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Bürgermeisterwahl in Bad Zwesten: Michael Köhler tritt nicht mehr an

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Von: Christina Zapf

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Michael Köhler ist seit 1999 Bürgermeister von Bad Zwesten. Nach vier Amtsperioden als Rathauschef soll nun bald Schluss sein.
Michael Köhler ist seit 1999 Bürgermeister von Bad Zwesten. Nach vier Amtsperioden als Rathauschef soll nun bald Schluss sein. © Gemeinde Bad Zwesten

Seine Entscheidung steht fest: Michael Köhler wird bei der Bürgermeisterwahl 2023 nicht kandidieren. Wir haben mit ihm über die Gründe für seine Entscheidung gesprochen.

Bad Zwesten – Seine Entscheidung steht fest: Michael Köhler wird bei der Bürgermeisterwahl 2023 nicht kandidieren. Das teilte er der HNA mit. Diese Nachricht dürfte für viele Bad Zwestener eine Überraschung sein, schließlich ist Michael Köhler seit 23 Jahren eine Konstante im Kurort. 28 Jahre alt war der heute 51-Jährige, als er zum ersten Mal zum Rathauschef gewählt wurde – damals als jüngster Bürgermeister Hessens.

Haarscharf, mit gerade einmal 23 Stimmen Vorsprung gegenüber seinem Mitwerber Achim Gutke (SPD) wurde Michael Köhler am 30. Mai 1999 zum Bürgermeister von Bad Zwesten gewählt. Es war der Start für eine lange Karriere als Rathauschef. Bei den beiden nächsten Bürgermeisterwahlen siegte Köhler jeweils mit klarem Vorsprung. In die vierte Runde ging er 2017 ohne Gegenkandidaten und erhielt 82 Prozent der Stimmen.

Bad Zwesten: Der neue Bürgermeister wird im März 2023 gewählt

Köhler ist aktuell der dienstälteste Rathauschef im Schwalm-Eder-Kreis. Er hat das Amt seit 1999 inne. Am Ende seiner derzeitigen Amtszeit wird er 24 Jahre lang Bürgermeister im Kurort gewesen sein.

Gewählt wird der neue Rathauschef am Sonntag, 12. März. Eine Stichwahl würde am Sonntag, 26. März stattfinden. Bewerbungen für das Amt des Bürgermeisters können bis Montag, 2. Januar 2023, eingereicht werden.

Interview mit Michael Köhler: Die Gründe für seine Entscheidung

Wir haben Michael Köhler nach den Gründen für seine Entscheidung, nicht mehr zu kandidieren, gefragt.

Herr Köhler, warum wollen Sie nicht mehr Bürgermeister von Bad Zwesten sein?

Die Entscheidung habe ich mir nicht leicht gemacht, zumal ich für eine weitere Amtszeit große Unterstützung unter den Menschen der Gemeinde verspürt habe. Viel hätte auch für eine erneute Kandidatur gesprochen: meine langjährige Erfahrung, mein Alter, mein Netzwerk und die Bindung zu den Bürgern. Dennoch habe ich beschlossen, aufzuhören.

Aber was sind denn konkret die Motive für Ihre Entscheidung?

Ich bin weder krank noch amtsmüde. Bürgermeister ist der schönste Beruf, den ich mir vorstellen kann. Ich höre auf, weil ich die politischen Ränkespiele in Bad Zwesten satthabe. Sie rauben viel Energie und Zeit und hindern mich daran, mein Amt optimal auszuüben.

Gibt es weitere Gründe, die Sie dazu veranlasst haben, von einer erneuten Kandidatur abzusehen?

Ja, die gibt es. Ich hätte mir für den Kurort mehr finanzielle Unterstützung vom Land Hessen gewünscht. Unter den Rettungsschirm durfte die Gemeinde seinerzeit nicht schlüpfen, eine Entschuldung über die Hessenkasse war nicht darstellbar und zuletzt gab es auch kein Geld für die Ortskernentwicklung. Es ist enttäuschend, wie wenig Unterstützung ein kleiner finanzschwacher Kurort mit so einer wichtigen Aufgabe wie dem Thema Gesundheit erhält.

Was haben Sie denn nach in Ihrer Amtszeit vor?

Künftig strebe ich nach einer angemessenen Work-Life-Balance. In 23 Jahren mit regelmäßig 60 bis 70 Arbeitsstunden pro Woche ist privat viel auf der Strecke geblieben. Ich habe noch viel Power, möchte aber künftig einer geregelteren Arbeit nachgehen. Bis dahin gebe ich aber in Bad Zwesten weiterhin Vollgas.

Wie werten Sie Ihre Entscheidung mit Blick auf Bad Zwesten?

Den anstehenden Wechsel sehe ich als Chance für die Gemeinde. Die Verwaltung, die Kindergärten und der Bauhof sind sehr gut aufgestellt. Ein neuer Amtsinhaber kann darauf aufbauen und darüber hinaus neue Impulse setzen. (Christina Zapf)

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