Peter Schreiber war immer für seine Kunden da

Kioskbetreiber in Bad Zwestener Hardtwaldklinik geht in Rente

Peter Schreiber (75) hat 48 Jahre lang den Kiosk und die Cafeteria in der Hardtwaldklinik I in Bad Zwesten geführt, unterstützt von Ehefrau Kerstin.
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Peter Schreiber (75) hat 48 Jahre lang den Kiosk und die Cafeteria in der Hardtwaldklinik I in Bad Zwesten geführt, unterstützt von Ehefrau Kerstin.

48 Jahre lang war Peter Schreiber Kiosk- und Cafeteria-Betreiber in der Bad Zwestener Hardtwaldklinik. Jetzt geht der 75-Jährige in Ruhestand.

Peter Schreiber gehört zum lebenden Inventar der Hardtwaldklinik I in Bad Zwesten. Seit 48 Jahren verkauft der inzwischen 75-Jährige Süßigkeiten, Zeitschriften, Getränke und Kosmetikartikel an Patienten, Mitarbeiter und Besucher. Nun hat er seinen letzten Arbeitstag. Noch einmal heißt es für ihn: Kaffeeautomat anstellen und die neuen Zeitschriften ins Regal räumen. Doch Kiosk- und Cafeteria-Betreiber zu sein, bedeutete für ihn auch stets aufmunternde Worte für die Kunden oder einfach nur ein offenes Ohr für ihre Sorgen zu haben. „Man darf es nur nicht zu nahe an sich heranlassen.“

Doch wegen der Corona-Pandemie musste Peter Schreiber die Cafeteria die letzten Monate seines Berufslebens schließen. „Die Klinik war heruntergefahren“, sagt seine Frau Kerstin Schreiber (60). Doch auch diese schwere Zeit mit nur wenig Umsatz meisterte das Ehepaar so gut es ging. „Wir haben die, die da waren, weiterversorgt“, sagt er. Noch nie in all der Zeit hatte er eine solche Krise erlebt wie die derzeitige.

„Seine Krankheit hat ihn ausgebremst, sonst hätte er nie aufgehört“, sagt Kerstin Schreiber. Seit 23 Jahren ist sie mit ihm verheiratet. In den vergangenen Wochen wurden die Regale in seinem Kiosk immer leerer. Einen neuen Pächter hat die Werner Wicker Klinik bereits gefunden, allerdings übernimmt er weder Ware noch Einrichtung. „Wir wünschen unserem Nachfolger viel Erfolg und Glück“, sagt das Ehepaar.

Seit 1979 führte Peter Schreiber Kiosk und Cafeteria. Zuvor waren beide in der Hand seiner Eltern. Im Familienbetrieb hatte er bereits ab 1972 mitgearbeitet. „Schön zu hören waren Grüße von ehemaligen Patienten, die regelmäßig in die Klinik kamen und sich nach der Therapie in der Cafeteria ein Päuschen gönnten“, sagt Peter Schreiber. Gerade am Wochenende, wenn besonders viele Besucher vorbeikamen, war der gebürtige Schwälmer besonders gefragt.

Denn die Angehörigen wollten die Patienten mit Zeitschriften, Eis oder einer kleinen Auszeit mit Kuchen in der Cafeteria verwöhnen. „Dann hieß es, einfach einen Zahn zulegen, dann ging das schon“, sagt Peter Schreiber über die Stoßzeiten. Unterstützt wurde er von seinen Mitarbeiterinnen und seiner Frau. „Sie haben ja alles“, stellten viele Patienten fest. Selbst wenn sie ihre Zahnbürste Zuhause vergessen hatten, konnte der 75-Jährige aushelfen.

Sieben Tage die Woche, anfänglich von 8 bis 22.30 Uhr war er für seine Kunden da. In den vergangenen zehn Jahren immerhin noch von 9 bis 18 Uhr. Seine Energiereserven füllte Peter Schreiber im Italienurlaub, auf Reisen an die Nordsee und ins Allgäu auf.

Doch nun ist es dem 75-Jährigen wichtig, gesund zu werden sowie mehr Zeit mit seiner Frau, seiner Tochter und seinen Enkeln zu verbringen.

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