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Bewohner von Awo-Seniorenheim in Bad Zwesten zeigen Gemälde im Kurhaus

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Von: Christina Zapf

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Freuen sich auf die Ausstellung: von links (hinten) Susanne Shera, Tochter von Gisela Tomberger, Bürgermeister Michael Köhler, Margit Broschart vom Seniorenbeirat Bad Zwesten, (vorne) Irmgard Tittl (80), Sigrun Gölling, Vorsitzende des Seniorenbeirats, und Gisela Tomberger (87).
Freuen sich auf die Ausstellung: von links (hinten) Susanne Shera, Tochter von Gisela Tomberger, Bürgermeister Michael Köhler, Margit Broschart vom Seniorenbeirat Bad Zwesten, (vorne) Irmgard Tittl (80), Sigrun Gölling, Vorsitzende des Seniorenbeirats, und Gisela Tomberger (87). © Christina Zapf

Rund 30 Kunstwerke von Bewohnerinnen des Awo-Seniorenheims in Bad Zwesten sind am Mittwoch, 10. August, ab 14 Uhr für etwa vier Stunden im Clubraum des Kurhauses zu sehen.

Bad Zwesten – Die Ausstellung hat der Seniorenbeirat Bad Zwesten im Auftrag von Angehörigen der künstlerisch tätigen Bewohnerinnen organisiert.

Jeden Montagnachmittag malt Awo-Mitarbeiterin Morena Lai zusammen mit den fünf Seniorinnen. „Wir sind die Montagsmaler von der Awo“, sagt Gisela Tomberger. Dass sich die Kunstwerke, die dabei entstehen, sehen lassen können, davon dürfen sich die Ausstellungsbesucher nun überzeugen.

Bewohner des Awo-Seniorenheims haben ihre Liebe zum Malen entdeckt

Irmgard Tittl und Gisela Tomberger haben über das Awo-Angebot ihre Liebe zum Malen entdeckt. „Mit Familie und Kindern hatte ich keine Zeit zum Malen“, sagt Tomberger. Die 87-Jährige hat seit Langem Gelenkrheuma und kann deshalb keinen Pinsel in der Hand halten. Doch das hindert sie nicht daran, ihre Ideen mit Acrylfarbe auf die Leinwand zu bringen.

Sie malt mit einem Schwamm-Stück und einer Zahnbürste. „Man muss sich nur zu helfen wissen“, sagt sie. 60 Jahre ihres Lebens hat sie in Hamburg gelebt. Da es ihre Tochter Susanne Shera nach Bad Zwesten verschlagen hat, lebt sie nun dort im Awo-Seniorenheim – nah bei einem Teil ihrer Familie.

Tomberger und Tittl haben sich für Natur- und Landschaftsmotive entschieden. So hat Tomberger unter anderem einen Wasserfall gemalt und Tittl einen rötlichen Sonnenuntergang hinter bewaldeten Hügeln. „Was wir malen, können wir selbst entscheiden“, sagt Tittl.

Im Awo-Seniorenheim in Bad Zwesten wird gerne gemalt

Die 80-Jährige freut sich, jeden Montag auf die zwei kreativen Stunden zwischen Mittagessen und Nachmittagskaffee. „Wir malen so lange, bis wir keine Lust mehr haben“, sagt sie. Irmgard Tittl hat 20 Jahre in Bad Wildungen gelebt und dort gemeinsam mit ihrer Tochter eine Gaststätte betrieben. Nachdem sie entschieden, diese aufgrund ihrer beider Alter zu verkaufen, zog die 80-Jährige nach Bad Zwesten. Nach drei Jahren starb ihr Mann, „deshalb bin ich hier“, sagt sie.

„Wir vom Seniorenbeirat fanden die Bilder sehenswert und möchten den Künstlern auf diesem Wege unsere Wertschätzung ausdrücken“, sagt Sigrun Gölling, Vorsitzende des Seniorenbeirats Bad Zwesten.

Die Materialien für den Malkurs werden von der Awo und über Spenden finanziert. Die Keilrahmen stellen Shera und ihre Mutter. Bilder von Tomberger hängen in Zürich – bei ihrem Sohn und sogar in Casablanca – dort wohnt eine Enkelin.

Wöchentlicher Malkurs im Awo-Seniorenheim in Bad Zwesten

Im Anschluss an die Ausstellung im Kurhaus lädt die Gemeinde, so Bürgermeister Michael Köhler, die Künstlerinnen auf ein Eis ein.

Der wöchentliche Malkurs im Awo-Seniorenheim sei ein Lichtblick im Alltag der teilnehmenden Bewohner. Die Corona-Pandemie hat, so Gölling, dazu geführt, dass viele zuvor selbstverständliche Angebote weggebrochen sind. Noch immer finden aus Angst vor Ansteckungen keine Spielenachmittage mehr statt – diese hatten der Seniorenbeirat und der Sozialverband VdK Bad Zwesten organisiert. Auch die einst regelmäßigen Besuche der örtlichen Kindergartenkinder im Awo-Seniorenheim können immer noch nicht wieder stattfinden. (Christina Zapf)

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