Alles to go im „Black Pearl“

Glühwein an der Kneipentür: Bad Zwestener Gastronom sucht im Lockdown Wege, um Geld zu verdienen

Das war vor dem Lockdown: Jürgen Gräf will ab heute vor seinem Lokal Black Pearl in Bad Zwesten Getränke zum Mitnehmen anbieten.
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Das war vor dem Lockdown: Jürgen Gräf will ab heute vor seinem Lokal Black Pearl in Bad Zwesten Getränke zum Mitnehmen anbieten.

Jürgen Gräf hat keinen Tag länger Geduld und Zeit: Dem Gastronomen, der seit August in Bad Zwesten sein Lokal „Black Pearl“ betreibt, geht im Lockdown die finanzielle Puste aus. Deshalb bietet er heute und morgen und auch am Samstag, 20. Februar, jeweils von 18 bis 20 Uhr Glühwein und Glüh-Gin an der Eingangstür des Black Pearl an. Alles to go, also zum Mitnehmen.

Bad Zwesten –Der 61-Jährige will damit ein Signal geben: „Nicht nur mir, sondern auch vielen anderen Gastwirten geht das Geld aus. Ich aber muss jetzt etwas tun, um über die Runden zu kommen. Und wenn es nur der Draußenverkauf von Getränken ist.“

Jürgen Gräf rechnet es vor: Für Miete, Strom, Nebenkosten des Lokals zahlt er 750 Euro, zudem bucht das Finanzamt monatlich weitere 299 Euro Steuern auf den gar nicht erwirtschafteten Umsatz ab. Einen Anspruch auf Überbrückungsgeld kann Jürgen Gräf nicht erheben, weil er seine Kneipe erst im August eröffnet hatte, sie damit nur drei Monate vorm Lockdown offen war – zu kurz, um Ansprüche auf staatliche Hilfen erheben zu können. Und die sogenannte Novemberhilfe bekomme er nicht, da seine Rente als Hauptberuf zähle. Doch die benötige er auch um sein Leben im Heimatort Jesberg zu finanzieren. Jetzt hat Gräf seine Stammkunden informiert, dass sie ab heute echte Pearl-Luft schnuppern können, wenn auch nur von draußen. Ein Tisch im Eingang dient als Ausschank für die Getränke, rein kommt keiner, die Coronaregeln gälten natürlich, so der 61-Jährige.

Aber so will er seine Gäste und wenigstens kurz sehen, Kontakte pflegen. Und auch, wenn er mit dem Straßenverkauf von Heißgetränken „keinen Hammerumsatz“ machen werde: Der Ausschank an der Tür werde doch wenigstens das Geld für die noch offene Stromrechnung einbringen, hofft er.  

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