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Training hält Mitglieder der Herzsportgruppe in Bad Zwesten fit

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Von: Christina Zapf

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Treffen sich einmal pro Woche: von links hinten Arzt Detlef Schürbrock, Horst Keim, Peter Tank, Hilmar Weber, Friedericke von Gilsa, Boguslaw Kudla und vorne Karin Glöggler, Lothar Letzing und Werner Schmidt.
Treffen sich einmal pro Woche: von links hinten Arzt Detlef Schürbrock, Horst Keim, Peter Tank, Hilmar Weber, Friedericke von Gilsa, Boguslaw Kudla und vorne Karin Glöggler, Lothar Letzing und Werner Schmidt. © Christina Zapf

Die Herzsportgruppe in Bad Zwesten trifft sich nach langer pandemiebedingter Pause wieder. Die Übungen mit Gruppenleitern Karin Glöggler halten die Teilnehmer fit.

Bad Zwesten – Der Puls geht hoch. Die Teilnehmer der Herzsportgruppe des Vereins Bewegungs-Sport-Gemeinschaft Kellerwald-Bad Zwesten (BSG) sind in Bewegung. In der Sporthalle der Hardtwaldklinik II trainieren sie Kondition und Koordination. Die Leiterin der Herzsportgruppe, Karin Glöggler, gibt das Klopfsignal zur jeweiligen Aktion. Die Mitglieder haben Zweier-Teams gebildet. Einer geht voran, der andere hinterher. Einmal Klopfen bedeutet, der Hintermann geht nach vorne. Zweimal Klopfen bedeutet Richtungswechsel und dreimal Klopfen, der Hintermann muss einmal um den Vordermann laufen. „Nutzt den ganzen Raum aus“, ruft Glöggler.

„Viele Übungen sind spielerisch, sodass man die Anstrengung vergisst“, sagt Friederike von Gilsa. Die 53-Jährige ist aktuell das „Küken“ der Herzsportgruppe. Nachdem ihr angeborener Herzfehler operiert worden war, hätten die Ärzte ihr nahegelegt, Herzsport zu machen.

Mitglieder der Herzsportgruppe trainieren Kondition und Koordination

Später im Training bilden die Mitglieder der Herzsportgruppe einen Stuhlkreis und koordinieren Arme und Beine im Rhythmus zum Lied „Abracadabra“ der Steve-Miller-Band. Peter Tank aus Borken hat Freude an der zusätzlichen Bewegung. „Es tut gut“, sagt der 74-Jährige, der nach einem Herzinfarkt sechs Stents hat.

Vor und während des Trainings messen alle Teilnehmer ihren Puls und ihren Blutdruck – sind die Werte in Ordnung, können sie mitmachen. Das Training soll Ausdauer, Koordination, Geschicklichkeit und Konzentration verbessern. „Wir machen alles außer Krafttraining, das ist nichts, da es das Herz zu sehr anstrengen würde“, sagt Glöggler. Die Teilnehmer können bei jeder Übung entscheiden, was sie sich zutrauen und sich entsprechend beteiligen. „Man muss auf seinen Körper hören“, sagt die Gruppenleiterin. Laut ihrem Mann Hilmar Weber, der seit einer Virusinfektion einen Herzschaden hat, müsse man nach einem Herzinfarkt seinen Körper neu kennenlernen. Es sei nicht mehr alles wie zuvor.

Herzsportgruppe in Bad Zwesten trainiert wieder

Aktuell sind vor allem Männer in der Herzsportgruppe. Das sei aber Zufall, so Glöggler. „Frauen sind von Herzinfarkten genauso betroffen.“ Alle Mitglieder sind froh, dass sie wieder trainieren können. Rund zwei Jahre pausierte die Gruppe pandemiebedingt. „Wir gehören alle zur Risikogruppe“, sagt Weber. Der gegenseitige Schutz vor Ansteckung hatte Priorität. „Mit Maske kann man keinen Herzsport machen, da die Luft ja sowieso schon knapp ist“, wirft Glöggler ein. Außerdem durfte die Herzsportgruppe wegen des Coronavirus lange Zeit nicht in die Sporthalle der Hardtwaldklink II, so der 2. Vorsitzende des BSG, Boguslaw Kudla.

Lothar Letzing (67) aus Borken ist seit 15 Jahren in der Herzsportgruppe, um sich fit zu halten. Drei Stents hat er seit seinem Herzinfarkt. „Im Training macht man Bewegungen, die man im Alltag sonst nicht macht“, sagt er. Horst Keim (74) aus Jesberg hat sich der Gruppe ebenfalls nach einem Herzinfarkt angeschlossen. In der Reha habe er die Empfehlung dazu erhalten. „Seither bin ich hier. Es ist eine tolle Truppe“, sagt er. Werner Schmidt (65) aus Kerstenhausen ist seit 2009 dabei. Er hatte eine schwere Herz-Operation und später einen Schlaganfall. „Es freut mich, dass es aufwärts geht“, sagt er über die Wirkung des Trainings.

Herzsportgruppe in Bad Zwesten hat großen Einzugsbereich

Der Einzugsbereich der Herzsportgruppe ist laut Glöggler groß: Die Teilnehmer kommen nicht nur aus Bad Zwesten, sondern beispielsweise auch aus Borken, Neuental und Gilsaberg. Trainiert wird stets unter ärztlicher Aufsicht. Detlef Schürbrock, der lange eine Hausarztpraxis in Bad Zwesten hatte, betreut die Gruppe. Er ist der Nachfolger von Dr. Adolf Brosig und Svetlana Kraushaar, die die Gruppe zuvor begleiteten. Auch ein Defibrillator liegt immer für einen möglichen Notfall bereit. So können die Teilnehmer entspannt und mit einem sicheren Gefühl trainieren.

Training: immer dienstags ab 18 Uhr in der Sporthalle der HWK II. Anmeldung bei Karin Glöggler unter Tel. 0 56 82/73 38 80.

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