Zwischenbilanz

Für bessere Integration: Bad Zwesten ist Pilotkommune bei „Land.Zuhause.Zukunft“

André Teumer-Weißenborn, WIR-Fallmanager beim Schwalm-Eder-Kreis, und Bürgermeister Michael Köhler stehen auf der Treppe des Bad Zwestener Rathauses.
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Setzen sich für eine bessere Integrationsarbeit in Bad Zwesten ein: (von links) André Teumer-Weißenborn, WIR-Fallmanager beim Schwalm-Eder-Kreis, und Bürgermeister Michael Köhler.

Der Schwalm-Eder-Kreis ist der einzige hessische Landkreis, der Teil des Programms „Land.Zuhause.Zukunft – Integration und Teilhabe von Neuzuwanderern in ländlichen Räumen“ ist.

Bad Zwesten - Mit diesem unterstützen die Robert-Bosch-Stiftung (RBSG) und die Universität Hildesheim (SUH) Landkreise in ganz Deutschland dabei, innovative und zukunftsfähige Ansätze für die Integration und Teilhabe von Neuzugewanderten weiterzuentwickeln.

Als Pilotkommunen wurden Bad Zwesten und Felsberg ausgewählt. Sie wurden im Mai 2020 in das Programm aufgenommen, das noch bis Mitte 2022 läuft. Die Beratungsphase neigt sich bald dem Ende zu – Zeit einen Blick auf den aktuellen Stand des Projekts zu werfen. Es richtet sich nicht nur an Zugewanderte mit Migrationshintergrund, sondern auch an Deutsche, die aus anderen Regionen Nordhessens oder der Republik nach Bad Zwesten gezogen sind. Ansprechpartner ist Andre Teumer-Weißenborn, WIR-Fallmanager des Schwalm-Eder-Kreises und damit Integrationsexperte.

Was ist bis jetzt in Bad Zwesten passiert? Teumer-Weißenborn hat mit Vereinsmitgliedern, Menschen, die sich ehrenamtlich im Bereich Integration engagieren und mit Zugezogenen gesprochen, um zu erfahren, wie es mit der Aufnahme von neuen Mitmenschen in der Gemeinde klappt. Was brauchen sie, um gut anzukommen? Wo hakt es? „Die Grundschule und die Kindergärten sind im Ort gut vernetzt“, sagt Teumer-Weißenborn. Auch gebe es einen starken Ehrenamtskreis in Bad Zwesten, der sich Zugezogenen annimmt. Das Programm der Robert Bosch Stiftung und der Universität Hildesheim soll Synergien schaffen, und ist damit in Bad Zwesten auf einem guten Weg: Kindergärten und Ehrenamtskreis wollen laut Teumer-Weißenborn künftig enger zusammenarbeiten.

„Der Lerneffekt ist entscheidend“, sagt Bürgermeister Michael Köhler. Rund die Hälfte der Einwohner von Bad Zwesten sei in den vergangenen 50 Jahren zugezogen, unter anderem Menschen, die in den Hardtwaldkliniken arbeiten. Aktuell gäbe es eine verstärkte Zuwanderung von Menschen aus Bulgarien und Rumänien. Ziel sei, mit dem Programm das Miteinander von Einheimischen und Zugezogenen weiter zu verbessern. „Wir sehen neue Menschen als Gewinn“, sagt Köhler. Laut Prognosen des Regierungspräsidiums Kassel sei für Bad Zwesten auf längere Sicht ein Bevölkerungsrückgang zu erwarten. Dem wirke der Zuzug entgegen.

Eine nachhaltige Integration auf dem Land erfolge am besten über die Vereine, so Stephan Bürger, Sprecher des Landkreises. Von dem Wissensaustausch und den Erkenntnissen, die das Programms in Bad Zwesten und Felsberg zutage fördert, sollen letztendlich auch andere Kommunen profitieren.

Im Fall von Bad Zwesten habe das Programm auch gezeigt: Die ehrenamtlichen Strukturen in der Gemeinde stoßen an ihre Grenzen. Deshalb soll eine neue Stelle im Bereich Gemeinwesenarbeit beim Land Hessen beantragt und dann beim Arbeitskreis Gemeindenahe Gesundheitsversorgung (AKGG) verortet werden, so Teumer-Weißenborn im HNA-Gespräch. Die eingestellte Person werde, so Köhler, mit einer halben Stelle in Bad Zwesten tätig sein. Sie soll Ansprechpartner für Zugezogene, Ehrenamtliche sowie alle Bad Zwestener sein, die Hilfe brauchen. (Christina Zapf)

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