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Linde stürzt auf Straße

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Von: Christina Zapf

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Die Kirchenlinde in Wenzigerode ist umgestürzt: Ihr Stamm war innen zersetzt und hohl. Anwohner Marko Schaumburg hat sich bereit erklärt, den Baum zu zersägen und dann abzutransportieren.
Die Kirchenlinde in Wenzigerode ist umgestürzt: Ihr Stamm war innen zersetzt und hohl. Anwohner Marko Schaumburg hat sich bereit erklärt, den Baum zu zersägen und dann abzutransportieren. © Christina Zapf

Zuerst neigte sich die uralte Kirchenlinde in Wenzigerode. Dann stürzte der von Pilzen befallene Baum nachts auf die Straße. Zum Glück wurde niemand verletzt. 

Wenzigerode – Vermutlich mehrere Jahrhunderte stand die Kirchenlinde in Wenzigerode unerschütterlich an ihrem angestammten Platz am Turmweg. Doch dann hatte sie plötzlich Schlagseite. Marko Schaumburg und seiner Frau Donate, die direkt gegenüber wohnen, war aufgefallen, dass der Baum sich neigte.

Dann ist es passiert: Am Mittwoch kurz vor Mitternacht stürzte die Linde um. Auf den uralten Baum seien viele Wenzigeröder als Kind geklettert. Deshalb hätten viele der Einwohner eine emotionale Bindung zur Kirchenlinde gehabt, so Marko Schaumburg.

Marko Schaumburg kümmert sich um Abtransport des Baums

Er ist im Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Wenzigerode, die Eigentümer des Baums war und damit auch bei eventuellen Schäden gehaftet hätte. Da Marko Schaumburg nebenberuflich einen landwirtschaftlichen Forstbetrieb hat und zertifizierter Waldbauer ist, hat er sich bereit erklärt, den umgestürzten Baum unentgeltlich zu zerlegen und an einen mit der Gemeinde Bad Zwesten vereinbarten Ort zu transportieren. Zunächst müsse er die dünnen Äste entfernen. Beim Zersägen des Stammes werde er dann unterstützt, so Schaumburg.

Nachdem vor einigen Tagen festgestellt wurde, dass die Linde sich geneigt hatte, wurde sie von einem Baumsachverständigen inspiziert. Mit den Worten „Der Baum stellt keine Gefahr in Verzug dar“, habe der Experte vorläufig Entwarnung gegeben.

Uralte Linde in Wenzigerode stürzt auf Straße: Verletzt wurde niemand

Donate Schaumburg sah, wie die Kirchenlinde umfiel – zum Glück auf die Straße. Dank der späten Stunde sei niemand verletzt worden. Der beeindruckend große Baum war, von außen nicht sichtbar, im Inneren von Pilzen zerfressen worden, so Marko Schaumburg. Unter anderem sei die Kirchenlinde vom Brandkrustenpilz befallen gewesen – dieser sorge dafür, dass Bäume absterben.

Auch die Baumkrone habe für Laien noch gut ausgesehen, doch bei näherer Betrachtung wurden auch dort bereits Auswirkungen des Pilzbefalls sichtbar. Überhaupt hatte, so Marko Schaumburg, im Verborgenen wohl bereits ein merklicher Verrottungsprozess eingesetzt. Der Stamm habe, nachdem das untere Blattwerk für die Begutachtung entfernt wurde, sogenannte Mulmhöhlen aufgewiesen. Dass der Zustand der Linde jedoch so schlecht war, wie sich jetzt zeigte, sei eine Überraschung gewesen. „Der Baum ist komplett hohl“, sagt er.

Areal um schräge Linde war abgesperrt worden

Der Kirchenvorstand hatte mit Unterstützung der Gemeinde Bad Zwesten den Bereich rund um die Linde absperren lassen. Für Unmut sorgte, dass die Absperrung die Anlieger einschränkte. Außerdem fürchteten einige Anwohner, der Baum könne auf Privatgrund stürzen.

Zunächst sei allerdings unklar gewesen, wie es mit der schrägen Linde weitergehen sollte. Der Bericht des Baumsachverständigen wurde für kommenden Mittwoch erwartet. Auch die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises war informiert. Nun ist der Baum mit seinem Sturz einer möglichen Fällung zuvorgekommen. (Christina Zapf)

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