Nach Brexit

Überraschung nach Amazon-Bestellung: Post verlangt plötzlich Zollgebühren

Friedrich Benzenberg ist froh, dass Amazon ihm die Zollgebühren zurückerstattete.
+
Friedrich Benzenberg ist froh, dass Amazon ihm die Zollgebühren zurückerstattete.

Nach einer Bestellung bei Amazon zahlt ein Mann aus dem Schwalm-Eder-Kreis plötzlich Zollgebühren bei der Post. Was ihm passiert ist, ist bei weitem kein Einzelfall.

Bad Zwesten – Friedrich Benzenberg will, dass seine Mitmenschen nicht unnötig Zollgebühren bezahlen. Denn genau das tat er verwundert, als er kürzlich ein Päckchen in der Postfiliale abholte. 11,70 Euro solle Friedrich Benzenberg zahlen, hieß es in der Postfiliale, als er ein Päckchen abholte: 5,70 Euro Einfuhrabgaben und sechs Euro Service-Gebühren an die Deutsche Post. Benzenberg kam der Aufforderung nach. Dabei ging er davon aus, dass das Päckchen von Verwandten aus Kolumbien oder aus Albanien stammte. Dennoch wurde er stutzig, denn normalerweise müsse er bei Post aus diesen Ländern keinen Zoll bezahlen.

Amazon-Bestellung: Lieferant hat Sitz in London

Zuhause stellte sich dann heraus, dass das Päckchen einen anderen Ursprung hatte. Benzenbergs Frau hatte einen Eisportionierer im Wert von 23 Euro über Amazon bestellt. Der Löffel wurde jedoch über einen Anbieter mit Sitz in London auf der Plattform des Onlineversandhändlers angeboten.

Benzenberg erkundigte sich dann bei Amazon darüber, was es denn mit den Zollgebühren auf sich habe. Dabei stellte sich heraus: Der Anbieter habe ihm als Kunden unzulässigerweise den Zoll aufgedrückt, sagt Benzenberg. „Amazon hat mir das Geld sofort überwiesen“, so der Bad Zwestener. Er lobt das Unternehmen für dessen Kooperationsbereitschaft.

Amazon und Brexit: Vorsicht bei der Bestellung von Waren aus Großbritannien

Dem Gespräch mit dem Amazon-Mitarbeiter habe er entnommen, dass der Vorfall kein Einzelfall war. „Amazon war gleich im Bilde“, sagt Benzenberg. Was er dennoch aus der Geschichte gelernt hat: „Ich werde in Zukunft Waren aus England mit großer Vorsicht bestellen“, sagt Benzenberg.

Seit dem 31. Januar 2021 gehört Großbritannien nicht mehr zur Europäischen Union, sondern ist ein „Drittstaat“. Waren jeglichen Werts, die dort bestellt werden, sind laut Bundesfinanzministerium einfuhrumsatzsteuerpflichtig. Zum 1. Juli 2021 ist die bisherige Freigrenze von 22 Euro weggefallen. Zoll muss zusätzlich ab einem Warenwert von 150 Euro entrichtet werden. Für Geschenksendungen gelten besondere Regelungen. Diese sind bis 45 Euro abgabenfrei. Bei Bestellungen über den Onlineversandhändler Amazon sind Zollgebühren jedoch meist schon im Preis mit einberechnet.

Mit dem Schwalm-Eder-Newsletter der HNA immer auf dem Laufenden bleiben!

Amazon bietet Abwickeln von Zollformalitäten an

Auf HNA-Anfrage verwies Amazon auf seine Homepage. Dort wird erklärt, dass Amazon während eines Bestellvorgangs Zölle, Abgaben und Steuern („Vorauszahlung der Importgebühren“) schätzt.

Der Onlineversandhändler biete Kunden, die über Amazon Global und den Amazon Global Store einkaufen, sowie für Artikel, die von einem externen Verkäufer verkauft und durch Amazon versandt wurden, das Abwickeln der Zollformalitäten in ihrem Namen an. Weiter heißt es: Wenn die tatsächlichen Importgebühren geringer sind als die geschätzte Vorauszahlung der Importgebühren, werde dem Kunden automatisch die Differenz auf die Zahlungsmethode erstattet, die für die Bestellung verwendet wurde. (Christina Zapf)

Das US-Unternehmen sorgte kürzlich auch anderweitig für Schlagzeilen: Amazons Sprachassistent Alexa forderte ein Mädchen auf, sich einen Stromschlag zu holen. Dessen Mutter ist entsetzt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.