1. Startseite
  2. Lokales
  3. Fritzlar-Homberg
  4. Bad Zwesten

Feldflurprojekt um Bad Zwesten: Rebhuhn-Population wächst

Erstellt:

Von: Christina Zapf

Kommentare

Die Rebhuhn Population rund um Bad Zwesten ist weiter gewachsen. Inzwischen gibt es 77 Rebhuhn-Brutpaare.
Die Rebhuhn Population rund um Bad Zwesten ist weiter gewachsen. Inzwischen gibt es 77 Rebhuhn-Brutpaare. © Dieter Bark

Immer mehr Landwirte schließen sich dem Schutzprojekt rund um Bad Zwesten an. Die Rebhühner danken es. Die Zahl der Brutpaare ist erneut angestiegen - inzwischen sind es 77.

Bad Zwesten – Das 2018 ins Leben gerufene Feldflurprojekt rund um Bad Zwesten ist eines der ersten Schutzprojekte des Landes Hessen zur gezielten Förderung des Rebhuhns. Seit der Erstanlage von speziellen Rebhuhn-Blühflächen hat sich die Zahl der Rebhuhn-Brutpaare im Projektgebiet von 16 auf 77 erheblich erhöht. Das hat das jüngste Monitoring laut des Landesbetriebes Landwirtschaft Hessen (LLH) ergeben. Die Anzahl der Rebhuhn-Brutpaare ist von 53 im Jahr 2020 auf 77 Paare in 2021 angestiegen (45 Prozent Steigerung).

Da sich die Population so gut entwickelt hat, wurde das Projektgebiet im vergangenen Herbst deutlich erweitert. Beteiligt sind mittlerweile 26 landwirtschaftliche Betriebe, die auf insgesamt 60 Hektar Fläche mehrjährige, strukturierte Blühflächen für die gefährdeten Feldvögel angelegt haben. Im Frühjahr 2021 waren es noch elf Landwirte mit 30 Hektar.

Feldflurprojekt rund um Bad Zwesten ist großer Erfolg

Die gestiegenen Zahlen der Rebhühner im aktuellen Monitoring der Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) im Auftrag des Regierungspräsidiums Kassel beziehen sich laut Rebhuhnexpertin Andrea Imhäuser vom LLH, die das Feldflurprojekt koordiniert, aber noch auf das bisherige Projektgebiet – sind also mit den vorangegangenen Monitorings vergleichbar.

Inzwischen finden die Schutzbestrebungen in weiten Teilen des Bundeslandes Nachahmung in Form von kleineren Rebhuhn-Schutzprojekten. „Das Besondere am Projektgebiet im Schwalm-Eder-Kreis ist, dass wir jährlich mit gleicher Methode Monitorings durchführen. Dies erlaubt uns, belastbare Aussagen über die Zusammenhänge zwischen Maßnahmen, deren Umfängen, dem Witterungsverlauf und der Entwicklung der Rebhuhn-Besätze im Untersuchungsgebiet zu machen“, erklärt Imhäuser.

Feldflurprojekt kommt auch Insekten zugute

Da Insekten die alleinige Nahrung der Rebhuhn-Küken während ihrer ersten drei Lebenswochen darstellen, wurde im Jahr 2021 erstmals untersucht, wie sich die Blühflächen auf Artenvielfalt und Individuenanzahl der Insekten auswirken. Das Monitoring ergab: Den Insekten sei das vergangene Jahr durch das nasskalte Frühjahr und den niederschlagsreichen Sommer nicht gut bekommen. „Tagfalter und Heuschrecken haben wir nur in sehr geringen Arten- und Individuenzahlen angetroffen; häufiger haben wir Hautflügler, Schwebfliegen, Käfer, Spinnen und Wanzen erfasst“, so Imhäuser.

Bei allen angetroffenen Tieren sei die Zahl der Individuen innerhalb der Blühflächen etwa neunmal so hoch wie in den benachbarten Flächen mit klassischen Ackerkulturen. Zudem konnte eine deutlich höhere Bindung an die vorjährigen, älteren Vegetationsstrukturen gegenüber den frisch eingesäten Hälften nachgewiesen werden, was die Bedeutung mehrjähriger Blühflächen unterstreiche.

Feldflurprojekt rund um Bad Zwesten: Bruterfolg ist dreimal so hoch wie im Landesdurchschnitt

Laut Imhäuser startete die Brutsaison 2021 im Projektgebiet vielversprechend. Doch die Witterung führte dazu, dass nur wenige Rebhuhn-Paare erfolgreich brüten konnten. Bei diesen war allerdings der Bruterfolg mit durchschnittlich neun flügge gewordenen Jungen pro Paar ähnlich hoch wie im Jahr 2020, und damit fast dreimal so hoch wie im Landesdurchschnitt.

„Besonders auffallend war, dass sich die erfolgreich brütenden Paare stets in unmittelbarer Nähe zu Flächen des Projektes aufhielten, wo auch das Nahrungsangebot für die Jungvögel höher war“, sagt Imhäuser. Das zeige den hohen Wert mehrjähriger, Blühflächen insbesondere in Jahren mit ungünstiger Witterung. (Christina Zapf)

Auch interessant

Kommentare