Parlamentarier mehrheitlich zustimmten: Die Notstromaggregate im Wert von rund 62 000 Euro würden nur angeschafft, wenn sie auch bald geliefert werden könnten.

„Keiner kann in die Zukunft schauen, aber die Sicherung der Abwasserentsorgung und der Wasserversorgung halte ich für sehr wichtig“, so Köhler. Diesen Punkt hielten auch Rudolph und Alexandra Wiesner-Toennes (Bürgerliste) für drängend. (Christina Zapf)

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