Gestalten statt verwalten: Neue Aufgaben für Zwestener Kurverwaltung

+
Kennen sich aus im Tourismus und sorgen für frischen Wind: von links Natascha Rath, Pia Siebert und Heike Martin vor der Kurverwaltung.

Bad Zwesten. Bad Zwesten will neben dem Gesundheitstourismus mit den Kliniken auch den klassischen Tourismus weiter voran bringen. Die Kurverwaltung hat sich dafür neu aufgestellt.

Die Übernachtungszahlen in diesem Bereich stiegen um 11,6 Prozent innerhalb von zwei Jahren. Auch wenn der Ort in erster Linie wegen des Kurbetriebes an erster Stelle bei den Übernachtungszahlen im Kreis steht, habe man umdenken müssen, sagt Bürgermeister Michael Köhler, der auch Kurdirektor ist.

Nach der Kurkrise in den 80er Jahren hätten sich die Aufgaben verändert, so Köhler. Man müsse mehr gestalten statt verwalten. Die Akquise und Betreuung von touristischen Zielgruppen stehe nun im Mittelpunkt. Das soll demnächst mit einem neuen Namen sichtbar werden. Auf dem Schild steht zwar noch Kurverwaltung, aber die Arbeit sei eine andere.

Daher habe man sich auch personell umstrukturiert. Es sei ausdrückliches Ziel des Gemeindevorstandes gewesen, das Marketing im Bereich Tourismus zu verbessern. Es gibt keinen Leiter der Kurverwaltung mehr, sondern die Mannschaft besteht aus einem dreiköpfigen Team, das aus Bad Zwestenerinnen besteht.

Die Frauen identifizierten sich mit dem Ort. Natascha Rath (23) hat im Rathaus Kauffrau für Tourismus und Verwaltung gelernt und besetzt eine volle Stelle. Sie bildet sich gerade in einem Fernstudium zur Tourismusfachwirtin weiter und soll demnächst mehr Verantwortung übernehmen. Unterstützt wird sie von Pia Siebert (46) mit einer halben Stelle, die im Empfangsbereich arbeitet, für den Kundenservice, die Fremdenverkehrsstatistik und das Meldewesen und die Kurtaxe zuständig ist.

Heike Martin (51) arbeitet 7,5 Stunden vorwiegend am Counter. Sabrina Kleiner (19) absolviert dort gerade eine Ausbildung. Administrative Aufgaben wurden reduziert und damit auch das Personal. Somit sinken die Kosten für die Gemeinde um 80.000 Euro.

Nach der Reha 

Ein Ziel sei es, die Kurgäste zu Touristen für Bad Zwesten zu machen, sagt Köhler. Pia Siebert wirbt dafür bei den Patienten der Hardtwaldkliniken und will sie nach der Reha wieder in den Ort locken, mit Familie und Freunden. Wandern und Radfahren sind neben Tagungen und Wellness die touristischen Themen in der Kellerwaldgemeinde. Zielgruppe seien junge Senioren, die Naturerfahrung suchten und einen Kurzurlaub machen wollen. Wanderungen auf Themenwegen, Radwege und die Borkener Seen sind Nahziele, auch der Kellerwaldsteig. Von Zwesten aus sei man auch schnell in der Edersee-Region.

Bad Zwestener Flaggschiffe seien das Hotel Kern mit Tagungs- und Wellness-Angeboten und das Seminarzentrum Haus Ebersberg in Wenzigerode.

Von Christine Thiery

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.