Verdacht hat bestätigt

Norovirus: 85 Patienten und Mitarbeiter in Bad Zwestener Klinik betroffen

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Nun hat sich der Verdacht bestätigt: In diesem Krankenhaus im Schwalm-Eder-Kreis sind 85 Patienten vom Norovirus betroffen.

Nach den zahlreichen Durchfallerkrankungen in der Hardtwaldklinik in Bad Zwesten steht jetzt fest: Die Erkrankungen wurden durch das Norovirus ausgelöst.

Aktualisiert am 14. Januar 2019, 14.50 Uhr - Die Spekulationen sind beendet, die Hardtwaldklinik II hat Klarheit: Die 85 Patienten und sechs Mitarbeiter, die in den vergangenen Tagen unter heftigen Magen-Darm-Beschwerden litten, hatten sich mit dem Norovirus infiziert. Das bestätigte der Ärztliche Leiter Dr. Manfred Schäfer am Montag. 

Die Krankenwelle ebbe aber ab. „Wir haben den Höhepunkt überschritten. Derzeit zeigen weniger als 20 Patienten Symptome“, so Schäfer. Bereits am Donnerstag hatten die ersten Patienten über Durchfälle geklagt (wir berichteten). Die Klinik hatte daraufhin das Gesundheitsamt des Landkreises informiert. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, wurden die betroffenen Patienten isoliert. Sie sollten auf ihren Einzelzimmern bleiben und Gemeinschaftsräume meiden. „Es geht dann nicht nur um ihr Wohlbefinden, sondern auch um die Verantwortung für die Gemeinschaft“, betont Schäfer. 

Noro-Virus in Bad Zwestener Klinik: Seit Montag keine Neuinfektionen mehr

Ein Patient habe sich nicht daran gehalten. „Er hat andere gefährdet, indem er sich in öffentlichen Räumen wie der Teeküche aufgehalten hat. Wir mussten ihn disziplinarisch entlassen“, so der Ärztliche Leiter weiter. Größere Veranstaltungen wie Patientenvorträge wurden sicherheitshalber abgesagt. Am Samstag und Sonntag hat es laut Schäfer jeweils drei Neuinfektionen gegeben. Am Montag, Stand Mittag, gab es keine weiteren Meldungen. Es scheint so, als sei die Verbreitung des Norovirus gestoppt, erklärt Schäfer. Bei der Hygiene im Haus dürfe dennoch nicht nachgelassen werden. 

Für die Mitarbeiter in Pflege, Service und Küche bedeutet dies viel Arbeit. „Wir fahren Sonderschichten. Viele arbeiten auch, obwohl sie eigentlich frei haben, um das alles gut über die Bühne zu kriegen“, lobt der Ärztliche Leiter. Am gestrigen Montag wurde die Isolierung für die meisten Patienten wieder aufgehoben. Heute sollen weitere Patienten folgen. 

Seit Montag läuft das Therapieprogramm wieder im Normalbetrieb. Wegen des Norovirus musste übrigens niemand länger in der Hardtwaldklinik bleiben als geplant: An- und Abreisetag ist nämlich der Dienstag.

Lesen Sie hier die ursprüngliche Meldung vom 12. Januar

Informationen unserer Zeitung, dass es sich um den Ausbruch des Noro-Virus bei bis zu 80 Patienten handelt, bestätigte Dr. Manfred Schäfer jedoch nicht. "Bis Stand jetzt gibt es noch keine Ergebnisse über die Ursache der Erkrankungen", sagte Schäfer. Die Laboruntersuchungen seien noch nicht abgeschlossen.

Dass das Noro-Virus die Durchfallerkrankungen ausgelöst habe, bezeichnete er als reine Spekulation. Saisonal gebe es solche Infektionen immer wieder. Für Menschen in der Lebensmitte seien diese Krankheiten auch harmlos. "Ein Durchfall ist lästig, aber nicht gefährlich", betont er.

Angehörige von Patienten der Klinik hatten der HNA berichtet, dass bis zu 80 Patienten betroffen seien und auch isoliert würden. Dazu sagte der Klinikdirektor, dass man in einer Gemeinschaftseinrichtung wie der Hardtwaldklinik II sehr vorsichtig sein müsse, um Ansteckungen zu vermeiden. Das gelte in jedem Falle einer Viruserkrankung als notwendige Vorbeugung, damit nicht mehr Menschen erkranken. Zudem werde man erkrankte Menschen nicht "durch die halbe Republik schicken", wenn sie krank und eventuell ansteckend seien. Die Klinik habe Patienten aus ganz Deutschland.

Das Noro-Virus

Noch ist unklar, ob es sich bei dem Erreger, der für die Durchfallerkrankungen in der Hardtwaldklinik sorgt, um das Noro-Virus handelt. Dieser Erreger ist aber extrem ansteckend. Hier erfahren Sie, wie Sie sich vor Noroviren schützen können und welche Personengruppen besonders gefährdet sind.

Die Hardtwaldklinik II

Die Hardtwaldklinik II ist eine Fachklinik für Psychotherapie und Psychosomatik in Bad Zwesten. Die Krankenhaus ist mit 330 Betten ausgestattet. Patienten werden den Informationen der Klinikhomepage zufolge ausschließlich in Einzelzimmern untergebracht. 

Hier liegt die Hardtwaldklinik II:

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