Mehrere Schulen melden Corona-Infektionen

Nach nur einer Woche Schule: Über ein Dutzend Schüler in Quarantäne

 Ein Fachwerkhaus in dem die CJD Jugenddorf Christophorusschule Oberurff untergebracht ist
+
Musste schnell auf einen Coronafall reagieren: Die CJD Jugenddorf Christophorusschule Oberurff. 17 Schüler sind derzeit in Quarantäne.

Nach nur einer Woche sind im neuen Schuljahr über ein Dutzend Schüler wegen einer Corona-Infektion in Quarantäne. Mehrere Schulen im Kreis hat es erwischt.

Eine Woche nach den Sommerferien liegt Hessen bei den Corona-Neuinfektionen bundesweit vorn. Im Schwalm-Eder-Kreis gibt es einen weiteren Coronafall an einer Schule.

In den vergangen sieben Tagen wurden im Schwalm-Eder-Kreis 20 neue Coronafälle gemeldet – 41 sind es derzeit insgesamt im Landkreis. Und: An vier Schulen gab es in der ersten Schulwoche Coronavirus-Fälle. Betroffen sind die Theodor-Heuss-Schule in Homberg, die Dr.-Georg-August-Zinn-Schule sowie die Grundschule in Gudensberg und die CJD Jugenddorf-Christophorusschule in Oberurff.

Schüler und Lehrer der betroffenen Klassen sowie weitere Kontaktpersonen wurden vom Gesundheitsamt des Landkreises in Quarantäne geschickt. Das sei umgehend geschehen, betont Stephan Bürger, Sprecher des Landkreises.

Landkreis rät zum offenen Umgang mit Corona-Fällen

Die verhängten Quarantänen seien notwendige Vorsichtsmaßnahmen. Bürger betont, dass das Gesundheitsamt und die Schulen schnell reagiert und sehr gut miteinander kooperiert hätten. Dennoch: Viele Eltern machen sich Sorgen.

Die Besorgnis vieler Eltern registriert auch der Landkreis. Er rät betroffenen Schulen mit Infektionsgeschehen oder Verdachtsfällen, die eine Gruppenquarantäne nach sich ziehen können, offen umzugehen. „Das ist eine besondere Situation, die bei vielen Eltern zahlreiche Fragen aufwirft. Das muss ernst genommen werden“, so Stephan Bürger. Um immer wieder aufkommenden Gerüchten entgegenzuwirken sollte unter Wahrung der Persönlichkeitsrechte der Infizierten Auskunft gegeben werden. Hierzu biete sich die Kommunikation über Elternbeiräte sowie die schuleigene Homepage an. „Das persönliche Gespräch wird in vielen Fällen ebenso geführt werden müssen“, sagt Bürger.

Coronafall an CJD Jugenddorf-Christophorusschule Oberurff

Als Günter Koch, Schulleiter der CJD Jugenddorf-Christophorusschule Oberurff die Nachricht vom Coronafall an seiner Schule erreichte, war klar: Es muss schnell gehandelt werden. Eine Schülerin der elften Klasse war positiv auf das Coronavirus getestet worden. Am vergangenen Montag und Dienstag hatte sie noch die Schule besucht. Ab Mittwoch war das Mädchen krankgeschrieben. Da sie coronatypische Symptome zeigte, wurde ein Test gemacht.

Nach dem Bekanntwerden des Ergebnisses hieß es: schnell reagieren. Informiert hatten Koch die Eltern des Mädchens, die auch das Gesundheitsamt benachrichtigten. „Sie haben sehr besonnen reagiert“, sagt der Schulleiter. Laut Koch sei das Mädchen nicht in Urlaub gewesen und die Eltern könnten sich die Ansteckung ihrer Tochter nicht erklären.

Noch am Freitag berief Koch eine Krisensitzung in seiner Schule ein. Wie sollte weiter vorgegangen werden? Auch das Gesundheitsamt handelte umgehend und stellte ein Team von rund zehn Mitarbeitenden zusammen. Sie riefen am Samstag und am Sonntag Schüler und Lehrer an, die sich im Umfeld der Infizierten aufgehalten hatten, informierten und befragten sie.

CJD Jugenddorf-Christophorusschule Oberurff: 17 Schüler in Quarantäne

Je nach Kontaktintensität wurden die Jugendlichen und Pädagogen in drei Kategorien eingestuft. „Alle vier unterrichtenden Kollegen sind in der niedrigsten Kategorie eingestuft, sodass sie am Montag wieder unterrichten konnten“, sagt Koch. Zur Sicherheit tragen sie ganztags einen Mund-Nasen-Schutz. Ein Tutor habe sich am Montag einem Corona-Test unterzogen und werde den Unterricht erst wieder mit negativem Testergebnis aufnehmen.

„17 von 64 Schülern der elften Jahrgangsstufe sind nun zu Hause in Quarantäne“, sagt der Schulleiter. Die Erkrankte befindet sich in Isolation. Die übrigen 47 Schüler besuchen unter Auflagen – unter anderem ganztägiges Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, Einhalten von Abstandsregeln und gesundheitliches Monitoring – wieder den Unterricht.

CJD Jugenddorf-Christophorusschule Oberurff: Betrieb läuft weiter

„Der Betrieb läuft weiter mit entsprechenden Hygienemaßnahmen“, sagt Koch. Kurzfristig wurde am Montagmorgen ein neuer Raumplan aufgestellt. Außerdem gibt es laut dem Schulleiter an die Corona-Pandemie angepasste Pausenregelungen und bei einem Raumwechsel desinfizieren die Schüler ihre Tische.

Wer in der Pause etwas esse, müsse sich dafür von den anderen entfernen, da das nur ohne Mund-Nasen-Schutz möglich sei. „Wir haben Glück, dass wir so ein großes Gelände haben und alle Klassenräume eine Tür nach draußen haben, sodass sich die Schüler nicht auf den Gängen begegnen“, sagt Koch. Trotz aller Vorsicht mache die derzeitige Situation klar, dass es keine hundertprozentige Sicherheit gebe.

Am heutigen Dienstag, das teilte der Schulleiter mit, werden die Lehrkräfte, die sich dafür aussprechen, von Ärztin Lucia Kiss auf das Coronavirus getestet. Von Christina Zapf und Maja Yüce

Info: Die CJD Jugenddorf-Christophorusschule Oberurff informiert unter: cjd-update.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.