Donnerstag Bürgerversammlung in Bad Zwesten

Ein Haus für Flüchtlinge: Ehemalige Pension wird umgebaut

Hier entsteht eine Unterkunft für Asylbewerber: im ehemaligen Haus Sonnenschein an der Bachstraße in Bad Zwesten. Foto: Laumann

Bad Zwesten. Die Gemeinde Bad Zwesten ist ein weißer Fleck auf der Karte des Schwalm-Eder-Kreises. Zumindest, was die Aufnahme von Flüchtlingen angeht. 

Das soll sich nach den Plänen des Landkreises im Juli ändern.

Im ehemaligen Haus Sonnenschein an der Bachstraße sollen bis zu 30 Asylbewerber unterkommen. In einer Bürgerversammlung am Donnerstag werden die Pläne vorgestellt. Beginn ist um 19.30 Uhr im Kurhaus.

Das Haus hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Viele Jahre haben Arbeitnehmer aus der Baubranche dort ihren Urlaub verbracht. Als die Verträge vor einem Jahrzehnt ausgelaufen sind, gab es laut Bürgermeister Michael Köhler keine passende Nutzung.

Niemand will das Haus 

Das Gebäude stand leer. Versuche, es der Hardtwaldklinik in Bad Zwesten oder der Hephata Diakonie anzubieten, scheiterten. Ein Investor aus Fritzlar hat schließlich das Gebäude gekauft. Er baut es derzeit um. Eingerichtet werden Appartements sowie zwei Wohnungen für Familien.

Bürgermeister Köhler habe sich eine dezentrale Unterbringung der Asylbewerber erhofft. Doch der Druck auf den Kreis, schnell passende Wohnungen zu finden, sei groß gewesen. „So konnte unserem Wunsch nicht entsprochen werden“, erklärte Köhler.

Der Bürgermeister geht davon aus, dass es einige besorgte Bürger geben wird. Sie hätten Bedenken wegen der Sicherheit im Ort und sorgten sich um die Betreuung der Asylbewerber. „Das muss man ernst nehmen“, betonte der Bürgermeister. Im sei ein gutes Miteinander von Anfang an wichtig.

Das könne die verwaltung jedoch nicht alleine leisten. Die Gemeinde sei auf die Unterstützung der Bürger angewiesen. Erste Ehrenamtliche haben sich zu einem Arbeitskreis Willkommenskultur (siehe Hintergrund) zusammengeschlossen. „Es gibt viele Ideen, wie wir die Asylbewerber integrieren können“, sagte Köhler zum Start.

Auch die Gemeinde habe bereits Pläne. So könnten viele Arbeiten, die bei der Gemeinde in der Vergangenenheit liegengeblieben sind, von Asylbewerber übernommen werden. Köhler nannte als Beispiel die Gebietspflege.

Hintergrund

25 Bürger aus Bad Zwesten haben sich zum Arbeitskreis Willkommenskultur zusammengeschlossen. Der Arbeitskreis hat auch schon erste Ideen. So sind für die Asylbewerber Rundgänge in der Gemeinde geplant, der Ortsplan soll in verschiedene Sprachen übersetzt werden. Auch ein gemeinsames Kaffeetrinken und Kochen ist vorgesehen. Neben dem Kurpark könnten Gemeinschaftsgärten einrichten werden.

Der Unterstützerkreis möchte eine Brücke zwischen den Einwohnern und den Asylsuchenden schlagen. Die Arbeit der Ehrenamtlichen koordiniert Tanja Rübsam aus dem Einwohnermeldeamt.

Wer sich an dem Arbeitskreis Willkommenskultur beteiligen möchte, meldet sich bei der Gemeinde Bad Zwesten, Frau Rübsam Tel. 05626-999321, E-Mail ruebsam.rathaus@badzwesten.de

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